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Interviewreihe "9 Fragen für 2009"

9 Fragen an ... Prof. Dr. Peer Witten, Vorsitzender des Kuratoriums und Sprecher der Logistik-Initiative Hamburg

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Prof. Dr. Peer Witten ist Aufsichtsratsmitglied der Otto Group, Aufsichtsratsvorsitzender der Hamburger Hafen und Logistik AG sowie Vorsitzender des Kuratoriums und Sprecher der Logistik-Initiative Hamburg. hamburg.business-on.de befragte im Rahmen der Interviewreihe "9 Fragen für 2009" Prof. Dr. Peer Witten zu seinen Prognosen für 2009.

hamburg.business-on.de: Welches Ereignis in der Metropolregion Hamburg wollen Sie in diesem Jahr auf keinen Fall verpassen?

Prof. Dr. Peer Witten: Ein besonderes Highlight steht am 16. April 2009 auf dem Programm. Beim zweiten bundesweiten „Tag der Logistik“ zeigt die Hamburger Metropolregion als einer der wichtigsten Logistikstandorte in Europa, wie Logistik funktioniert und welche Dynamik diese Branche entfacht. Zahlreiche Logistikdienstleister aus der Metropolregion geben Einblicke in Ihre Logistikabläufe, Industrie- und Handelsunternehmen zeigen, wie ihre Logistik funktioniert, Bildungseinrichtungen stellen aktuelle Forschungsprojekte vor und eine Job- und Karrierebörse bietet Bewerbern die Möglichkeit, mit potenziellen Arbeitgebern direkt in Kontakt zu treten. Der „Tag der Logistik“ ist ein Top-Ereignis innerhalb unserer Branche: Weil er die Logistik in allen ihren Facetten darstellt und vor allem junge Menschen bewegt, die Potenziale unserer Branche zu eruieren.

hamburg.business-on.de: 2008 war das Jahr der Krisen. Glauben Sie, dass sich die Prognosen für 2009 bestätigen werden oder sind Sie der Ansicht, dass die Wirtschaftskrise von den Medien aufgebauscht wird?

Prof. Dr. Peer Witten: Die Finanzkrise hat im vergangenen Jahr eine weltweite wirtschaftliche Negativwelle ausgelöst, daran besteht kein Zweifel. Bei all den Meldungen, die in den vergangenen Wochen durch die Presse gingen, habe ich den Optimismus aber nicht verloren: Die derzeitige Wachstumspause bietet die Chance, uns für künftiges Wachstum zu rüsten und die Infrastruktur konsequent weiter ausbauen. Es bleibt zu hoffen, dass uns die wirtschaftliche Rezession nicht zu lange und allzu tief trifft.

hamburg.business-on.de: Wie wird sich die vermeintliche Wirtschaftskrise Ihrer Meinung nach auf den Wirtschaftsstandort Hamburg auswirken? Merken Sie ihre Auswirkungen bereits in Ihrer Branche?

Prof. Dr. Peer Witten: Natürlich geht der Konjunktureinbruch nicht spurlos an unserem Wirtschaftsstandort vorüber. Der wirtschaftliche Einbruch in China, dem wichtigsten Handelspartner der Elbmetropole, und die Absatzschwierigkeiten in Schlüsselindustrien wie der Automobilbranche, haben Ende 2008 bereits zu einer Wachstumspause am Hamburger Hafen geführt. Die Krise ist damit aber nicht nur bei den großen Containerreedereien und Logistikdienstleistern angekommen. Besonders für kleinere Logistikunternehmen in der Metropolregion Hamburg wird es zunehmend enger. Eine gewisse Marktbereinigung wird nicht ausbleiben.

hamburg.business-on.de: Welche Themen werden das Jahr 2009 Ihrer Meinung nach bestimmen – in der Region Hamburg und auf internationaler Ebene?

Prof. Dr. Peer Witten: Auf internationaler Ebene werden uns weiterhin die Themen „Globalisierung“ und „internationale Arbeitsteilung“ vor dem Hintergrund der Klimadiskussion beschäftigen. Für die Region Hamburg erwarte ich mit Spannung, welche konkreten Pläne der neue Hamburger Senat mit der Weiterentwicklung seines Leitmotivs „Hamburg wachsende Stadt“ verfolgt und wir wollen dazu beitragen, dass Hamburgs Logistik zu einer nachhaltig wirtschaftenden Branche wird.

hamburg.business-on.de: Die Hamburger schwarz-grüne Koalition ist die erste auf Landesebene. Mit Themen wie dem Kohlekraftwerk Moorburg und der Elbvertiefung wird sie immer wieder vor Zerreißproben gestellt. Welche Prognosen geben sie der Hamburger Landesregierung für das Jahr 2009? Was wird sie erreichen, was wird sie nicht erreichen?

Prof. Dr. Peer Witten: Ökonomische und ökologische Interessen schließen sich nicht aus. Deshalb gebe ich dem schwarz-grünen Hamburger Senat gute Chancen, Wohlstand und Beschäftigung in unserer Stadt auf hohem Niveau zu halten, den Lebensstandard der Bürger zu verbessern und umweltschonende Verkehrs- und Infrastrukturprojekte zu realisieren.

hamburg.business-on.de: In welchem Hamburger Unternehmen würden Sie gerne einmal eine Woche lang arbeiten?

Prof. Dr. Peer Witten: Ehrlich gesagt habe ich mir darüber bisher noch nie Gedanken gemacht. Ich habe und hatte über meine gesamte berufliche Laufbahn hinweg das Glück, mich spannenden und vielseitigen Herausforderungen stellen zu dürfen - sei es als Vorstand der Otto Group, Vorstandsvorsitzender der Bundesvereinigung Logistik oder in meinen heutigen Funktionen als Aufsichtsrat der Otto Group und Aufsichtsratsvorsitzender der Hamburger Hafen und Logistik AG sowie als Vorsitzender des Kuratoriums und Sprecher der Logistik-Initiative Hamburg.

hamburg.business-on.de: Mit welchem Tabellenplatz wird der HSV Ihrer Meinung nach die laufende Bundesligasaison beenden?

Prof. Dr. Peer Witten: Natürlich würde ich mich freuen, wenn der HSV am Ende der Saison ganz oben stünde. Aber ich möchte realistisch bleiben: Platz drei – und damit eine Eintrittskarte für die Champions League zu lösen – müsste nach der starken Hinrunde des HSV erreichbar sein.

hamburg.business-on.de: Was wünschen Sie der Stadt Hamburg für 2009?

Prof. Dr. Peer Witten: Dass der Konjunktureinbruch unsere Hansestadt nicht allzu hart trifft und die Prognosen für künftiges Wachstum auch in der zweiten Jahreshälfte noch Bestand haben.

hamburg.business-on.de: Haben Sie persönlich für 2009 „gute Vorsätze“ gefasst?

Prof. Dr. Peer Witten: Ich habe einen faszinierenden Beruf und eine tolle Familie. Eigentlich gibt es nichts, was sich aus meiner Sicht unbedingt ändern müsste.

hamburg.business-on.de: Vielen Dank für das Gespräch, Herr Prof. Dr. Witten. Wir wünschen Ihnen alles Gute für das neue Jahr.

(Redaktion)



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Bild Nr. 1 © Logistik-Initiative Hamburg


 

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