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Abfallwirtschaft

Wissenstransfer: Hamburger Experten helfen in Brasilien und Nicaragua beim Elektroschrott

Wissenschaftler der Technischen Universität Hamburg arbeiten in einem internationalen Team an der Verbesserung der Hochschullehrpläne für die Abfallwirtschaft in Brasilien und Nicaragua mit.

Jährlich fallen weltweit etwa 53 Millionen Tonnen Elektronikschrott an. Das entspricht im Durchschnitt etwa 7,3 Kilogramm pro Person im Jahr 2019. Wie Sascha Diedler, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Arbeitsgruppe „Sustainable Resource and Waste Management“ an der Technischen Universität Hamburg (TUHH), in einer Pressemitteilung der Universität sagt, wachse gerade in Entwicklungs- und Schwellenländern das Aufkommen an Elektroaltgeräten besonders schnell.

Verantwortlich seien dafür beispielsweise gesteigerter Wohlstand, die Digitalisierung, veränderte Konsumgewohnheiten und das Bevölkerungswachstum. Zudem exportieren Industrieländer ihre Altgeräte häufig ins Ausland. „Während es in Europa bereits gute Prozesse im Umgang mit Elektroaltgeräten gibt, könnten sich hier Länder wie Brasilien oder Nicaragua noch etwas abschauen. Genau hier setzt unsere Arbeit an“, so Diedler.

Weltweites Müllaufkommen – internationaler Lösungsansatz

Der Experte für Abfallressourcenwirtschaft ist Teil des internationalen Projekts Laweeeda (Latin American-European network on waste electrical and electronic equipment research, development and analyses). Ziel des Laweeeda-Teams ist es, die Lehrinhalte an Hochschulen in Brasilien und Nicaragua im Bereich der Abfallwirtschaft moderner und qualitativ hochwertiger zu gestalten.

Um den zunehmenden Abfallmengen gerecht zu werden, bewerteten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler laut TUHH-Informationen die Ausgangslage vor Ort. „Nur wenige Menschen aus Nicaragua oder Brasilien halten sich an gesetzliche Vorgaben für die Abfallentsorgung, geschweige denn für Elektroaltgeräte. Kaputte Kühlschränke, Waschmaschinen oder auch Computer werden häufig am Straßenrand oder in illegalen Sammelstellen entsorgt“, sagt Diedler. Besonders problematisch sei dabei auch der Umgang mit Gefahrgütern, wie Kühlflüssigkeiten, Akkus oder auch Batterien, die häufig in der Natur entsorgt würden.

Sensibilisierung für Nachhaltigkeit und Umweltaspekte

In enger Zusammenarbeit zwischen den Projektpartnern entstand auf dieser Basis ein innovatives Bildungsprogramm für Nicaragua und Brasilien. In neu konzipierten Vorlesungen, Übungen und Exkursionen soll der wissenschaftliche Nachwuchs für mehr Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein im Kontext von Abfallthemen sensibilisiert werden. Darauf folgt eine Spezialisierung in Richtung Elektroschrott und wie dieser fachgerecht getrennt, wiederverwertet oder auch endgelagert werden kann. Dafür haben die Studierenden die Möglichkeit sich in neu gestalteten Werkstätten mit elektronischen Altgeräten und dessen Bestandteilen vertraut zu machen. Wirtschaftliche Lehrinhalte sollen zudem motivieren, vorhandene Prozesse der Abfallwirtschaft in eigenen Unternehmen umzusetzen und weiterzuentwickeln.

Weitere Informationen zum Projekt gibt es unter www.laweeeda.ict.unesp.br.

(Redaktion)


 


 

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