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Börsen in Osteuropa entwickeln sich gut

Die Nullzins- und Negativ-Zins-Politik der Notenbanken führte zu einem Anstieg der Aktienkurse nun auch in den Emerging Markets, vor allem in Lateinamerika und Osteuropa. So kommen die Top-Performer der Welt aus Peru, Russland, Brasilien und der Türkei. Aber auch Gold ist stark nachgefragt und erreichte ein neuen Jahres-Hoch. In Japan kam es aber wie an deutschen Börsen am Freitag, 29. April 2016, zu einer Korrektur, nachdem die japanische Notenbank keine neuen Impulse durch ETF-Käufe oder noch höheren Negativ-Zinsen geben konnte. Auch die US-Notenbank Fed ist in einer Zwickmühle und gab keine neuen Impulse.

Die Moskauer Börse bleibt einer der Top-Performer der Welt in Rubel zusammen mit den Börsen aus Peru und Brasilien. In Hartwährung stieg der RTS-Index (in US-Dollar) zwar in diesem Jahr um über 25 Prozent und seit dem Tief im Januar sogar um 48 Prozent; damit befindet er sich aber immer noch in einem intakten Abwärtstrend. Die eigentliche Rallye startete am 12. Februar 2016 und mündete dann in eine fulminante Frühjahrsrallye – ähnlich wie im Vorjahr. Russlands Präsident Wladimir Putin gibt sich zuversichtlich, dass die Talsohle im nächsten Jahr durchschritten und wieder Wachstum erzielt wird, nachdem die russische Wirtschaft noch in einer Rezession verharrt.

In den vergangenen fünf Jahren gab der RTS-Index um 51 Prozent nach, in Rubel stieg aber der MICEX-Index um 12 Prozent in fünf Jahren und innerhalb von drei Jahren sogar um 43 Prozent. Diese unterschiedlichen Entwicklungen bringen Medien oft durcheinander. Es gab also keinen Abwärtstrend in Aktien an der Moskauer Börse in den vergangenen fünf Jahren. Es gab nur einen Rubel-Crash infolge des gefallenen Ölpreises.

Ölpreis steigt um 71 Prozent seit dem Tief im Januar

Genauso wie im Vorjahr stieg aber der Ölpreis seit Mitte Februar kräftig an, was dazu führte, dass der Euro um Rubel von 92 auf 74 Euro/Rubel fiel. Der Brentölpreis stieg seit dem Tief im Januar um 71 Prozent von 28 auf 48 US-Dollar/Barrel. Eine logische Folge war, dass die russischen Aktien auch rege nachgefragt waren und im Kurs kräftig anstiegen. So stieg die Gazprom-Aktie ausgehend vom Jahres-Tief im Januar im Kurs um 60 Prozent von 2,8 auf 4,5 Euro, der Ölkonzern Rosneft auch um 60 Prozent von 2,8 auf 4,5 Euro und der Ölkonzern Lukoil um 48 Prozent von 25 auf 37 Euro. Auch hier das gleiche Bild wie beim RTS-Index: In Euro befinden sich alle drei Aktien noch in einem intakten Abwärtstrend der zurückliegenden fünf Jahre, in Rubel sind sie aber ansehnlich angestiegen.

Dies lag auch an den guten Gewinnergebnissen der russischen Öl- und Gaskonzerne. Während Rosneft 2015 einen Gewinn von über 5 Milliarden US-Dollar erreichte, konnte Gazprom trotz der stark gefallenen Gas- und Ölpreise den Gewinn zum Vorjahr sogar auf fast 11 Milliarden Euro verfünffachen.

7 Börsen aus Osteuropa übertreffen den Dax

Neben der Moskauer Börse machen auch viele Börsen aus Osteuropa in diesem Jahr Furore – wie die Börsen in Ungarn, der Slowakei, Estland, Polen, Slowenien und Litauen, die alle im Plus sind und damit den deutschen Aktienindex Dax klar outperformen konnten. Während der Dax um 1,72 Prozent am Freitag nachgab, fiel der amerikanische Dow Jones Industrial Index (DJI) nur um 0,35 Prozent auf 17.799 Indexpunkte. Damit befindet sich der DJI weiterhin nahe der Jahres- und Allzeithochs, während der Dax weiterhin im Minus ist.

Stark nachgefragt waren auch Gold und Silber. Der Goldpreis stieg 2,1 Prozent auf ein neues Jahres-Hoch von 1290 US-Dollar/Unze und Silber um 1,59 Prozent auf 17,84 US-Dollar/Unze.

Japanische Notenbank sorgt für Verwirrung und Korrekturen

Der Dax gab am Freitag um 1,72 Prozent auf 10.076 Indexpunkte und der europäische Aktienindex Euro-Stoxx sogar um 2,8 Prozent aufgrund der schwachen Vorgaben aus Asien nach. Der Nikkei-Index gab um 2,57 Prozent nach, nachdem die japanische Notenbank keine weiteren ETF-Käufe für japanische Aktien und auch keine neuen Negativ-Zinsen ankündigten, was die Märkte enttäuschte. Auch die amerikanische Notenbank Fed konnte keine neuen Impulse geben. Die Notenbanken befinden sich in einer Zwickmühle, denn jeder falsche Zinsschritt kann jetzt starke Kursbewegungen an den übergekauften Aktienmärkten auslösen. Der DJI gab allerdings am Freitag nur um 0,34 Prozent auf 17.795 Indexpunkte nach, war im Verlauf im Tief aber schon bei 17.652 Indexpunkten.

Erst informieren, dann investieren

Nach der Korrektur im August/September 2015, in der ersten Dezemberhälfte 2015 und auch in den ersten Handelswochen im neuen Jahr (bis 12. Februar) bleibt auch die Moskauer Börse eine attraktive und stark unterbewertete Trading-Börse, die vom 21. bis 29. Januar 2016 sogar um 25 Prozent und vom 11. Februar bis 29. April 2016 um über 45 Prozent anstieg, was die großen Trading-Chancen selbst in einem Bärmarkt aufzeigt.

Die preiswertesten Aktienmärkte kommen aus Osteuropa. Die Aktienmärkte in Serbien und Slowenien zählten mit einem Plus von jeweils 18 Prozent im Jahr 2014 zu den Top-Performern auf der Welt. Die Börse Budapest (Ungarn) war 2015 einer der Top-Performer mit einem Plus von über 40 Prozent wie auch die Börse Riga in Lettland mit einem Plus von über 40 Prozent gefolgt von der Börse Bratislava in der Slowakei mit plus 32 Prozent. Und auch die baltischen Börsen in Estland (plus 18 Prozent) und Litauen (plus 7 Prozent) überzeugten 2015. Die Moskauer Börse war bis Ende November 2015 in US-Dollar noch mit 10 Prozent im Plus, wobei der Micex-Index noch über 20 Prozent im Plus war. Es kam aber in den vergangenen Monaten zu hohen Währungsverlusten für deutsche Anleger von über 20 Prozent wegen des schwachen Rubels infolge des schwachen Ölpreises.

(Redaktion)


 


 

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