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Abmahnstudie 2016

Jeder zweite Online-Händler sieht seine Existenz bedroht

Für rund die Hälfte der Online-Händler (49 Prozent) stellen Abmahnungen eine akute Existenzbedrohung dar. Das ist ein Ergebnis der Studie „Abmahnungen im Online-Handel”, die der Dienstleister für Online-Shops, Trusted Shops, bereits zum fünften Mal durchgeführt hat.

Die Trusted-Shops-Studie deckt Problemfelder im Online-Handel auf und zeigt, welche konkreten Maßnahmen sich Online-Händler wünschen, um den zunehmenden Missbrauch wettbewerbsrechtlicher Abmahnungen einzudämmen. Für die Studie wurden von Mitte Juni 2016 bis Mitte Juli 2016 im Rahmen einer Internet-Befragung 993 Online-Händler befragt.

2016 höhere Kosten pro Abmahnung als im Vorjahr

Bei den teilnehmenden Händlern 2016 wurden laut Trusted Shops insgesamt 251 Verstöße abgemahnt. Die finanzielle Belastung für den Onlinehandel werde bei den Kosten pro Abmahnung deutlich: Sanken die Kosten pro Abmahnung in den vergangenen Jahren, so habe sich dieser Trend nun umgekehrt. 48 Prozent der Händler verzeichneten Kosten in Höhe von mehr als 1.500 Euro pro Abmahnung (2015: 39 Prozent). Das Problem, so der Online-Dienstleister: Häufig bleibe es nicht nur bei einer einzigen Abmahnung im Jahr; die Kosten summierten sich. So empfinde rund jeder zweite Online-Händler (49 Prozent) Abmahnungen als eine akute Existenzbedrohung für sein Unternehmen (2015: 47 Prozent).

Häufigster Grund für eine Abmahnung sind Missachtung von Markenrechten (17 Prozent), Fehler in Bezug auf das Widerrufsrecht (17 Prozent) und falsche bzw. irreführende Preisangaben (14 Prozent).

Gegenwehr häufig erfolgreich

52 Prozent der deutschen Online-Händler nutzen die Möglichkeit, sich vor Abmahnungen zu schützen. Dabei wenden sie durchschnittlich 1.056 Euro pro Jahr auf. „Im Hinblick auf die drohenden Kosten für Abmahnungen lohnt es sich für Händler, sich rechtlich beim Betreiben eines Online-Shops beraten zu lassen“, sagt Dr. Carsten Föhlisch, Leiter der Rechtsabteilung von Trusted Shops.

Aber auch wenn es zur Abmahnung kommt, könne es sich lohnen, dagegen vorzugehen: 71 Prozent der Händler gaben an, dass sie sich gegen eine Abmahnung zur Wehr gesetzt haben. Drei von vier Händlern waren dabei erfolgreich: Entweder hat der Gegner die Abmahnung komplett zurückgezogen (12 Prozent), das Vorgehen hat zu einer Kostenreduktion geführt (27 Prozent) oder der Gegner hat zumindest die Änderung der Unterlassungserklärung akzeptiert (37 Prozent).

Wunsch: Mitbewerber sollten nicht mehr abmahnen dürfen

Die Studie beleuchtet nicht nur die aktuelle Situation. Die Teilnehmenden konnten darüber hinaus Vorschläge machen, mit welchen Maßnahmen „der Abmahn-Wahn“, so der Online-Dienstleister, eingedämmt werden könne. An erster Stelle der Vorschläge: 14 Prozent der Teilnehmenden sprechen sich für limitierte Anwaltskosten aus.

Auf Platz 2 landete mit 13 Prozent die Forderung nach einfacheren Gesetzen. Ebenfalls 13 Prozent fordern, dass Mitbewerber nicht mehr abmahnen dürfen, sondern nur noch staatliche Behörden oder zugelassene Verbände.

„Abmahnungen stellen für Online-Händler leider nach wie vor eine akute Existenzbedrohung dar – das belegt die diesjährige Studie noch deutlicher als in den Vorjahren. Dabei würden weniger und einfacher zu erfüllende Pflichten den Händlern schon helfen“, sagt der Experte Föhlisch.

(Redaktion)


 


 

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