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Energie-Industrie

Studie über herkömmliche Energiegewinnung und alternative Energien in der Türkei

Die Türkei als Investitionsland ist kein Geheimtipp mehr. Längst hat sich das Urlaubsland durch die EU-Beitrittsbemühungen und die sukzessive Anpassung an europäische Standards als starker Wirtschaftspartner für europäische Unternehmen gezeigt. In welchen Bereichen lohnen sich Investitionen? Das imap Institut hat in Zusammenarbeit mit seinem Türkei-Büro in Ankara die Potenziale für Investitionen bei der herkömmlichen Energiegewinnung und alternativen Energien in der Türkei unter Bezug auf das Jahr 2008 untersucht.

In der Türkei findet das Thema erneuerbare Energien immer größeres Interesse. So findet etwa vom 5. bis 8. November in diesem Jahr die Umwelt und Energiemesse RENEX in Istanbul statt.

Die Deutsche Messe Hannover veranstaltet diese neue Messe gemeinsam mit dem türkischen Partner Hannover-Messe Sodeks Fuarcilik A.S, Istanbul. Dabei werden in diesem Jahr die Schwerpunktthemen auf Solarsystemen, Windkraftsystemen, Windenergie, Geothermie, Wasserver- und -entsorgung, Recycling- und Umwelttechnologien, Warmwassergewinnung sowie Biotreibstoffen liegen.

Der türkische Energiesektor

Die stetig wachsende Wirtschaft der Türkei und die im Vergleich zu Westeuropa stärkere wachsende Bevölkerung, ziehen eine erhöhte Energienutzung im Land nach sich. Der Energiebedarf steigt jährlich um ca. 8 Prozent an. Dieser konnte bereits in der Vergangenheit nicht immer gedeckt werden, so dass besonders im Sommer Stromausfälle die Folge waren.

Auch in Zukunft wird mit zunehmenden Energieengpässen gerechnet. Unter anderem versucht die Regierung durch Privatisierung und Liberalisierung der Stromerzeugung und –versorgung diese Probleme zu beheben. Derzeit muss die Türkei rund zwei Drittel ihres Energiebedarfs importieren.

Diesem kostspieligen Defizit, das mit einer starken Importabhängigkeit verbunden ist, soll jedoch mittelfristig durch den Bau zahlreicher Wasserkraftwerke, umweltverträglicher Kohlekraftwerke und durch die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien begegnet werden.

Auf Grund des gewünschten EU-Beitritts konzentriert sich die Türkei darauf, im Bereich Energieversorgung den EU-Standards zu genügen. Der Gesamtinvestitionsbedarf wird hierbei auf mehrere Milliarden Euro geschätzt. Ein großer Anteil wird dabei in die Gewinnung alternativer Energieformen fließen.

Auch das gestiegene Bewusstsein für Umweltthemen und Energieeffizienz in der Bevölkerung und in der Verwaltung schlägt sich in der stetig steigenden Nachfrage nach alternativen Energien nieder. Hieraus ergeben sich auch für die Produzenten energietechnischer Anlagen und Ausrüstungen sowie für Dienstleister neue Möglichkeiten und Märkte.

Gesetzliche Grundlagen in der Türkei

Das Energiemarktgesetz, das am 4. März 2001 verabschiedet wurde, schafft den Rahmen für alle Aktivitäten auf dem neuen Energiemarkt in der Türkei. Das Gesetz wurde mit dem Ziel, einen freien Energiemarkt zu bilden, verabschiedet und löst damit das staatliche BOT-Modell (Build-Operate-Transfer) ab. Das Gesetz sieht die Privatisierung des Energiemarktes vor, mit der Ausnahme des Bereichs der Energiedurchleitung, der weiterhin in staatlicher Hand bleibt. Für die Koordination des Energiemarktes wurde die Regulierungsbehörde EMRA (Energy Market Regulatory Authority) gegründet, bei der seit September 2002 Anträge zur Lizenzierung von Energieprojekten eingereicht werden können. Durch das Gesetz sollen Investitionen im Bereich erneuerbare Energien gefördert, der Ausbau der Energiegewinnung auf dem Sektor vorangetrieben und Fördermaßnahmen ausgebaut werden.

Auch das Energie- Effizienz -Gesetz, welches am 2. Mai 2007 in Kraft trat, sieht die Verbesserung des Rechtsrahmens und den Abbau von bürokratischen Hemmnissen speziell für ausländische Investoren vor. Mit dem Gesetz soll die Gleichstellung von in- und ausländischen Investoren erreicht und gefördert und die Attraktivität der Energiegewinnung, durch Maßnahmen wie einer acht-prozentigen Mindesteinspeisung von erneuerbaren Energien, gesteigert werden.

Herkömmliche Energie

Erdgas und Erdöl
Die Gesamtvorräte an Erdgas und Erdöl in der Türkei würden gerade einmal für zwei Jahre den Gesamtenergiebedarf des Landes decken. Daher ist das Land auf den Import angewiesen. Erdgas bietet die Grundlage für ca. 46 Prozent der Stromproduktion; bei Erdöl werden lediglich 2,5% zur Elektrizitätsgewinnung verwendet. Beide Ressourcen müssen jedoch bis zu 90 Prozent importiert werden.

Im Zuge des steigenden Bewusstseins für Umweltschutz und effiziente Energienutzung steigt in Kombination mit der guten Baukonjunktur in der Türkei die Nachfrage nach Erdgasheizungen. Entscheidend für den Erfolg in diesem Sektor sind neue Technologien, die die Energieeffizienz erhöhen, aber auch dem steigenden Umweltbewusstsein Rechnung tragen, z.B. im Bereich der Verbrauchs– und Emissionswerte.

Kernenergie
Die Energiegewinnung durch Kernenergie wird seit der Billigung eines Gesetzesentwurfes zur Nutzung von Nuklearenergie aus dem Jahr 2007 durch den zuständigen Parlamentsausschuss wieder aktiv verfolgt. In Planung sind Atomkraftwerke, die die Türkei unabhängiger von ihren Öllieferanten machen sollen. In der Umsetzung bestehen einige Hindernisse, da das Know-How im eigenen Land nicht vorhanden, die Standortfrage nicht geklärt und die Nachfrage auf dem Weltmarkt sehr hoch ist.

Kohle
Auf türkischem Territorium lagern große Bestände der weltweiten Braunkohlevorkommen. Offiziell verfügt die Türkei über 4,2 Milliarden Tonnen Kohlereserven (0,5 Prozent der Weltreserven). Sie weisen allerdings zu ca. 68 Prozent nur einen geringen Brennwert auf. Nach Aussagen des Generaldirektors der staatlichen Elektrizitätsproduktionsgesellschaft (Elektrik Uretim A.S. – EUAS), Sefer Butun, stehen alle Kohlekraftwerke ohne Filteranlagen in der Türkei vor dem Aus. Fast alle türkischen Kohlekraftwerke sind mit überholter Technologie ausgestattet und arbeiten ohne Filteranlagen.


 


 

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