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Aktienmärkte in den USA verzeichnen Rekorde über Rekorde – wohin führt das?

Die Wall Street feiert derzeit einen neuen Rekord nach dem anderen. Andere Weltbörsen hinken dagegen hinterher. Gold und Silber enttäuschen erneut. Osteuropa-Börsen bleiben selektiv Outperformer. Kryptowährungen kommen selektiv wieder.

Boom an der Wall Street

Der Dow-Jones-Index (DJI), der sich aus 30 Aktien zusammensetzt, stieg am 21. September auf das neue Allzeithoch von 26.750 Indexpunkten. Auch der marktbreitere S&P-Index mit 500 Aktien erreichte mit fast 2.940 Punkten ein neues Allzeithoch, konsolidierte dann aber wieder auf 2.925 Punkte und schloss damit am Freitag leicht im Minus. Der Technologie-Index Nasdaq Composite erreichte ein neues Allzeithoch mit 8.100 Indexpunkten schon am 31. August, gab nun aber leicht auf 7.986 Punkte nach. Damit ist der DJI seit Jahresbeginn mit 7,96 Prozent im Plus, der S&P-Index mit 9,62 Prozent und der Nasdaq-Index mit 17,64 Prozent. Die Haussetrends an der Wall Street sind alle voll intakt. Die große Frage ist nur, wie lange dieser Boom noch anhält.

Japan gut erholt

Gut erholen konnte sich in den vergangenen Wochen auch der japanische Nikkei-Index, der erst lange Zeit im Minus war, jedoch seit Mitte August kräftig anstieg und nun mit etwa 5 Prozent seit Jahresbeginn im Plus ist. Damit ist er derzeit der am besten performende asiatische Aktienindex. Dagegen ist der Aktienmarkt in China immer noch mit 15 Prozent im Minus, weil der US-Handelskrieg weiterhin enorm belastet und auch noch nicht beendet ist.

US-Präsident darf triumphieren

Insofern kann sich US-Präsident Donald Trump rühmen, dass seine „America-first“-Strategie bis jetzt zumindest an den globalen Aktienmärkten aufging. Seit seiner Wahl steig der S&P-Index schon um 35 Prozent. Die Gründe liegen aber weniger in Trumps Politik begründet, sondern in der US-Steuerreform, die künstlich einmalige Gewinne im Jahr 2018 auslöste, wie auch in den Rekord-Aktien-Rückkäufen im Volumen von über 1 Billion US-Dollar, die die Gewinne pro Aktie künstlich steigen lässt, auch wenn die Gewinne absolut stagnieren. Zudem gab es Rekord-Übernahmen, die immer wieder für Fantasie sorgten und von denen auch die großen Investmentbanken in den USA profitierten.

Dax und EuroStoxx bleiben Underperformer

Die europäischen Aktienmärkte hinken nach wie vor hinterher. Der deutsche Aktienleitindex Dax konnte sich zwar im September etwas erholen, ist aber bei 12.430 Indexpunkten immer noch mit 4,12 Prozent im Minus. Dem EuroStoxx erging es nicht viel besser. Auch er erholte sich zwar vergangene Wochen ein wenig, ist aber bei 3.420 Indexpunkten immer noch mit knapp 2 Prozent im Minus seit Jahresbeginn. Dies hat gute Gründe: Der Brexit ist auch nach den Gesprächen in Salzburg immer noch unklar, Italien steht weiterhin vor großen Verschuldungsproblemen und in der Türkei drohen wegen der Währungskrise und zu hohen Zinsen demnächst Insolvenzen. Der Welt-Aktien-Index der USA ist sogar mit 15 Prozent im Minus, da viele Emerging Markets unter dem starken US-Dollar und den fallenden Rohstoffpreisen litten.

Gold und Silber enttäuschen weiter

Auch Gold und Silber litten in den vergangenen Wochen unter den steigenden US-Zinsen und dem starken US-Dollar. So fiel der Goldpreis erneut unter 1.200 US-Dollar/Unze und der Silberpreis auf fast 14 US-Dollar, was nahe dem Tief von 2016 ist. Damit ist Gold seit Jahresbeginn in US-Dollar mit 8 Prozent im Minus (in Euro „nur“ mit 6 Prozent) und Silber sogar mit 15 Prozent. Auch fast alle Gold- und Silberaktien sind jetzt tief im Keller, was alle Gold- und Silberanleger enttäuscht. Dagegen waren Kryptowährungen selektiv wieder gefragt: so stieg der Ripple am Freitag, 21. September, um 67 Prozent an einem Tag. Zuvor tendierten Kryptowährungen auch schwächer.

Börsen in Osteuropa als klare Outperformer

Die Börsen in Osteuropa konnten selektiv weiter outperformen. So sind die Börsen in Slowenien, Rumänien, Litauen, Slowakei und Tschechien seit Jahresbeginn alle im Plus und können die meisten Weltbörsen-Indices, so auch den Dax und EuroStoxx, klar outperformen. Es lohnte sich also auch in diesem Jahr vor allem in Osteuropa sein Geld anzulegen, was sich die meisten deutschen Anleger aber nicht trauen, da sie nicht wagen, über den Tellerrand zu schauen. Das ist ein großer Fehler. Die Wachstumsraten in Osteuropa sind wesentlich höher als in Westeuropa, aber die Staatsverschuldung wesentlich geringer als in Westeuropa.

Moskauer Börse trotz US-Sanktionen kräftig erholt

Die Moskauer Börse leidet zwar weiter vor allem unter den neuen US-Sanktionen vom 22. August und dem schwachen Rubel. Dennoch zählt auch die Moskauer Börse nun wieder zu den Top-Performern der Welt. Der RDX-Index – ein Kunstprodukt der Wiener Börse für russische Aktien mit den 10 größten Standardwerten – stieg auf 1.328 Indexunkte und ist damit in Euro mit 3,28 Prozent im Plus. Der RTX-Index – ein weiteres Kunstprodukt der Wiener Börse – stieg auf 2.080 Punkte und ist nun mit 6,58 Prozent im Plus, nachdem der Index zuvor im Minus war (bis Ende August). Am besten schnitten die russischen Öl- und Gasaktien ab. Der RDX-Oil, ein Branchen-Index mit russischen Öl- und Gas-Aktien, stieg schon um 27 Prozent in Euro in diesem Jahr. Aktien wie Tatneft und Novatek erreichten sogar neue Fünf-Jahres-Höchststände. Und auch Aktien wie Lukoil, Rosneft und Gazpromneft überzeugen mit einem starke Kursanstieg während Gazprom etwas hinterherhinkt.

Ölpreis kräftig erholt – zum Leidwesen von Trump

Der Hauptgrund für die gute Performance der Moskauer Börse war der wieder auf 78 US-Dollar/Barrel gestiegen Brentölpreis, der Mitte August noch bei 70 US-Dollar/Barrel im Tief war. Trump fordert von der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) per Twitter zwar einen niedrigeren Ölpreis, aber ob sich die Opec daran halten wird, bliebt abzuwarten. In Rubel waren die Kursgewinne an der Moskauer Börse noch höher, da der Euro zum Rubel seit Anfang August von 72 auf 78 EUR/RUB anstieg, so dass es für ausländische Anleger zu hohen Währungsverlusten kam.

Großangriff im syrischen Idlip – bedeutet das neue Sanktionen für Russland?

Wenn es nun infolge des geplanten Großangriff der syrischen Regierung zu einem Giftgasanschlag in Syrien kommen sollte – und sei es nur eine weitere False-Flag-Attacke von Terroristen (oder gar dem britischen Geheimdienst bzw. den Weißhelmen) – werden wahrscheinlich weitere Sanktionen gegen Russland und ein militärischer Vergeltungsschlag in Syrien folgen. Insofern ist weiterhin Vorsicht angebracht.

(Andreas Männicke)


 


 

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