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EU-Austritt Großbritanniens als Kaufchance für hartgesottene Trader

Bankaktien nach Brexit in freiem Fall

Vor allem Bankaktien fielen auf neue Jahrestiefs und blieben unten. Der Kurs der Deutschen Bank fiel im Tief auf 12,1 Euro und erholte sich am Freitag um 1,87 Prozent auf 12,55 Euro. Vor dem Brexit stieg die Aktie der Deutschen Bank schon einmal von 12,8 auf 15,5 Euro. Der Kurs der Commerzbank AG fiel auf das Jahrestief von 5,8 Euro und war vor dem Brexit am 23. Juni noch bei 7,1 Euro. Aber auch britische Bankaktien kamen unter Druck. So gaben die Lloyds-Aktie vor allem am 24. und 27. Juni von 0,91 auf 0,62 Euro und die Barclays-Bankaktie von 2,5 auf 1,5 Euro nach. Beide erholten sich bis dato nur marginal.

Short-Seller waren nur am 24. und 27. Juni erfolgreich

Crash-Tage wie am 24. Juni erwiesen sich schon oft für die „hartgesottenen Trader“ als Kaufgelegenheiten. Wer frühmorgens am 24. Juni oder auch noch am 27. Juni Abstauberlimits in den Markt legte, steht jetzt weit besser da als diejenigen, die am 24. Juni morgens voller Panik „bestens“ verkauften, denn der Handel begann mit einem riesigen Gap in Europa, nachdem der japanische Nikkei 225, Asiens bedeutendster Aktienindex, schon zuvor über 7 Prozent an Wert verlor.

Die asiatischen Märkte waren auch die ersten, die in der Nacht von 23. auf den 24. Juni unter der Brexit-Entscheidung litten, obwohl die direkten Folgen für asiatische Länder sehr begrenzt sind. Verantwortlich für den Crash waren wieder einmal die Flash Boys, also die Hochfrequenzhändler an den Terminmärkten. Aber auch Short-Seller (Käufer von Verkaufsoptionen) wie George Soros waren die großen Gewinner am 24. Juni. Es kann auch gut sein, dass George Soros, der sogar 100 Millionen Euro auf fallende Kurse bei der Deutschen Bank setzte, einen Großteil der Gewinne am 24. Juni 2016 morgens schon glattgestellt hat.

Short-Squeeze und Short-Covering seit dem 28. Juni: FTSE plus 8 Prozent

Was wir dann in der Woche seit dem 27. Juni 2016 erlebten, war ein „Short-Squeeze“ oder auch „Short-Covering“ – das Eindecken von Short-Postionen vor allem in England (London) und in den USA (New York). Dies führte dazu, dass der englische Index FTSE 100 zum Wochenschluss mit über 6.500 Indexpunkten sogar ein neues Zehnmonatshoch erreichte und damit höher steht als vor dem Brexit. Am 24. Juni fiel der Index nur von 6.350 auf 6.000 Indexpunkte, um nach den ersten Panikverkäufen sogar um etwa 8 Prozent auf über 6.500 Indexpunkte anzusteigen.

Dow Jones Industrial Index steigt um 5 Prozent in einer Woche

Ähnlich war die Kursentwicklung in den USA. Der Dow Jones Industrial Index gab am 24. Juni nur um etwa 3 Prozent nach, stieg aber seit dem 27. Juni um etwa 5 Prozent von 17.100 auf fast 18.000 Indexpunkte, also sogar etwas mehr als die Kursverluste am 24. Juni waren.

Dax, Euro Stoxx, Nikkei 225 mit deutlichen Steigerungen seit dem Tief am 27. Juni

In Europa waren die Kursverluste am 24. Juni wesentlich höher und die Kurserholung etwas moderater, was auch daran liegt, dass die Zukunft Europas nach wie vor unsicher ist. So fiel der Dax am 24. Juni von 10.300 auf 9.400 Indexpunkte und am 27. Juni noch einmal im Tief auf 9.230 Indexpunkte, um dann um 5,6 Prozent auf 9.750 (im Hoch 9.800 Indexpunkte) anzusteigen.

Der Euro Stoxx litt am 24. und 27. Juni am meisten unter den Weltbörsenindizes mit einem Kursverlust von über 10 Prozent an einem Tag. Der Euro Stoxx brach am 24. Juni von 3.050 auf 2.750 Indexpunkte und am 27. Juni im Tief sogar auf 2.700 Indexpunkte ein, um sich vergangene Woche dann bis Freitag wieder um 6,4 Prozent auf 2.873 Indexpunkte zu erholen.

Der japanische Nikkei 225, der am 24. Juni als erster großer Aktienmarkt unter der Brexit-Entscheidung litt und um 7 Prozent von 16.200 auf 14.900 Indexpunkte einbrach, stieg seit dem 27. Juni bis Ende vergangener Woche wieder um etwa 10 Prozent auf 15.682 Indexpunkte.

Hier will die japanische Regierung mit einem großen Konjunkturprogramm der Wirtschaft wieder auf die Sprünge helfen.

Crash-Tage sind oft Kauftage

Es kam damit nicht zu der von erwarteten zweiten Verkaufswelle Mitte vergangener Woche, sondern zu Kursreaktionen von 5 bis 10 Prozent nach oben. Dies führte dazu, dass der englische FTSE 100 und auch der Dow Jones Industrial Index sogar besser stehen als vor dem Brexit am 23. Juni. Fazit: Crash-Tage sind oft Kauftage für hartgesottene Trader, so auch diesmal.


 


 

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