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Recycling-Offensive

100.000t CO2 pro Jahr durch mehr Wertstoffsammlung einsparen

Mit dem Ausbau der Mülltrennung und einer besseren Verwertung von Biomüll will die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt den CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2012 um jährlich 100.000 Tonnen senken. Hierzu sollen die Sammelmengen der blauen Altpapier- sowie der grünen Biotonne erhöht und aus Bioabfällen Biogas erzeugt werden.

Über die Gelbe Tonne sollen künftig neben Verpackungsmaterial, auch andere Kunststoffe und Metalle gesammelt und anschließend effizient recycelt werden. Auch die Altglassammlung soll optimiert werden. Christian Maaß, Umweltstaatsrat der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, sagte: „Viele Hamburger sammeln bereits Papier, Glas oder andere Wertstoffe, aber im Vergleich zu anderen Großstädten müssen wir besser werden, um eine würdige Umwelthauptstadt Europas zu werden.“

Gemeinsam mit der Stadtreinigung Hamburg will daher die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt

- die Sammelmenge von Altpapier um 30.000 Tonnen pro Jahr erhöhen. Das entspricht einem Zuwachs von ca. 30 Prozent. Die Sammlung von Altpapier über die Blaue Tonne wird von der Stadtreinigung Hamburg seit Mitte letzten Jahres für alle Haushalte gebührenfrei angeboten. Seit April 2008 wurden in Hamburg 93.500 neue Blaue Tonnen bestellt und ausgeliefert. Damit sind insgesamt fast 380.000 Haushalte angeschlossen. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass die Nutzer der Blauen Tonnen deutlich mehr Altpapier sammeln als die Nutzer der Depotcontainer. Um die angestrebte Mengensteigerung um jährlich 30.000 Tonnen Altpapier zu erreichen, müssten allerdings rechnerisch noch 280.000 Haushalte zusätzlich angeschlossen werden. 

- die Menge getrennter Bioabfälle um 20.000 Tonnen pro Jahr maximieren. Das entspricht einer Anhebung von 70 Prozent. Die Biotonne wird bisher nur in Teilen des Stadtgebiets angeboten. Dieses Angebot soll deutlich ausgeweitet werden

- gleichzeitig soll aus den Bioabfällen vor ihrer Kompostierung Biogas erzeugt werden. Dazu soll auch eine neue Vergärungsanlage errichtet werden.

- die Sammelmenge von Altglas um 15 Prozent steigern, was einer Anhebung von 5.000 Tonnen Altglas pro Jahr entspricht. Die Stellplätze für Altglascontainer und die Versorgung der Wohnungswirtschaft mit haushaltsnahen Glasbehältern sollen optimiert werden. Geplant sind darüber hinaus in Einzelfällen auch so genannte Unterflurcontainer. 

- die Sammelmenge recyclingfähiger Verpackungen und Materialien um 12.000 Tonnen pro Jahr erhöhen und damit um 40 Prozent steigern. Hierzu sollen in der „Hamburger Wertstofftonne“ Verpackungen gemeinsam mit Kunststoffen und Metallen gesammelt werden können. Dies setzt jedoch noch juristische Klärungen und entsprechende Absprachen mit den privaten Betreibern Dualer Systeme voraus.

Hintergrund:

Im Auftrag der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt hat das Freiburger Öko Institut ein Gutachten über Klimaschutz-Potenziale im Abfallbereich erstellt. Das Ergebnis der Untersuchung war, dass eine sorgfältigere Mülltrennung und eine optimierte energetische Nutzung von Bioabfällen mit relativ geringem Aufwand erhebliche Verbesserungen des Klimaschutzes mit sich bringen würden. Hamburg ist bereits 1999 aus der klimaschädlichen Abfall-Deponierung ausgestiegen und entsorgt seinen Restmüll in vier hochwertigen Müllverbrennungsanlagen. 

Durch den Ausbau von Wertstofferfassungssystemen wie der Blauen Tonne und der Biotonne soll den Hamburgern die Mülltrennung möglichst leicht gemacht werden. Das gilt auch für die Erfassung von Verpackungsmaterialien. Die Sammlung von Altpapier über die Blaue Tonne wird von der Stadtreinigung Hamburg seit Mitte letzten Jahres für alle Haushalte gebührenfrei angeboten. 

Das Recycling einer Tonne Altpapier bedeutet eine Einsparung von etwa 1,5 t CO2 gegenüber dem Verbleib im Restmüll und dessen Verbrennung. Und das, obwohl selbst dieser Restmüll in Hamburgs modernen Müllverbrennungsanlagen zur Strom- und Fernwärmeerzeugung genutzt wird und dabei klimaschädliche fossile Brennstoffe konventioneller Kraftwerke ersetzt. Beim Einsatz von Altpapier werden gegenüber der Gewinnung und dem Einsatz von Primärfasern nur rund ein Drittel der Wassermenge und der Energie benötigt. 

Aus Bioabfällen wird wertvoller Kompost gewonnen. Zukünftig könnte aus Bioabfällen vor der Kompostierung noch durch Vergärung Biogas erzeugt werden. Das Recycling von Altglas spart gegenüber der Produktion von Glas aus Primärrohstoffen 60% Energie. Durch das Recycling von Verpackungen (Kunststoffe, Metalle und Verbundmaterialien) werden bis zu 1kg CO2- pro kg Verpackungsmaterial vermieden.
 

Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt

(Redaktion)


 


 

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