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Allzeithochs an den Börsen – was kommt nun?

An der Wall Street knallten in diesem Jahr erneut die Sektkorken. Der Grund: immer wieder neuen Allzeithochs. Auch erreichte der Kurs-Dax im Oktober ein neues Allzeithoch. Noch besser schnitten in diesem Jahr viele Emerging Marktes, aber auch viele Börsen aus Osteuropa ab. Die Kryptowährung Bitcoin geht förmlich durch die Decke. Einer der Hauptgründe für die Hausse war und sind die Notenbanken mit ihrer künstlichen Niedrigzinspolitik, die aber auch zu Rekordgewinnen bei vielen Unternehmen geführt hat. Wie geht es aber nun weiter? Ein Gastbeitrag von Andreas Männicke.

Kurs-DAX erstmals auf neuem historischen Allzeithoch

Beim Börsentag in Hamburg am 4. November waren die Vortragssäle zum Teil überfüllt. Die Stimmung war sehr positiv, aber nicht euphorisch. Die Frage ist, ob dies nicht schon ein Kontra-Indikator ist. Kein Wunder: Der Dow Jones Industrial Index (kurz DJI) erreichte am 3. November 2017 das neue Allzeithoch von 23.539 Indexpunkten, der S&P-Index 2.589 Zähler und der NASDAQ-Index 6.764 Zähler. Nicht nur der DAX stieg auf ein historisches Allzeithoch von 13.474 Indexpunkten, sondern nun auch erstmals der Kurs-DAX, also ohne Dividenden, auf 6.388 Indexpunkte, was ein positives Zeichen ist.

Die Hausse nährt die Hausse

Die Haussetrends bleiben damit voll intakt. Gründe für die anhaltende Hausse sind die Notenbanken mit ihrer expansiven Niedrigzinspolitik, wobei die Europäischen Zentralbank (EZB) im nächsten Jahr das Anleihenaufkaufprogramm auf 30 Milliarden Euro pro Monat verringern wird, während die US-Notenbank Fed Wertpapiere in Volumen von bis zu 50 Milliarden US-Dollar im Monat verkaufen und damit dem Markt Liquidität entziehen will. Der neue Notenbankchef Jerome Powel, der Janet Yellen im Februar 2018 ablösen wird, gerät dann in schwieriges Fahrwasser. Exchange Traded Funds, kurz ETF, schnitten 2017im Durchschnitt wesentlich besser ab als aktiv gemanagte Aktienfonds. Der Zufluss von ETF-Geldern nährt die Aktienhausse. Hinzu kamen die hohen Wertpapierkredite und Aktienrückkaufprogrammen in den USA, die die Super-Hausse an der Wall Street unterstützen.

CECE-Index (Osteuropa) als Outperformer

Damit stieg der DAX in einem Jahr schon um 30 Prozent, der DJI um 31,1 Prozente, hingegen der Eurostoxx „nur“ um 24,9 Prozent. Der japanische Nikkei-Index schaffte in einem Jahr sogar ein Plus von 33,8 Prozent. Freilich sind der EuroStoxx und der Nikkei-225-Index noch weit von einem Allzeithoch entfernt. Noch besser schnitt in einem Jahr der CECE-Index (für Polen, Ungarn, Tschechien) ab, der um 38,1 Prozent auf 1.889 Indexpunkte anstieg, wobei insbesondere polnische Aktien den DAX und DJI klar outperformen konnten. Noch einmal besser waren die Aktienmärkte 2017 in Kasachstan mit einem Plus von mehr als 50 Prozent in Europa und in Lettland mit einem Plus von mehr als 35 Prozent. Aber auch die Aktien in Österreich schnitten gemessen am ATX-Index mit einem Plus von mehr als 30 Prozent in einem Jahr besser ab als der DAX und DJI.

US-Sanktionen und „Kremlingate“ belasten weiterhin die Moskauer Börse

Dagegen blieben russische Aktien auch aufgrund der nun verstärkten US-Sanktionen ein relativer Underperformer mit einem Plus von nur 6,9 Prozent in einem Jahr, obwohl der Brentölpreis in einem Jahr um 35,1 Prozent auf 62 US-Dollar/Barrel und der WTI-Ölpreis in Jahr um 24, 5 Prozent zulegen konnte. Zudem belasten die Untersuchungen über die Kontakte von Donalds Trumps Wahlkampfteam und die mögliche Beeinflussung des Wahlkampfes durch russische Hacker den russischen Aktienmarkt, wobei Trump noch ein „Kremlingate“ droht. Dabei fiel der Euro zu Rubel in einem Jahr um 3,9 Prozent auf 68,67 Euro/Rubel und der US-Dollar zum Rubel um 8,1 Prozent auf 59,05 US-Dollar/Rubel, sodass sogar Währungsgewinne für deutsche Anleger in Russland in diesem Zeitraum entstanden. Der Euro stieg seit Jahresbeginn zum US-Dollar um etwa 10 Prozent auf 1,16 Euro/US-Dollar, er lag aber schon über 1,20 Euro/US-Dollar.

Ungelöste geopolitische Konflikte treten (noch) in den Hintergrund

Seit Jahresbeginn sehen die Ergebnisse and der Moskauer Börse aber schlechter aus, da es im November 2016 eine fulminante „Trump-Rallye“ und Jahresend-Rallye gab, die in diesem Jahr wohl ausbleiben wird. Trump bzw. die Republikaner müssen nun die „historische Steuerreform“ liefern, die im Vorfeld schon für starke Kurssteigerungen an der Wall Street sorgte. Hier könnte Trump aber auch enttäuschen, wenn er nicht „liefern“ kann. Geopolitische Risiken wie der noch nicht gelöste Nord-Korea-Konflikt traten in den Hintergrund bzw. wurden von Anlegern bisher ignoriert.

Kryptowährungen als Shooting-Stars 2017: Etherum plus 2.538 Prozent in einem Jahr!

Gold und Silber blieben hingegen Underperformer mit einem Minus von 0,7 Prozent in einem Jahr beim Goldpreis auf 1.269 US-Dollar/Unze bzw. einem Minus von 8,7 Prozent bei Silber auf 16,85 US-Dollar/Unze. Innerhalb von fünf Jahren sank der Goldpreis sogar um 24,6 Prozent und Silber um 46 Prozent, was alle Gold- und Silberanleger enttäuschte. Die Gewinner des Jahres als Geldanlage waren hingegen in diesem Jahr Kryptowährungen wie Bitcoins mit einem Plus von 868 Prozent auf das neue Allzeithoch von 6.433 Euro und Etherum sogar um 2.538 Prozent auf 257,235 Euro, die man im letzten Jahr noch für 10 Euro erwerben konnte. Die raketenartige Rallye bei allen Kryptowährungen, die allmählich in Mode kommen, startete aber erst im April dieses Jahres. Es mehren sich allerdings die Vermutung einer Blasenbildung bei Kryptowährungen und auch bei Aktien, wobei vor allem amerikanische Aktien jetzt überbewertet sind.

Veranstaltungstipp: Wie es 2018 weitergehen könnte und wie Anleger von „The Big Short“ profitieren können, wird im Börsen-Seminar von Andreas Männicke am 29. November 2017 in Frankfurt am Main diskutiert. Info und Anmeldung unter www.eaststock.de/Dienstleistungen/Seminare.

(Andreas Männicke)


 


 

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