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Salami-Crash – Weltbörsen geben langsam nach

Die Technologiebörse Nasdaq und auch weitere Weltbörsen verzeichnen kräftige Kurskorrekturen. Gold kommt allmählich wieder. Kryptowährungen tendieren seitwärts. Russische Ölaktien bleiben Top-Performer.

Die Wall Street erlebte vom 23. bis 26. Oktober 2018 nach dem Mini-Crash am 10. Oktober einen weiteren herben Rückschlag, was man als „Salami-Crash“, also langsamer, aber langanhaltender Abschwung bezeichnen kann. Sogar relativ gute Quartalszahlen von Alphabet und Amazon wurde negativ aufgenommen. Die kräftigen Kurskorrekturen gab es nicht nur an Wall Street, sondern an alle Weltbörsen.

Nasdaq-Aktien brechen ein

Fast alle Börsen gaben in der vergangenen Woche erneut nach, was man schon einen „Salami-Crash“ nennen kann. Dabei verloren besonders die Technologieaktien an der Nasdaq-Börse in den USA enorm an Wert, obwohl die Quartalszahlen recht gut waren. So konnte Amazon den Quartalsgewinn zum Vorjahr auf 2,9 Milliarden US-Dollar fast verzehnfachen und auch den Umsatz erheblich steigern und dennoch wurde die Aktie abgestraft. Ähnlich erging es auch anderen Technologieaktien. Der Nasdaq-Composite-Index gab am Freitag um 2 Prozent nach auf 7.167 Indexpunkte nach. Ende September lag dieser Index noch auf einem neuen Allzeithoch bei mehr als 8.000 Punkten. Der Kursverlust betrug also mehr als 10 Prozent, aber eben nicht an einem Tag.

Am 6. November 2018 finden in den USA wichtig Kongresswahlen statt. Dann könnten die Republikaner die hauchdünne Mehrheit im Senat verlieren. Im Vorfeld gibt es Briefbombenanschläge gegen prominente Trump-Gegner. Das Land bleibt gespalten. Das verunsichert auch die Anleger. Der der Antisemitismus nimmt in den USA zu, wie die Wahnsinnstat in Pittsburgh in einer jüdischen Synagoge mit elf Toten zeigt. Der Hass nimmt dort auch in vielfacher Hinsicht zu, wobei die Medien, unter anderem CNN, Trump dafür mitverantwortlich machen. Die USA befinden sich nun in der Schockstarre.

Drohen in Deutschland Weimarer Verhältnisse?

Die Markttechnik ist ebenso schlecht wie beim deutschen Aktienindex Dax, der am Freitag um 0,97 Prozent auf 11.197 Indexpunkte nachgab und damit in einem Jahr schon 14,7 Prozent verlor, während sich der Nasdaq Composite noch mit 9,3 Prozent in einem Jahr im Plus befindet. Die Landtagswahlen in Hessen bestätigten den allgemein Trend in Europa, dass Volksparteien immer mehr an Vertrauen und Zustimmung verlieren. Die Tage von Bundeskanzlerin Angela Merkel dürften gezählt sein und auch die der Großen Koalition. Es drohen sogar „Weimarer Verhältnisse“ oder zumindest italienische Verhältnisse bei sechs Parteien in den Landtagen und im deutschen Bundestag. Damit wird eine Regierungsbildung und Zukunftsgestaltung immer schwieriger.

Aktien von Bayer und Fresenius Medical Care fallen

Die politische Situation in Deutschland verunsichert die Anleger hierzulande zunehmend, ebenso wie die ungelösten Probleme „Brexit“ und Italien-Verschuldung. Zudem ist die Markttechnik sehr angeschlagen. So kam der Kurseinbruch auch hier nicht überraschend. Zudem belasten Kursabstürze wie bei den Konzernen Bayer und Fresenius Medical Care wegen der Klagen bzw. Probleme in den USA. Der Bayer-Kurs brach im Oktober von 75 auf 66 Euro ein und der von Fresenius Medical Care sogar von 90 auf 70 Euro. Und auch der neue Dax-Wert und vorherige Anleger-Liebling Wirecard brachen von über 180 auf unter 160 Euro ein, obwohl hier die Zahlen weiter gut sind. Die Nervosität der Anleger wird jetzt offensichtlich immer größer, da bei schlechten Nachrichten weiter Kursverluste drohen. Der „Salami-Crash“ kann sich also fortsetzen.

Goldpreis trotz Erholung immer noch im Minus

Gold legte nur leicht von 1.200 auf 1.235 US-Dollar/Feinunze im Hoch zu, konnte aber auch bisher nicht sonderlich von den Kursturbulenzen an den Weltbörsen profitieren. In einem Jahr ist der Goldpreis immer noch mit 5 Prozent in US-Dollar im Minus und auch in Euro nur auf dem Niveau wie zu Jahresbeginn, was Goldanleger enttäuscht. Die meisten Goldaktien befinden sich nach wie vor im Keller. Auch der Silberpreis stieg nur um 2 Prozent zum Vormonat auf 14,7 US-Dollar/Feinunze; er ist seit Jahresbeginn mit 13 Prozent im Minus.

Auch Kryptowährungen wie Bitcoin, Ripple oder Ethereum tendieren nur seitwärts, sind also bisher nicht die großen Gewinner des Salami-Crashs an den Weltbörsen.

Russische Ölaktien bleiben Outperformer trotz US-Sanktionen

Der Brentölpreis fiel zwar im Oktober von 86 auf nunmehr 77 US-Dollar/Barrel, der russische Aktienmarkt und der Rubel blieben dennoch recht stabil. So gab der RDX-Index, ein Kunstprodukt der Wiener Börse für russische Aktien, am Freitag mit 2 Prozent nach, er bleibt damit mit 3,4 Prozent in Euro immer noch im Plus und konnte damit den Dax erneut klar outperformen. Der Rubel stieg auf 74,5 Euro/Rubel. Russische Gas- und Ölaktien wie Gazprom, Lukoil und Rosneft bleiben weltweit unter den Outperformern, das heißt, ihre Kurzentwicklung liegt über dem Durchschnitt des Branchenindexes, denn sie stiegen schon über 25 Prozent in diesem Jahr.

Gute Chancen werden auch dem kanadischen Ölwert Saturn Oil & Gas eingeräumt, der gerade zu 0,24 Kanadische Dollar eine Kapitalerhöhung macht, um hernach zu expandieren. Jetzt kommt es sehr darauf an, ob die USA neue Sanktionen gegen die russischen Staatsbanken Sberbank und VTB Bank aussprechen. Das würde wiederum den Rubel und die Moskauer Börse destabilisieren.

Trump düpiert Putin – Gespräch in Paris geplant

US-Präsident Trump will den Atomabrüstungsvertrag mit Russland aufkündigen. Am 11. November hat er ein Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Paris geplant. Man darf gespannt sein, ob der „kalte Krieg“ zwischen den USA und Russland dann abgemildert werden kann und ob es Fortschritte beim Ukraine-Konflikt geben wird. Derweil wird in Norwegen gerade mit dem größten Nato-Manöver aller Zeiten, ein „richtiger Krieg (gegen Russland?) mit 50.000 Soldaten, davon 10.000 Soldaten aus Deutschland, geprobt. Man kann nur hoffen, dass aus einem „kalten Krieg“ kein heißer Krieg entsteht. Auch die Ukraine rüstet jetzt mit Hilfe der USA erheblich auf.

Börsen in Osteuropa sind klare Outperformer

Die Börsen in Osteuropa konnten sich teilweise weiterhin überdurchschnittlich entwickeln. So sind die Börsen in Russland, Ukraine, Slowenien, Rumänien, Litauen, Slowakei und Tschechien seit Jahresbeginn alle im Plus und können die meisten Weltbörsen-Indices, so auch Dax und EuroStoxx, klar outperformen.

Seminar-Hinweis: Das nächste ESI-Ostbörsen-Seminar „Go East!“ findet am 28. November 2018 um 17 Uhr in Frankfurt/Main statt. Info und Anmeldung unter www.eaststock.de/Dienstleistungen/Seminare

(Andreas Männicke)


 


 

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