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Anlageabsichten niedrig

ABGELTUNGSTEUER: NOCH KEIN ANLAGEBOOM IN SICHT

Die Bereitschaft der Bundesbürger, Geld neu anzulegen oder vorhandene Anlagevermögen umzuschichten hat seit Beginn des Jahres zugenommen - ein regelrechter Anlageboom infolge der kommenden Abgeltungsteuer ist aber nach wie vor nicht in Sicht.

Zudem verfügt weiterhin nur etwas mehr als jeder vierte Bundesbürger (28%) über fundierte Kenntnisse zur Neuregelung der Besteuerung privater Kapitalerträge . Dies zeigt die aktuelle Ausgabe der Finanzmarkt-Studie „Absatzpotenzial und Abgeltungsteuer 2009“ des Marktforschungs- und Beratungsinstituts psychonomics AG. 1.500 Bundesbürger ab 18 Jahren werden regelmäßig repräsentativ zu ihren Anlageabsichten, den bevorzugten Finanzprodukten und Anbietern sowie zur Abgeltungsteuer befragt.

Demnach denkt derzeit rund jeder dritte Bundesbürger (34%) zumindest gelegentlich darüber nach, in neue Geldanlagen zu investieren oder bestehende zu wechseln, rund 3,6 Mio. Bankkunden überlegen einen Abschluss im laufenden dritten Quartal. Der von psychonomics quartalsweise ermittelte Absatzpotenzial-Index „ANDEX“ für den deutschen Privatanlegermarkt zeigt mit aktuell 63,1 Indexpunkten im Vergleich zu den Vorquartalen eine anziehende Tendenz (Q1: 57,1; Q2: 60,3; Wertbereich von 0 bis 100), größere Absatzsprünge sind kurzfristig aber nicht zu erwarten.

„Das (Neu-)Geschäft mit der Abgeltungsteuer liegt noch unter den Erwartungen der Bankinstitute, zumal eine breitere Information und Aktivierung der Bevölkerungbislang nicht gelungen ist. Erfahrungsgemäß ändert sich dies zumindest teilweiseaber noch mit wachsender Nähe zum „Stichtag.“, kommentiert Dr. Karsten Schulte, Finanzmarktforschungsexperte bei der psychonomics AG. Besonders abschlussaffin in punkto Geldanlagen zeigen sich derzeit vor allemvermögendere Privatkunden und Selbständige; Beamte sind – obwohl mit 54 Prozentgenereller Abschlussbereitschaft überdurchschnittlich stark interessiert – bei ihrer konkreten Entscheidungsfindung oft sehr zögerlich. Übergreifend gilt: Die konkrete Abschlussintention ist bei den Bundesbürgern mit einem hohen Kenntnisstand zur Abgeltungsteuer deutlich höher, als bei Personen ohne solche Kenntnisse.

Nach den geeigneten Geldanlagen und Anbietern wird häufig noch gesucht

Anlagefavoriten der Bundesbürger sind aktuell weiterhin Sparanlagen (10%), Aktienfonds (9%) und Tagesgeld - sowie Festgeldkonten (je 7%). Gleichzeitigzeichnet sich bereits ein Rückzug aus zukünftig von der Abgeltungsteuerbetroffenen Anlageprodukten wie Aktien oder Fondssparplänen ab, der teils aber auch mit den Turbulenzen auf den Finanzmärkten in Zusammenhang stehen dürfte. Bei Sparanlagen – die besonders von älteren Kunden bevorzugt werden, sind dieTop 3 der präferierten Anbieter die Sparkassen, gefolgt von der Postbank und der Dresdner Bank. Bei den Aktienfonds sind neben den Sparkassen als mögliche Produktgeber vor allem die Volks- und Raiffeisenbanken sowie die Dresdner Bank für die Kunden attraktiv, im Bereich der Tagesgeldkonten genießen hinter den Sparkassen vor allem die Deutsche Bank und die Sparda Banken ein hohes Vertrauen bei den Kunden.

Knapp die Hälfte der grundsätzlich anlagebereiten Bundesbürger haben sich hingegen noch nicht auf bestimmte Anlageformen festgelegt und befinden sich nochin der Orientierungsphase. Auch über das persönlich am besten geeignete Bankinstitut herrscht vielfach noch Unsicherheit. „Die weitere Entwicklung verspricht einige Spannung, derzeit ist das Rennen um Kunden und Abschlüsse noch weitgehend offen. Die Bankinstitute und Finanzberater werden ihre Anstrengungen im Zusammenhang mit der Abgeltungsteuer im Herbstsicher noch deutlich erhöhen., so Dr. Schulte.

Große Bandbreite der Anlagesummen - Kapitalanlage im Ausland nur für wenige attraktiv

43 Prozent der anlagebereiten Bankkunden beabsichtigen im laufenden Jahr noch Geldbeträge von mindestens 10.000 Euro anzulegen; ein Teil davon ist auch „neues“, d.h. bisher nicht investiertes Geld. Zur Disposition stehen aber nicht nur größere Beträge: 38 Prozent wollen maximal 5.000 Euro in Finanzprodukteanlegen, der Großteil „neuen“ Geldes entfällt auf Anlagebeträge bis maximal 2.000 Euro. Mehr als jeder vierte Bundesbürger (28%) hält Geldanlagen im Ausland vor dem Hintergrund der kommenden Abgeltungsteuer grundsätzlich für sinnvoll, nur rund 7 Prozent haben diese Möglichkeit aber für sich persönlich bereits in Betrachtgezogen. Die komplette rund 60-seitige Studie „Absatzpotenzial und Abgeltungsteuer 2009“ (Ausgabe III / 2008) mit zahlreichen Differenzierungen nach Einkommen und weiteren soziodemographischen Merkmalen sowie nach einzelnen Produktgruppen und Anbietern ist über die psychonomics AG bestellbar. Die kommende Ausgabe erscheint im Oktober 2008. Weitere Studieninfo: www.psychonomics.de/abgeltungsteuer

Quelle: psychonomics.de

(Redaktion)


 


 

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