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Versöhnlicher Jahresausklang an den Weltbörsen

Russische Energieaktien 2016 besonders gefragt: plus 158 Prozent

Am meisten stiegen in Russland die Aktien aus dem Energiebereich wie bei den Aktien RusHydro und Mosenergo, deren Kurse sich mehr als verdoppeln konnten. Der RTX Energy Index, wo nur russische Versorger drin sind, stieg 2016 in Euro sogar um 158 Prozent auf 1.361 Indexpunkte, der RTX Mining & Metals-Index um 91 Prozent auf 2.787 Indexpunkte und der RDX Oil & Gas-Index um 57,91 Prozent auf 1.634 Indexpunkte, was schon die unterschiedliche Entwicklung in verschiedenen russischen Branchen in Russland aufzeigt. Mehr als verdoppeln konnte sich auch die Aktien von Aeroflot und der Sberbank. Der Kurs von Aeroflot konnte seit Anfang 2015 sogar um 357 Prozent und der Sberbank um 237 Prozent ansteigen. Auch der russische Stahlproduzent aus Magnitorsk MMK stieg seit 2015 schon um 241 Prozent. Der russische Stahl- und Kohleproduzent Mechel stand zwar 2014 aufgrund der zu hohen Schulden in Fremdwährung und der stark gefallen Stahl- und Kohlepreise kurz vor der Pleite, konnte aber nach seiner Rettung den Aktienkurs 2015/2016 mehr als verzehnfachen, was die großen Chancen russischer Turnaround-Aktien aufzeigt. Aber auch die „Red Chips“ Gazprom, Lukoil und Rosneft konnten jeweils um weit über 50 Prozent im Jahr 2016 bzw. seit dem Tief im Februar 2016 um 70 bis 90 Prozent zulegen und damit die westlichen Blue Chips deutlich schlagen.

Industriemetalle erstmals seit fünf Jahren wieder im Aufwind

Industriemetalle befinden sich erstmals seit einer über fünfjährigen Baisse wieder im Aufwind. Neben Brentöl (2016: plus 52 Prozent) stiegen auch die meisten Industriemetalle 2016 stark an, angeführt von Zink mit plus 60 Prozent, gefolgt von Zinn mit plus 45 Prozent, Kupfer mit plus 18 Prozent, Nickel mit plus 14 Prozent und Aluminium mit plus 12 Prozent. Unter den Edelmetallen stieg Palladium am meisten mit plus 21 Prozent, gefolgt von Silber mit plus 15 Prozent und Gold mit plus 8 Prozent (in Euro plus 10 Prozent). Platin landete nur auf dem Vorjahresniveau. Davon profitieren konnten auch einige Rohstoffunternehmen aus Russland wie Norilsk Nickel.

Steigende Zinsen und Inflationsraten 2017 wahrscheinlich

Die stark gestiegenen Rohstoffpreise dürften die Inflation in diesem Jahr anheizen, womit auch die Zinsen weiter ansteigen werden. Experten rechnen damit, dass die amerikanische Notenbank Fed die Zinsen in diesem Jahr dreimal anheben wird, nachdem sie die Zinsen am 14. Dezember 2016 zum zweiten Mal um 0,25 Basispunkte auf 0,75 Prozent angehoben hatte. Dagegen dürfte die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen weiter niedrig halten, was den Euro weiter schwächen dürfte. 2016 fiel der Euro zum US-Dollar schon um etwa 4 Prozent und kann in diesem Jahr auf die Parität fallen, wenn die Marke 1,04 Euro/US-Dollar nachhaltig unterboten wird.

Obama mutiert zum Jahresschluss von der „lahmen zur wilden Ente“

Der noch amtierende US-Präsident Barack Obama mutierte zum Jahresschluss zwar noch von der „lahmen zur wilden Ente“, indem er wegen angeblicher russischer Cyberattacken gegen Russland Sanktionen aussprach und 30 russische Diplomaten des Landes verwies, aber Russlands Präsident Wladimir Putin zeigte sich wohlwollend und sprach trotz der Empfehlung seines Außenmisters Sergej Lawrow keine Sanktionen gegen die USA aus. Der designierte neue US-Präsident Trump begrüßte dies und bezeichnete es als klug. Obama sorgte schon zuvor auch dafür, dass das Bohren in der Arktis nach Öl und Gas für US-Unternehmen verboten wird, womit er sich als „Mr. Saubermann“ verabschieden will. Es kann aber gut sein, dass Trump versuchen wird, die Beschlüsse wieder rückgängig zu machen.

Russland profitiert vom Trump-Effekt

Die Beziehungen zwischen den USA und Russland dürften sich in Zukunft deutlich verbessern, wenn Trump offiziell das Präsidentenamt übernimmt und wenn dann der amtierende ExxonMobil-Chef Rex Wayne Tillerson der neue US-Außenminister wird. Ihm werden sehr gute Beziehungen zu Putin nachgesagt. Diese Konstellation ist für den Weltfrieden wesentlich besser als wenn Hillary Clinton die US-Wahl gewonnen hätte. Denn unter Clinton würden die Spannungen zwischen den USA und Russland eher zunehmen, was über die Stellvertreterkrieg in Syrien und in der Ukraine auch zu einem dritten Weltkrieg führen könnte.

Wer ist der „Gute“ und wer der „Böse“ in Syrien und wer in Jemen?

Auch Obama unterstützte die Rebellen in Syrien mit Waffen und er wollte Assad stürzen. Im Schulterschluss mit Saudi-Arabien war der „Regime change“, also ein Regierungswechsel, sein vorrangiges Ziel. Das erreichte er aber durch die Intervention Russland nicht. Auch der unsägliche Krieg in Jemen, wo in Wirklichkeit Saudi-Arabien mit amerikanischer Hilfe gegen den Iran kämpfte, findet kein Ende. Darüber wird nur selten in den Medien berichtet. Stattdessen berichten sie immer nur über Syrien, wo Putin aufgrund der Luftangriffe in Aleppo zum Kriegsverbrecher erklärt wird.

In Jemen sind jedoch 16 Millionen Menschen betroffen und auch dort sterben viele Zivilisten und Kinder. Millionen Kinder leiden in Jemen aufgrund des schon lange andauernden Bürgerkriegs an Hunger, was durch die dominante Syrienberichterstattung in Vergessenheit gerät. Was aber nach einem Großangriff in Mossul auch mit Zivilisten und Kindern passiert, berichtet kaum einer. Hier wird bei den Leitmedien leider nicht immer objektiv und umfassend berichtet und auch mit zweierlei Maß die Doppelmoral nicht beachtet, was schon Richtung Propaganda geht. Due humanitäre Hilfe ist in Jemen genauso wichtig wie in Syrien, auch wenn Jemen nicht im Rampenlicht der Medienberichterstattung steht.

Zweierlei Maß und Doppelmoral in den Leitmedien

Als Doppelmoral wird nach Wikepedia „ein Normensystem bezeichnet, das gleiches Verhalten ethisch unterschiedlich bewertet, je nachdem, welcher Personengruppe die ausführende Person oder die betroffenen Personen angehören, ohne dass dafür ein sachlicher Grund vorhanden wäre.“ So werden die militärischen Aktionen in Mossul beim Kampf gegen die Terrormiliz IS positiv bewertet, aber die militärischen Aktionen in Aleppo beim Kampf gegen Rebellen und die Terrormiliz negativ bewertet. Ganz vergessen wird dabei aber zudem, dass die USA durch den völkerrechtswidrigen Krieg gegen den Irak mitverantwortlich für den Entstehen des IS und wenn man so will auch für die Flüchtlingswelle in Europa sind. Steht hinter der Flüchtlingswelle etwa auch eine amerikanische außenpolitische Strategie, um Europa zu schwächen?


 


 

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