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Börsen reagieren mit Kursverlusten auf drohenden Handelskrieg zwischen USA und China

Die Weltbörsen reagierten am Freitag, am 6. April 2018, erneut mit Kurseinbußen wegen der Angst vor einem Handelskrieg zwischen den USA und China. Zudem enttäuschten die US-Arbeitsmarktdaten. Nur einige Börsen in Osteuropa stiegen entgegen dem fallenden Weltbörsentrend. Es lohnt also ein Blick auf die Börsen in Osteuropa zu werfen, vor allem aus Rumänien und der Ukraine.

Neue US-Sanktionen gegen Kreml-nahe Oligarchen

Das US-amerikanische Finanzministerium verfügte am 6. April 2018 weitere Sanktionen gegen Oligarchen, die dem Kreml nahestehen. Dazu zählen Suleiman Kerimow, Oleg Deripaska, Wiktor Wechselberg und Kirill Schamalow. Nach den neuen Sanktionen werden alle Vermögenswerte der Betroffenen in den USA eingefroren. Zudem ist es US-Amerikanern nun verboten, Geschäfte mit den aufgeführten Unternehmen und Personen einzugehen.

Dem russischen Oligarchen Deripaska wird vorgeworfen, sich mit Trumps ehemaligen Wahlkampfmanager Paul Manafort im Jahr 2016 auf einer Yacht getroffen zu haben, um Strategien zur Beeinflussung des US-Wahlkampfes zu entwickeln. Anwesend war damals auch der russische Vizepräsident Sergej Prichodko, wie ein Video des Callgirls mit dem Künstlernamen Rybka bewies. Rybka sitzt derzeit in Thailand in Untersuchungshaft und bittet um Asyl in den USA.

Der Milliardär Kirill Schamalow hat die Tochter von Russland Präsident Waldimir Putin geheiratet. Es wurden zudem Sanktionen gegen den Gazprom-Chef Alexej Miller und dem Chef der VTB-Bank Andrej Kostin ausgesprochen. Insgesamt umfasst die Liste 38 russische Personen und Einzelpersonen. Der US-Finanzminister Steven Mnuchin begründete die neuen Sanktionen nicht mit konkreten Vergehen der Personen, sondern mit Russlands „bösartiger Tätigkeit“. Damit sollen die Gesamtheit der Aktivtäten bestraft werden – etwa die Annexion der Krim, die Unterstützung des syrischen Regimes und die Versuche, westliche Demokratien zu untergraben und den US-Wahlkampf zu beeinflussen. Putin will nun die betroffenen Unternehmen und Personen unterstützen, aber auch scharf gegen die neuen US-Sanktionen reagieren. Auch das diplomatische Verhältnis zwischen Großbritannien und Russland ist nach der Giftattacke gegen den Ex-Spion Sergej Skripal sprichwörtlich vergiftet.

Der Skripal-Fall erhöhte die diplomatischen Spannungen

Die US-amerikanische Regierung solidarisierte sich sofort nach der Giftattacke mit der britischen Regierung und wies russische Diplomaten aus, ohne dass der Fall, der an einen James-Bond-Film erinnert, bis heute aufgeklärt ist. In solchen Fällen ziehen die USA und Großbritannien immer an einem Strang, so aber auch bei diversen Kriegen wie bei dem Irak-Krieg, der nur auf Lügen des US--Geheimdienstes beruhte. Es ist daher verwunderlich, dass sich die deutsche Regierung ohne eigene Kenntnisse ebenfalls sofort mit der britischen Regierung solidarisierte. Auch hier gab es eine Reihe von Diplomatenausweisungen, die nicht gerade dazu dienen, dass Vertrauen zu erhöhen und den Dialog zu verbessern.

Dynamit liegt in der Luft bei wichtigen Gesprächen

Dabei hat US-Präsident Donald Trump nun sogar Putin zu einem Treffen in die USA eingeladen. Zudem wird sich Trump mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un im Mai treffen. Beide Gespräche sind von großer Bedeutung, denn aus einem „kalten Krieg“ kann auch ein richtiger Krieg werden und im Moment liegt, wo man auch hinschaut, viel „Dynamit in der Luft“. Wehret den Anfängen! Es ist ohnehin rechtlich bedenklich, wenn Politiker voreilig und emotionsgeladen „Gott“ spielen wollen, denn sie gefährden damit auch den Weltfrieden.

Der Handelskrieg zwischen USA und China droht zu eskalieren

Auch der Handelskrieg zwischen den USA und China droht zu eskalieren und aus den Fugen zu geraten. Denn nachdem nun die chinesische Regierung als Reaktion auf die US-Strafzölle ihrerseits Strafzölle für 128 US-amerikanische Produkte verfügte, will Trump die Strafzölle von 50 auf 100 Milliarden US-Dollar verdoppeln. Sicherlich wird dies alles noch verhandelt, aber der Handelskrieg droht zu eskalieren, da China bereit ist, den Handelskrieg mit dem USA aufzunehmen. Als Besitzer von US-amerikanischen Anleihen im Volumen von 1,4 Billionen US-Dollar sitzt China am längeren Hebel. Die USA dürften unter einen Handelskrieg genauso leiden wie China. Das Bruttosozialprodukt-Wachstum dürfte abnehmen.

Schwache US-Arbeitsmarktdaten belasten die Weltbörsen

Auch die US-Arbeitsmarktdaten enttäuschten mit nur 103.000 neu geschaffenen Stellen am Freitag. Das große Job-Wunder ist unter Trump bisher ausgeblieben. Die Qualität der Arbeitsstellen wird immer schlechter, denn es wurden 300.000 Vollzeitbeschäftige entlassen und 300.000 Teilzeitbeschäftigte neu eingestellt. Die Lohnstückkosten stiegen um 0,3 Prozent, was auch erwarte wurde. Dennoch wird die US-Notenbank Fed die Zinsen in diesem Jahr weiter anheben, was später auch zur Belastung führen kann. Nun kommt die US-Berichtssaison und man wird dann sehen, wie sich die Wirtschaft in den USA entwickelt. Dabei wird der Ausblick wichtiger sein als die Vergangenheits-Daten.

Schwache Weltbörsen, aber vereinzelt steigende bzw. stabile Osteuropa-Börsen als „sicherer Hafen“

Die Börsen reagierten auf Trumps Äußerungen gegenüber China am 6. April mit starken Kursverlusten. Der US-amerikanische Dow-Jones-Index (DJI) gab um 2,34 Prozent auf 23.933 Indexpunkte nach, was immerhin schon wieder über 500 DJI-Punkte waren. Genauso stark war der Verlust 1987 beim Oktober-Crash, damals machte das aber über 20 Prozent-Index-Verlust aus. Der deutsche Leitindex Dax gab um 0,85 Prozent auf 12.180 Indexpunkte nach. Der russische RTS-Index gab um 1,36 Prozent auf 1.236 Indexpunkte nach, liegt damit aber noch mit 7 Prozent im Plus während der Dax mit 5,2 Prozent und der DJI mit 2,32 Prozent im Minus sind.

Gold kann bisher immer noch nicht von den politischen Unruhen profitieren, denn der Goldpreis stieg am Freitag nur um 0,56 Prozent auf 1.334 US-Dollar/Unze. Er ist in Euro aber noch in einem Jahr im Minus.

Auch Kryptowährungen tendierte in den vergangenen Wochen nur seitwärts, der Bitcoin jetzt bei 5.788 Euro. Die „Krypto-Manie“ scheint vorerst vorbei zu sein. Auch der Euro tendiert weiter seitwärts bei 1,23 Euro/US-Dollar. Dagegen sind einige Börsen aus Osteuropa - etwa in Rumänen und der Ukraine – auf neuen Jahreshöchstkurse gestiegen. Es lohnt sich also, auch selektiv in Osteuropa weiter zu investieren.

(Andreas Männicke)


 


 

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