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AGA-Europa-Abend 2018

Sigmar Gabriel: „Ein besseres Europa kommt nicht von allein“

Anfang September 2018 war es wieder soweit: Zum 29. Mal feierte der AGA Unternehmensverband seinen EuropaAbend. Diesjähriger Festredner war der Bundesminister a. D. und langjährige SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel, der über Deutschlands Rolle in Europa sprach.

Mahr als 200 Unternehmer, Vertreter aus Verwaltung, Politik und Medien sowie Repräsentanten des konsularischen Korps waren der Einladung des Verbands gefolgt, um ein Zeichen für Europa zu setzen. Die Veranstaltung fand im Börsensaal der Handelskammer Hamburg statt.

Wettbewerbsfähigkeit erhalten

„Wir müssen lernen, dass Europa aus vielen Kleinen und nicht aus wenigen Großen besteht. Um die europäischen Probleme verstehen zu können, muss man sich in die Schuhe der Kleinsten stellen“, sagte Sigmar Gabriel in seiner Festrede mit dem Thema „Deutschlands Rolle in Europa“ und fügte hinzu: „Wir werden einen Teil unseres Wohlstandes in Europa investieren müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Aber ich habe die Sorge, dass wir nur ins Heute statt ins Morgen investieren. Europa ist kein Nullsummenspiel, aber durch das Zusammenspiel aller haben alle mehr.“

Gabriel warnte allerdings auch vor einem Bruch der Europäischen Union: „Die EU steht gerade zum ersten Mal vor der Situation, wo ein Scheitern möglich ist.“ In diesem Zusammenhang verwies der Politiker auf die besondere Rolle Deutschlands in Europa: „Bislang haben wir die unbequemen Fragen den Anderen überlassen. Jetzt müssen wir uns einmischen.“ Am Schluss seiner Rede appellierte der SPD-Politiker an alle Anwesenden: „Werben Sie für Europa – in Ihrem Betrieb, in Ihrem Sportverein, in Ihrem privaten Umfeld. Ein besseres Europa kommt nicht von allein.“

Gemeinschaftsswerk, auf das alle einzahlen

AGA-Präsident Dr. Hans Fabian Kruse unterstrich in seiner Rede die Stärke der Staatengemeinschaft: „Europa ist ein Gemeinschaftswerk, das nur so gut sein kann, wie seine Mitglieder verstandesmäßig, emotional und ökonomisch darauf einzahlen.“ Dabei betonte Dr. Kruse die Verantwortung der Bundesrepublik: „Deutschland ist allein wegen seiner geografischen Lage und seiner wirtschaftlichen Stärke ein wesentlicher Bestandteil der Europäischen Union und hat damit eine große Verantwortung, der wir aber auch gerecht werden müssen. Es ist unsere Aufgabe, die anderen Mitgliedsländer und ihre Bewohner zu kennen und zu verstehen, aber auch mit ihnen gemeinsam gute Lösungen zu finden.“

Am Ende seiner Rede ging Dr. Kruse auf das angespannte Verhältnis zu den USA ein: „Amerika fällt aktuell als zuverlässiger und berechenbarer Partner aus. Niemand weiß, wen Präsident Donald Trump als nächstes zu seinem Feind erklärt und ihn mit 280 Twitter-Zeichen vor sich hertreibt. Durch eben diese Unberechenbarkeit entsteht ein Machtvakuum in der Welt und mehr denn je ist es unsere Aufgabe, als Europäer dieses Vakuum sinnvoll zu füllen. Dazu gehört auch, dass wir den Euro stärken und schrittweise als Alternative zum Dollar anbieten – bevor es der Yuan tut. Jetzt werden Weichen gestellt und die Zukunft unserer Staatengemeinschaft wird bestimmt. Lassen Sie uns aktiv daran mitarbeiten.“

(Redaktion)


 


 

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