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Haftung einer GbR

Diese Punkte sind wichtig bei der Haftung einer GbR zu beachten

Wenngleich der organisatorische und finanzielle Aufwand bei der Gründung einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) verhältnismäßig gering ausfällt, so ist das Haftungsrisiko bei Vertragsunterzeichnung nicht zu unterschätzen.

Im Gegensatz zur GmbH haften die Gesellschafter (Gesellschafter Definition) bei einer GbR auch mit der Höhe Ihres Privatvermögens. Wahlweise werden dabei alle Gesellschaften zu gleichen Teilen für die Verbindlichkeiten des Gesellschafts Vertrag es. Ist ein Gesellschafter der GbR auch eine GmbH, was möglich ist, dann kann die Haftung aber beschränkt werden. Eine solche Klausel lässt sich auch in den Gesellschaftsvertrag hineinschreiben und kann die Verhältnisse zwischen den Vertragspartnern klären. Allerdings ist dies nicht Teil der Allgemeinen Geschäftsbedingungen.

Vertrag ist Pflicht

Es empfiehlt sich in jedem Fall, einen schriftlichen Vertrag aufzusetzen. Dieses formfreie Abkommen zwischen den Vertragspartnern ist dazu da, Ihre Rechte und Pflichten zu klären. Achten Sie weiterhin darauf, dass folgende Elemente Bestandteil des Gesellschaftsvertrages sind:

  • Der eigentliche Gesellschaftszweck
  • Geschäftsführung und die äußere Vertretung
  • Genauer Name und Firmenbezeichnung
  • Vergütung
  • Gewinn- und Verlustverteilung
  • Informations- und Kontrollrecht
  • Regelung im Falle des Ausscheidens eines Gesellschafters
  • Regelungen im Todesfall eines Vertragspartners
  • Wettbewerbsverbot

Wichtige Grundvoraussetzung ist, dass die GbR keine kaufmännischen Absichten verfolgt. Der Jahresumsatz darf 250.000 Euro nicht überschreiten, ansonsten muss das Unternehmen in eine Offene Handelsgesellschaft , kurz OHG genannt (zur OHG Rechtsform), umgewandelt werden. Die Rechtsform der GbR wird als Kleingewerbe (Kleingewerbe Rechtsform) verstanden und durch diesen Status müssen Sie diese auch nicht im Handelsregister (Handelsregister Definition) eintragen.

Wie sorgen Sie Haftungsproblemen vor?

Bevor Sie sich ins Abenteuer GbR stürzen, lohnt es sich im Vorfeld, einige Fragen für Sich und die Gesellschaftspartner zu beantworten. Es gilt dabei, die folgenden Punkte genaustens zu begutachten:

  • Wählen Sie sich einen zuverlässigen Geschäftspartner aus. Selbst aus den besten Freunden können im Unternehmensfall große Feinde werden, wenn es um Streitigkeiten und finanzielle Probleme geht. Überlegen Sie daher gut, mit wem Sie sich dabei einlassen. Besonders in schweren Zeiten sollte dieser Geschäftspartner zuverlässig sein.
  • Bestehen Sie immer auf einen schriftlichen Vertrag. Auch wenn eine GbR theoretisch auch mündlich und formlos gegründet werden kann, empfiehlt es sich immer, alle Punkte auch schriftlich festzuhalten.
  • Suchen Sie sich vor der Vertragsregelung schriftlichen Beistand. So können Sie Ihre Haftung beispielsweise beschränken. Auch können Sie die Befugnisse innerhalb des Vertrages speziell regeln und Tätigkeitsbereiche aufteilen.
  • Regeln Sie im Vorfeld, wie Sie sich zukünftig bei Rechtsstreitigkeiten verhalten.
  • Eine Regelung für den Wechsel oder Ausstieg eines Gesellschafters sollte dringend vertraglich integriert werden. Auch Kündigungsgründe, Abfindungsansprüche oder Regularien für die Haftung eines Gesellschafters nach seinem Ausstieg sollten festgehalten werden.

Es empfiehlt sich im Allgemeinen, auf jedes Detail vorbereitet zu sein. Auch wenn die einzelnen Szenarien teilweise recht unrealistisch erscheinen, ist es sinnvoll, sich im Vorfeld intensiv mit allen Optionen auseinanderzusetzen. Sollte kein Geld für einen Anwalt vorhanden sein, empfiehlt sich eventuell ein Gründungscoaching. Hier werden Sie ebenfalls über alle wichtigen Faktoren informiert.

Fazit:

Die Unkompliziertheit einer GbR-Gründung sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass rechtliche Rahmenbedingungen eingehalten werden müssen. Es empfiehlt sich daher, im Vorfeld alle Haftungsbeschränkungen innerhalb der GbR vertraglich festzulegen und dabei auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein.

Tipp der Redaktion:

Es ist nützlich im Vertrag festzulegen, dass ein Gesellschafter für alle Dinge haftet, die während der Zeit seiner Zuständigkeit geschehen sind. So kann er auch juristisch nach seinem Ausstieg dafür belangt werden.

(Christian Weis)


 


 

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