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Abgeltungssteuer

Werbungskosten: Musterverfahren ist entschieden

Das Finanzgericht Köln hat in einem aktuellen Urteil (7 K 244/12) entschieden, dass Werbungskosten weiterhin unbeschränkt als nachträgliche Werbungskosten abgezogen werden können.

Die Voraussetzung dafür ist, dass die Aufwendungen im Zusammenhang mit Kapitalerträgen stehen, die dem Steuerpflichtigen vor dem 1. Januar 2009 zugeflossen sind. Das im Jahr 2009 mit der Abgeltungsteuer bei den Einkünften aus Kapitalvermögen eingeführte Abzugsverbot für Werbungskosten findet damit in diesem Bereich keine Anwendung. Allerdings ist die Revision zugelassen.

Im verhandelten Fall hatte der Kläger hat Kapitaleinkünfte für das Streitjahr 2010 in Höhe von 11.000 Euro erklärt. Zusätzlich machte er Steuerberatungskosten in Höhe von 12.000 Euro als Werbungskosten geltend. Diese waren im Rahmen einer Selbstanzeige der Jahre 2002 bis 2008 entstanden. Das Finanzamt gewährte allerdings lediglich den Sparer-Pauschbetrag. Die Anerkennung der tatsächlich entstandenen Werbungskosten lehnte es ab. Grund dafür sei ein einschlägiges Schreiben des Bundesfinanzministeriums, wonach das mit der Abgeltungsteuer eingeführte Werbungskostenabzugsverbot im Hinblick auf das geltende Abflussprinzip auch anzuwenden ist, wenn die ab 2009 entstandenen Kosten früher zugeflossene Kapitalerträge betreffen.

In der Urteilsbegründung hieß es, dass dieAnwendungsregelung (§ 52a Abs. 10 Satz 10 EStG) ausdrücklich vorsieht, dass die entsprechenden Vorschriften der Abgeltungsteuer erstmals auf nach dem 31. Dezember. 2008 zufließende Kapitalerträge anzuwenden sind. Zusätzlich ist nach Ansicht der Richter neben den tatsächlichen Werbungskosten in Bezug auf die Einkünfte vor 2009 dem Kläger im Streitfall für die Kapitalerträge aus 2010 zusätzlich der Sparer-Pauschbetrag zu gewähren. Denn hier kommen im Grunde zwei Besteuerungssysteme nebeneinander zur Anwendung.

Hinweis der Redaktion: Über die Abziehbarkeit von tatsächlichen Werbungskosten entscheidet nach Ansicht des FG Köln nicht der Zeitpunkt des Abflusses der betreffenden Aufwendungen. Maßgeblich ist vielmehr, wann die den Aufwendungen zuzuordnenden Kapitalerträge zufließen. Es läuft bereits ein Revisionsverfahren unter dem Aktenzeichen VIII R 53/12 beim Bundesfinanzhof (BFH).

Quelle: Finanzgericht Köln

(Redaktion)


 


 

Anwendung
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