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„Wir konzipieren keine Autos für einzelne Gruppen sondern für einen globalen Markt“

Interview mit Philipp von Sahr, Leiter Vertrieb Deutschland der BMW Group

Wie schätzen Sie die Auswirkungen der aktuellenWirtschaftssituation auf Ihr Unternehmen ein?
Die Konsumzurückhaltung ist im Autohaus angekommen. Wir unternehmenalle Anstrengungen, um bei den aktuellen Gegebenheitenweiterhin erfolgreich zu sein. Wir konnten die erfolgreiche Entwicklungaus dem ersten Halbjahr zwar nicht beibehalten, setzen aberalles daran, mit den Zulassungen in Deutschland über dem Vorjahresergebniszu liegen. Das schaffen wir jedoch nur, wenn wir dieAutos profitabel verkaufen können.

Werden eventuelle Auswirkungen eher im Vertrieb oder in der gesamten Strategie spürbar sein?
Ein Ergebnis der Umsetzung unserer Konzernstrategie ist der gezielte Rückzug aus wenig profitablen Vertriebskanälen und die Optimierung unserer Erträge. So haben wir das Geschäft mit Privat- und Großkunden per September um 25.314 Neuzulassungen ausgebaut. Das Geschäft mit Autovermietern, Händler-Vorführwagen und dem konzerneigenen Fuhrpark hingegen haben wir um 20.394 Einheiten zurückgefahren. Mit der systematischen Steuerung junger Gebrauchtwagen in das europäische Ausland entlasten wir unsere Händler stärker von Leasing - und Autovermieter-Rückläufern und verbessern deren Rendite . Trotz des schwachen Automobilmarkts in Deutschland liegt diese immer noch weit über dem Branchenschnitt.

Was tun Sie konkret?
Wir müssen unsere Vorteile und unsere Innovationskraft ausspielen und BMW EfficientDynamics weiter vorantreiben, da wir hier einen klaren Wettbewerbsvorteil haben. Wer hätte vor ein paar Jahren gedacht, dass BMW die umweltfreundlichste Premiumautomobilmarke ist.
Bisher weniger beachtete Kundengruppen wollen wir wieder stärker erreichen. So sollen Fahrer von älteren BMW und MINI Automobilen mit adäquaten Angeboten wieder in unsere Häuser finden. Außerdem muss unser Adressmanagement besser zwischen Neuwagenverkauf, Gebrauchtwagengeschäft und Aftersales abgestimmt sein.

Ist das Thema „Ethnomarketing“ als Instrument einer gezielten Kundenansprache für Sie von Relevanz?
Wir positionieren BMW – aber auch MINI – global einheitlich als dynamische und innovative Premiummarke. Daher beschränken wir uns weitgehend auf den gezielten Einsatz von Kommunikationsmitteln und Marketingaktivitäten. Im Mittelpunkt steht dabei der Kunde und Interessent. Türken schätzen emotionale Fahrzeuge. Wir bieten sie ihnen!

Wie treten Sie an diese Zielgruppen heran?
Wir schalten derzeit Anzeigen zu den BMW 5er Editionen in der Hürriyet. Wir haben auch bereits hervorragende Erfahrungen in Berlin, Frankfurt und anderen Städten mit einer direkten Ansprache türkischer Kunden und Interessenten gemacht. Außerdem setzen wir vermehrt auch auf türkischstämmige Verkäufer. Darüber hinaus sind die Bedürfnisse unserer Kunden im Premiumsegment
jedoch international vergleichbar. Daher konzipieren wir keine Fahrzeuge für einzelne Gruppen, sondern für den globalen
Markt.

(Redaktion)


 


 

Interview mit Philipp von Sahr
Leiter Vertrieb
Deutschland der BMW Group

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