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Aktien- und Finanzmärkte

Notenbanken-Zinsspekulationen bestimmen weiterhin das Börsengeschehen

Ernüchternde US-Arbeitsmarktdaten sorgten für steigende Aktienkurse an der Wall Street und beim deutschen Aktienindex Dax. In Deutschland brachten Fusionsgerüchte der Deutschen Bank und Commerzbank Bewegung in den Aktienmarkt. Die Notenbanken werden wohl auch fortan das Geschehen an den Weltbörsen bestimmen.

Ernüchternde US-Arbeitsmarktdaten sorgten für steigende Aktienkurse an der Wall Street und beim Dax. In Deutschland brachten Fusionsgerüchte der Deutschen Bank und Commerzbank Bewegung in den Aktienmarkt. Die Notenbanken werden wohl auch fortan das Geschehen an den Weltbörsen bestimmen.

Nach neuesten Schätzungen wurden in den USA im August 2016 außerhalb der Landwirtschaft nur 151.000 neue Stellen geschaffen, obwohl Experten180.000 neue Jobs erwartet hatten. Die Arbeitslosenquote blieb damit bei 4,9 Prozent. Die Beschäftigungsquote, also der Anteil der Erwerbspersonen an der Gesamtheit der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter, blieb mit 62,8 Prozent stabil. Die Beschäftigungsquote nahm jedoch in den vergangenen Jahren bereits immer mehr ab, sodass die Arbeitsmarktdaten ohnehin geschönt sind. Neben den Konjunkturdaten wird in den nächsten Monaten der US-Präsidentschaftswahlkampf die Kurse an der Wall Street mit beeinflussen.

Paradox: Aufgrund der Angst vor einer Zinserhöhung der Fed bedeuten schlechte Konjunkturdaten in den USA steigende Aktienkurse

Noch tendieren die Kurse an der Wall Street nahe der Allzeithochs seitwärts. Der Dow Jones Industrial Index stieg am Freitag, 2. September 2016, nach den US-Arbeitsmarktdaten um 0,39 Prozent auf 18.492 Indexpunkte, wobei vor allem Aktienrückkaufprogramme den Markt künstlich oben halten. Einige Börsen-Gurus wie die Investment-Legenden George Soros und Marc Faber setzen weiterhin auf fallende Aktienkurse in den USA, aber steigende Goldkurse.

Fusionsgerüchte treiben die Kurse der Deutschen Bank und Commerzbank an

In Deutschland sorgte vor allem das Gerücht, dass die beiden Großbanken Deutsche Bank AG und Commerzbank AG fusionieren wollen bzw. müssen, für Bewegung am deutschen Aktienmarkt. Der deutsche Aktienindex Dax stieg am Freitag nach den US-Arbeitsmarkdaten um 1,22 Prozent auf 10.689 Indexpunkte bzw. nachbörslich sogar auf 10.715 Indexpunkte. Dabei dementierten beide Banken-Vorstände das Fusionsgerücht. Der Commerzbank droht bei einer Marktkapitalisierung von nur noch 8 Milliarden Euro der Ausschluss aus dem Dax. Die Commerzbank hat Eigenkapital von 30 Milliarden Euro, die Deutsche Bank von etwa 50 Milliarden Euro. Bank-Analysten vermuten jedoch eine Reihe von Abschreibungen und Kreditausfällen. Besonders intransparent gestaltet sich der Bereich der Derivate.

Notenbanken dominieren die Aktienmärkte weiter

Am Donnerstag wird wieder die Europäische Zentralbank EZB im Vordergrund der Anlageentscheidungen stehen. Hier wird eine Verlängerung des Anleihen-Aufkaufprogramms um sechs Monate erwartet. Eine weitere Senkung des negativen Einlagenzinses ist unwahrscheinlich. Diskutiert wird auch, ob die EZB auch einmal Aktien aufkaufen wird, wie es die Notenbanken Japans und der Schweiz schon jetzt machen. Viel Beachtung wird auch das „Beige Book“ am 7. September 2016 über die wirtschaftliche Verfassung der USA finden. Am 21. September kommt dann die spannende Frage, ob die Fed die Zinsen trotz schwacher US-Konjunkturdaten erhöhen wird. Das könnte die Anleger auf dem falschen Fuß erwischen. Für wenig Gesprächsstoff an der Börse sorgt im Moment der Brexit, wobei die offizielle Brexit-Entscheidung der britischen Regierung wohl noch lange auf sich warten lässt.

Duma-Wahlen in Russland ohne Wirkung

In Russland wird es am 18. September Duma-Wahlen geben, wobei dort keine Überraschungen zu erwarten sind. Auch bei der nächsten Opec-Konferenz dürfte es zu keinen Überraschungen wie eine Fördermengenverringerung kommen. Der russische RDX-Index (auf Euro-Basis) stieg am Freitag um 2,41 Prozent auf 1.138 Indexpunkte und der RTS (auf US-Dollar-Basis) um 2,6 Prozent auf 969 Indexpunkte, was nahe dem Jahreshöchstkurs ist. Der Micex (auf Rubel-Basis) stieg um 1,26 Prozent auf 2003 Indexpunkte, was ein sogar neues Allzeithoch bedeutet.

Moskauer Aktienindex Micex auf Allzeithoch

Der Micex stieg in den zurückliegenden drei Jahren um 46 Prozent und in den vergangenen fünf Jahren um 32 Prozent. Es gab in diesen fünf Jahren nie einen Aktien-Crash an der Moskauer Aktienbörse, sondern nur einen Rubel-Crash im Jahr 2014 an der Moskauer Devisenbörse. Daher ist der RTS in den vergangenen fünf Jahren auch um 40 Prozent gefallen.

Damit schnitt die Moskauer Börse auch am Freitag mit am besten unter allen Weltbörsen ab. Der Brent-Ölpreis gab in den vergangenen Wochen kräftig von 49,5 auf 45,5 US-Dollar/Barrel ab, erholte sich aber wieder am Freitag um 2,77 Prozent auf 46,85 US-Dollar/Barrel. Der Euro stieg zum Rubel um 1,05 Prozent auf 73,59 Euro/Rubel.

Der Goldpreis konnte um 0,85 Prozent auf 1.325 US-Dollar/Unze erholen; er war allerdings im August um 3 Prozent gefallen. Der Silberpreis erholte sich am Freitag sogar um 2,91 Prozent auf 19,44 US-Dollar/Unze wegen der schwachen US-Arbeitsmarktdaten.

(Andreas Männicke)


 


 

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