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Podiumsdiskussion

Vier für Köln - Ausländisches Investment am Standort Köln im Dom Hotel

Ist Köln als Standort internationaler Firmen geeignet? Was bewegt ausländische Investoren, ihre Unternehmen in Köln anzusiedeln? Welche Vorteile hat der Standort Köln für sie? Welche Schwierigkeiten und Hindernisse müssen sie bei der Ansiedelung in Köln überwinden? Und wie sehen bereits etablierte Unternehmer ihre Position in der Domstadt? Zu diesem Thema entstand auf dem Podium des Wirtschaftsclubs Köln eine lebhafte Diskussion.

Die Teilnehmer:

  • Mehmet Coban, Geschäftsführer TeleBazaar Marketing GmbH
  • Michael Josipovic, Stellvertretender Amtsleiter, Leiter Standortmarketing im Amt für Wirtschaftsförderung der Stadt Köln
  • Nelly Kostadinova, Managing Director Lingua World GmbH
  • German Moyzhes, Geschäftsführer Avers Group Germany GmbH 
  • Petra Wassner, Vorsitzende der Geschäftsführung, NRWINVEST GmbH
  • Moderiert wurde die Veranstaltung von Martina Kast, freie Journalistin.

Köln ist viel zu selbstbezogen, befand Michael Josipovic gleich zu Beginn der Diskussion. Viel zu lange habe man sich darauf verlassen, dass der Erfolg der Domstadt auch ohne größere Anstrengungen anhält. Der Weltjugendtag mit Papstbesuch sei beispielsweise eine optimale Gelegenheit zu intensivem Standortmarketing gewesen, die man allenfalls ansatzweise genutzt habe. Dass sich dennoch Firmen wir Toyota und Microsoft in Köln niedergelassen haben, sei ein großer Vorteil für den Wirtschaftsstandort. Auch für chinesische Unternehmen, deren Anzahl sich seit 2005 vervierfacht hat, werde Köln zunehmend interessant.

Über die Vorteile der Domstadt waren sich alle Beteiligten einig: Köln bietet – auch für Studenten – ausreichend Büro- und Wohnräume sowie eine sehr gute Lebens- und Freizeitqualität. Der Start ins Kölner Wirtschaftsleben wird durch Institutionen wie die IHK, das Amt für Wirtschaftsförderung der Stadt Köln, das auch Immobilien vermittelt und eine sehr persönliche Betreuung leistet, erheblich erleichtert. Zusätzliche Finanzspritzen für nicht-europäische Unternehmer gibt es von der landeseigenen Wirtschaftsförderungsgesellschaft NRW.INVEST. Sie hat die Aufgabe, den Investitionsstandort Nordrhein-Westfalen zu vermarkten und ausländische Direktinvestitionen für Nordrhein-Westfalen zu akquirieren.

Geschäftskontakte sind in Köln – auch über die unterschiedlichsten Netzwerke – leicht zu knüpfen. Vertreter der unterschiedlichsten Nationalitäten finden ein angenehmes Klima vor, geprägt durch Weltoffenheit und Toleranz. Probleme gibt es, wie German Moyzhes hervorhob, allenfalls mit dem Finanzamt, das sich strikt an die gesetzlichen Vorschriften hält. Ansonsten erleichtert die allgemeine Tendenz zu unkonventionellen und raschen Lösungen den Business-Start erheblich. Auch die aus Bulgarien stammende Journalistin Nelly Kostadinova, die nach ihrer Einreise zunächst bei der Deutschen Welle arbeitete, um sich einige Jahre später mit der Firma Lingua-World selbständig zu machen, zieht ein positives Resümmé: Sie habe bei der Gründung von Lingua-World überall offene Türen und die Bereitschaft zur Kooperation vorgefunden, was ihr den Start in die Selbständigkeit erheblich erleichterte. Die Unternehmerin beschäftigt heute allein in Köln 30 – vorwiegend deutsche Mitarbeiter – und führt ihre Firma mittlerweile auch als Franchise-System. Kostadinova ist glücklich in der Domstadt – ihrer zweiten Heimat, in der sich auch in sozialen Projekten engagiert.

Dennoch wurden auch kritische Stimmen laut, unter anderem von Mehmet Coban, der – nach dem Studium der Journalistik und Filmwissenschaft in Dortmund – in der Medienstadt Köln eine Marktlücke füllte und einen TV-Sender für die türkische Zielgruppe gründete. Seine Firma TeleBazaar produziert Fernsehen mit dem Schwerpunkt Hochzeits-TV, das Hochzeiten als öffentliches Ereignis filmisch dokumentiert. Mehmet Coban warnt jedoch vor dem Ghettocharakter im Verhalten türkischer Geschäftsleute untereinander. Integration ist für ihn ein wichtiges Thema, das noch nicht abgeschlossen ist. Sprache und Bildung seien hierfür wichtige Voraussetzungen, hieß es von Seiten der Stadt Köln, aber auch Initiativen wie die Deutsch-Türkischen Wirtschaftstage. Der Tendenz der Coconisierung werde durch zahlreiche Netzwerke entgegengewirkt.

Mit dem Blick auf die Zukunft werden Michael Josipovic und Petra Wassner – basierend auf einer KPMG-Studie – in den nächsten Jahren die USA stärker in den Focus nehmen.

In seinem Schlusswort betonte der Geschäftsführende Vorstand des Wirtschaftsclub Köln, RA Christian Kerner, die Wichtigkeit eines intensiveren Dialogs mit den ausländischen Unternehmen am Standort Köln. „Dies ist nicht nur wirtschaftlich sinnvoll, sondern hat auch für die Integration eine hohe Bedeutung“, so Kerner abschließend.

(Antonie Schweitzer)


 


 

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