Sie sind hier: Startseite Hamburg Finanzen Aktien & Fonds
Weitere Artikel
Aktienmärkte

2017 war ein Börsenjahr der Superlative!

Die besten Geldanlagen 2017 waren Kryptowährungen. Ripple wurde der neue Superstar. Der Cece-Index (Osteuropa) entwickelte sich zum Outperformer. Die Aktienmärkte in Kasachstan erreichten ein Plus von 50 Prozent. Tenbagger-Chancen gab es auch bei Lithium- und Cannabis-Aktien. Der Dax wurde zum Jahresschluss schwächer. Gold und Silber erholten sich leicht. Börsenexperte Andreas Männicke mit einem Rückblick auf die Aktiennmärkte 2017 und Ausblick für 2018.

Trump sorgt für hohe Erwartungshaltung im Jahr 2018

Nachdem US-Präsident Donald Trump zum Jahresschluss die seiner Ansicht nach „historische“ US-Steuerreform durchgebracht hat, schloss der Dow Jones Industrial Index nahe dem Allzeithoch bei etwas unter 24.800 Indexpunkten, was ein Plus von 25 Prozent seit Jahresbeginn bedeutet. Der deutsche Leitindex Dax gab am letzten Handelstag 2017 durch Gewinnmitnahmen deutlicher nach und schloss nachbörslich bei 12.861 Indexpunkten deutlich unter der „magischen“ 13.000er-Marke. Er stieg damit „nur“ um 12,8 Prozent im Jahr 2017.

2017 war das Jahr der Superlative für Aktienanleger, denn die Wall Street und der Dax sowie viele Emerging Markets erreichten neue historische Allzeithochs. Fünf Börsen in Osteuropa konnten 2017 dabei den Dax outperformen. Die Aktien aus Kasachstan konnten sogar um über 50 Prozent zulegen. Die beste Geldanlage der Welt waren jedoch Kryptowährungen mit über Kursverzehnfachungen im Jahr 2017, wobei der Ripple sogar um 5.284 Prozent in einem Jahr und damit weit mehr als der Bitcoin mit plus 1.148 Prozent ansteigen konnte.

Wall Street im Trump-Fieber

Nach vielen politischen Niederlagen konnte Trump zum Jahresschluss noch einen großen Erfolg mit seiner „historischen“ Steuerreform erreichen, indem auch der US-Kongress für die Steuerreform im Land stimmte. Nun muss der US-Kongress allerdings auch die Schuldengrenze von mehr als 20 Billionen US-Dollar anheben, um einen „Goverment Shut down“, also die temporäre Zahlungsunfähigkeit der USA zu vermeiden.

Die Anleger an der Wall Street blicken nun hoffnungsvoll in das Jahr 2018. Unter Trump stieg der Dow Jones Industrial Index immerhin um 25 Prozent seit Jahresbeginn 2017 und der Nasdaq-Index sogar um 27 Prozent. 2017 war auch das Jahr der Technologieaktien wie Fang und Co. Dabei schnitten die chinesischen Internetaktien, also Alibaba und andere, noch besser ab, während der Shanghai Composite Index mit 3.296 Indexpunkten nur ein Plus von 6,5 Prozent erreichte. Der marktbreitere S&P-Index schaffte in den USA ein Plus von 18,9 Prozent. Genauso stark stieg 2017 der Nickei 225-Index. Der Euro Stoxx blieb 2017 mit einem Plus von 7,2 Prozent wie schon in den Vorjahren deutlicher Underperformer. Ob die US-Steuerreform nun ein Fluch oder Segen ist, wird sich erst 2018 entscheiden, je nachdem wie das Wachstum des Bruttosozialprodukts und die US-Unternehmensgewinne gesteigert werden können oder nicht.

Überbewerteter US-Aktienmarkt durch Aktienrückkaufprogramme und Rekord-Wertpapierkredite

Nach wie vor ist der US-amerikanische Aktienmarkt mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 25 sehr hoch bewertet. Angetrieben wurde die Aktien-Hausse auch durch die fortgesetzten Aktienrückkaufprogramme und die Rekord-Wertpapierkredite in den USA im Volumen von mehr als 500 Milliarden US-Dollar. Da die US-amerikanische Notenbank den Zins im Dezember 2017 auf 1,5 Prozent anhob und zudem ab 2018 dem Markt wieder Liquidität entziehen und die Zinsen weiter anheben will, könnte diese künstliche Hausse 2018 etwas geringer ausfallen oder die Kurse könnten sogar kräftig nachgeben. Auf der anderen Seite schwimmen viele US-Unternehmen aufgrund der expansiven Geldpolitik der US-Notenbank Fed in Liquidität. So schiebt allein Apple eine Kriegskasse von mehr als 200 Milliarden US-Dollar vor sich her, die zum Teil genutzt wird, eigene Aktien weiter aufzukaufen. Zudem kommen 2018 Rekord-Dividenden zur Wiederanlage auf den Markt.

EZB manipuliert die Aktienmärkte weiter durch fragwürdige Anleihen-Aufkäufe

In Europa will der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) Mario Draghi weiterhin bis zu 30 Milliarden Euro (zuvor 60 Milliarden Euro) in den Markt pumpen. Dabei weist das Anleihen-Portfolio eine immer schlechtere Qualität auf, wie der Flop der Anleihe von Steinhoff (Poco) mit 10 Milliarden Euro Verlust zeigte. Aber eine Notenbank kann bekanntlich nicht Pleite gehen, da sie beliebig weiter Geld drucken kann. Die größten „bad banks“ der Welt mit vielen Schrottanleihen im Portfolio sind jedoch die Notenbanken, was ganz eindeutig eine dauerhafte Marktmanipulation darstellt, die hoffentlich bald ein Ende hat. Der Weg zur „Normalisierung“, also der Ausstieg aus der „Drogenpolitik der Notenbanken“, wird allerdings sehr steinig und beschwerlich werden.

Geopolitische Spannungen nehmen zu – der IS ist nicht tot

Zunächst steigt durch die US-Steuerreform die US-Staatsverschuldung enorm an, was die Anleger noch viel zu wenig im Auge haben. Zudem drohen 2018 einige geopolitische Konflikte der USA mit Nord-Korea, dem Iran und auch in der Ukraine mit Russland, nachdem Trump entschieden hat, auch Waffen zur „Selbstverteidigung“ in die Ukraine zu schicken. Auch mit der Erklärung Jerusalems zur Hauptstadt Israels hat Trump die „Büchse der Pandora“ im Nahen Osten geöffnet. Auch wenn die Terrormiliz IS aus dem Irak mit US-amerikanischer Hilfe und aus Syrien mit russischer Hilfe vertrieben wurde, wird sie sich mit Terroranschlägen wieder melden wie zuletzt in Afghanistan, St. Petersburg und Kairo.

Politische Unwägbarkeiten in Europa

Zudem gibt es in Europa einige politische Unwägbarkeiten wie die schwierige Regierungsbildung in Deutschland – wird es wohl eine „GroKo“ werden und wie teuer wird sie ggf. für die deutsche Wirtschaft? – und die Parlamentswahlen am 4. März 2018 in Italien. Zudem bleibt es abzuwarten, ob die EZB im Laufe des Jahres 2018 einen ähnlichen Weg zur Normalisierung beschreiten wird, wie es die US-amerikanische Notenbank 2018 versuchen wird. Zudem muss Europa den Brexit verkraften und Großbritannien ebenfalls. Abzuwarten bleibt, ob sich die Europa-Visionen von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, die auf Eurobonds, mehr Zentralismus (EU-Finanzminister) und mehr Durchschlagskraft in Europa (sprich Brüssel) hinauslaufen, durchsetzen lassen oder nicht.

Osteuropa wächst mehr als Westeuropa und ist geringer verschuldet: Cece-Index als Outperformer 2017

Die osteuropäischen Länder wachsen weiter am dynamischsten in Europa mit Bruttosozialprodukt-Wachstumsraten von 3 bis 5 Prozent und dies bei wesentlich geringer Staatsverschuldung. So können die meisten osteuropäischen Länder die Maastricht-Stabilitätskriterien erfüllen, wovon die meisten westeuropäischen Länder weit entfernt sind. So verwundert es nicht, dass der Cece-Index, ein Kunstprodukt der Wiener Börse mit Polen Ungarn und Tschechien im Boot, mit einem Plus von 34,5 Prozent den Dax mit einem Plus von 12,8 Prozent klar outperformen konnten. Am besten schnitten die Aktienmärkte in Kasachstan (plus 57 Prozent in Euro und plus 77 Prozent in US-Dollar) und in Lettland (plus 40 Prozent in Euro) ab – und dies nicht nur in Europa, sondern in der ganzen Welt.

„Kryptomanie“ hält an

Die besten Geldanlagen der Welt bleiben aber trotz den starken Kursschwankungen im Dezember die Kryptowährungen, wobei der Wert der Bitcoins in einem Jahr auch nach der Korrektur von 17.000 auf 10.625 Euro um 1.148 Prozent, der von Ripple sogar um 5.284 Prozent und der von Ethereum um 8.900 Prozent zulegen konnte. Viele neue Kryptowährungen gibt es noch nicht sehr lange, da sie erst 2017 auf den Markt kamen. Immer mehr junge Leute zocken hier jetzt mit, was schon wieder an die Zeiten des neuen Marktes erinnert, der hernach brutal einbrach. Die „Big Player“ in dem Spielcasino kommen aber aus China und Russland.

Am längsten gibt es Bitcoins, die in fünf Jahren um 11.661 Prozent im Kurs anstiegen. Ob die „Kryptomanie“ auch 2018 anhalten kann, bleibt abzuwarten. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnte zuletzt schon vor den allzu spekulativen Exzessen, womit sie Recht hat. Dennoch lohnt es sich für alle Anleger, sich mit der geradezu revolutionären Blockchain-Technologie intensiver auseinanderzusetzen, auch wenn Bitcoins und Co eine Blase sein sollten. Tenbagger-Chancen (zehnfache Wertsteigerung) gab es nicht nur bei Bitcoins und Blockchain-Aktien, sondern auch bei einigen Modetrends wie bei Lithium- und Cannabis-Aktien, die sich im Kurs vervielfachten.

Gold und Silber als Underperformer leicht erholt

Der Goldpreis konnte sich zwar jetzt wieder auf über 1.300 US-Dollar/Unze erholen und Silber auf fast 17 US-Dollar/Unze, aber damit stieg Gold in einem Jahr nur um 13,1 Prozent und Silber um 3,9 Prozent in US-Dollar. Gold war also als Geldanlage klarer Underperformer wie auch schon in den Vorjahren, wobei Gold vor allem in Deutschland als Währungsschutz weiterhin gefragt bleibt. Auch China, Russland und die Türkei kaufen Gold weiterhin in großen Stil auf. Womöglich wird es in Zukunft einen goldgedeckten Yuan oder Rubel geben, was den USA gar nicht behagen würde. In Euro waren Gold und Silber sogar im Minus und damit als Geldanlage ein noch größerer Underperformer als in US-Dollar. In den letzten fünf Jahren gab der Goldpreis in US-Dollar sogar um 22,2 Prozent nach und Silber fiel um 44, 3 Prozent.

Rohstoffe kommen wieder: ETC als profitable Geldanlage

Dagegen stieg das Edelmetall Palladium 2017 um fast 50 Prozent auf 1.064 US-Dollar. Auch in fünf Jahren stieg Palladium um 51 Prozent. Kupfer stieg im vergangenen Jahr um 32 Prozent auf 7.207 US-Dollar/Tonne, ist aber in fünf Jahren noch mit 8,5 Prozent im Minus. Auch Nickel konnte 2017 um 25 Prozent auf 12.705 US-Dollar/Tonne ansteigen, wobei er in fünf Jahren noch mit 27,6 Prozent im Minus ist. In Euro waren die Kurssteigerungen bei den Rohstoffen nicht so stark, da der Euro zum US-Dollar 2017 um 14,4 Prozent auf 1,20 Euro/US-Dollar stieg. So erhöhte sich der Palladiumpreis in Euro nur um 33 Prozent und Kupfer um 15 Prozent in Euro. Dies war aber immer noch mehr als der Dax. Anleger können an den steigenden Rohstoffen über die Exchange Traded Commodities (ETC) der BNP Paribas teilnehmen.

Swiss Commodities Index-Zertifikat von Leonteq als Alternative für 2018

Das Jahr 2018 dürfte sehr viel volatiler werden, Insofern bieten sich als Alternative und zur sinnvollen Diversifikation gut gemanagte Long/Short-Rohstoff-Anlagen wie das neue Swiss Commodities Index-Zertifikat von Leonteq Securities AG mit der ISIN CH385003030 an, das nun bis zum 15. Januar bei Leonteq gezeichnet werden kann. Im Backtest erwirtschaftete das Produkt in den letzten Jahren einen Performance von über 30 Prozent pro Jahr (nach Kosten), wobei es kein Verlustjahr gab. 2017 wurde sogar eine Performance von über 50 Prozent (nach Kosten) erreicht.

Literatur-Hinweis: Andreas Männicke verfasste einen ausführlichen Artikel über die Chancen der osteuropäischen Aktienmärkte im „Wegweiser für Kapitalanlagen 2018“, herausgegeben von Hans A. Bernecker, erhältlich im Bernecker-Verlag.

(Andreas Männicke)


 


 

Aktien
Aktienmärkte
Gold
Geldanlage
Silber
US-Steuerreform
Dax
Bitcoin
Underperformer
Kryptowährungen
US-amerikanischer Aktienmarkt
Osteuropa
Cece-Index
Wall Street
Kasachstan
Ripple

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Aktien" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: