15.04.2009  16:43 Uhr

Wasserwirtschaft
In der Türkei steigt Wertschätzung für Wasser

GTE Deutschland. Wichtiger als Nahrung ist nur noch Wasser für den Menschen. Dabei wird in südlichen Ländern viel Wasser ungenutzt verschwendet. Niedrigere Niederschlagsmengen, steigende Bevölkerungszahlen und andere Faktoren haben in den letzten Jahren jedoch zu einem Umdenken geführt. Dem steigenden Verbrauch und schlechter Wasserqualität will die Türkische Regierung nun mit dem Bau neuer Abwasseranlagen begegnen, was auch für Deutsche Unternehmen Chancen bietet.

Die Türkei zählt zwar nicht zu den Trockengebieten der Erde, die Ressource Wasser steht aber auch nicht in unbegrenztem Maße zur Verfügung. Um so wichtiger ist ein sorgsamer Umgang mit der wertvollen Flüssigkeit. Die Angleichung der türkischen Bestimmungen an EU-Standards ist hier eine gute Argumentationshilfe für die beteiligten Institutionen. Die Niederschlagsarmut des Jahres 2007 hat zudem in der Bevölkerung wie in der Kommunalpolitik die Sensibilität für Versorgungssicherheit und Wasserqualität erhöht.

Mit einem ambitionierten Zeitplan will das türkische Umweltministerium die Zahl der Kläranlagen im Land erhöhen. Mit einer Änderung des Umweltgesetzes im Jahr 2006 erhielten die Kommunen den Auftrag, innerhalb eines Jahres einen Arbeitsplan aufzustellen, nach dem der Ausbau der Abwasserreinigung vorgenommen werden soll.

Je nach Einwohnerzahl wurden ihnen danach zwischen drei und zehn Jahren eingeräumt, um entsprechende Anlagen zu installieren. Besonders kurz fiel die Frist für Organisierte Industriegebiete (Organize Sanayi Bölgesi, OSB) und große Industriebetriebe aus; diesen wurden nur zwei Jahre eingeräumt, die im Mai 2009 ablaufen.

Gegenüber den letzten Daten der türkischen Statistikbehörde TÜIK, die für 2006 vorliegen, gibt das Ministerium den Bestand an Klärwerken für Ende 2007 mit 194 an, in 72 Kommunen waren Anlagen im Bau, in 33 weiteren standen Ausschreibungen bevor.

Da für die Nichteinhaltung der Fristen im Gesetz Strafen vorgesehen sind, ist die Aktivität auf dem Sektor groß, die Chancen für Technologieanbieter entsprechend günstig. Bei der finanziellen Unterstützung der Umsetzung beteiligt sich auch die KfW Entwicklungsbank. Ebenso platziert sich die türkische Bank TSKB (Türkiye Sinai Kalkinma Bankasi) mit speziellen Kreditangeboten im Umweltbereich.

Zeitrahmen für den Bau von Kläranlagen
AuftraggeberFrist ab Mai 2007
Kommunen mit über 100.000 Einwohnern3 Jahre (2010)
Kommunen mit 50.000 bis 100.000 Einwohnern5 Jahre (2012)
Kommunen mit 10.000 bis 50.000 Einwohnern7 Jahre (2014)
Kommunen mit 2.000 bis 10.000 Einwohnern10 Jahre (2017)
OSB und große Industriebetriebe2 Jahre (2009)

Die größte Kläranlage ist derzeit im Istanbuler Stadtteil Ataköy nahe des Atatürk-Flughafens im Bau. Dort hat WTE Wassertechnik als Konsortialführer zusammen mit den türkischen Bauunternehmen Lidya und Kalyon im Frühjahr 2007 den Auftrag über 108 Mio. Euro zur Errichtung einer Abwasserreinigungsanlage mit weitergehender Stickstoffentfernung und anschließender Schlammfaulung für rund 2 Mio. Einwohner erhalten. Die Fertigstellung ist für Ende 2009 vorgesehen, danach wird WTE für fünf Jahre die Betriebsführung übernehmen.

Mehr zur Wasserwirtschaft in der Türkei, zu geplanten Ausschreibungen und Chancen für Deutsche Hersteller, Adressen sowie viele weitere interessante Statistiken und Auswertungen finden Sie auf der Seite unseres Partners GTaI.

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Quelle: GTaI


 

(Redaktion)

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