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US-Handelskrieg schickt Weltbörsen auf Talfahrt

Der Handelskrieg der USA mit der Europäischen Union und mit China schickt den Dax Talfahrt. Die Kapitalflucht in der Türkei setzt sich nach Erdogans Wahlsieg fort. Gold befindet sich ebenfalls auf Talfahrt. Der russische Aktienmarkt hält sich als relativer Outperformer. Börsenexperte und Gastautor Andreas Männicke gibt einen Überblick und stellt Alternativen bei fallenden Aktienkursen vor.

Der Handelskrieg zwischen USA und EU sowie USA und China spitzt sich zu

US-Präsident Donald Trump lässt bei der Zollpolitik nicht locker. Er will jetzt zusätzlich deutsche Autos mit höheren Zöllen belegen. Bei Daimler gab es deswegen bereits einen Gewinnwarnung, woraufhin die Kurse aller Automobilaktien schon in den letzten Wochen einbrachen. China will auf die Zollerhöhung der USA am 6. Juli ebenfalls mit der Zollerhöhung von 545 US-amerikanischen Produkten reagieren. China droht Trump nun mit der Erhöhung des Volumens auf 100 bis 200 Milliarden US-Dollar. Trump will das Handelsbilanzdefizit der USA im Volumen von 700 Milliarden US-Dollar in jedem Fall verringern.

Nachdem die Europäische Union (EU) unter anderem Motorräder der Marke Harley-Davidson mit höheren Zöllen belegt hat, will der Motorradhersteller nun einen Teil der Produktion nach Europa verlegen, was Trump überhaupt nicht schmeckt. Der Zoll für Harley-Davidson wurde von 5 auf 31 Prozent erhöht. Der Kurs von Harley-Davidson brach von 45 auf 41 US-Dollar ein.

Deutschland vor der Zerreißprobe im Asylstreit

Der Handelskrieg der USA mit der EU sowie mit China schickte auch den deutschen Aktienleitindex Dax auf Talfahrt. In Deutschland besteht zusätzlich die Gefahr, dass die Regierungskoalition am Asylstreit scheitert, was ganz Europa verunsichern und spalten wird. Europa könnte mit dem Bruch der Koalition hernach sogar auseinanderfallen. Bis Ende der Woche wollen CDU und CSU die Frage klären, ob es freie Grenzen und eine europäische Lösung oder die Schließung der Grenzen für Asylanten aus einem Drittland gibt. Im Fall des Bruchs der Koalition und anschließender Neuwahlen dürfte der Dax noch weiter nachgeben. CDU und SPD sind schon lange in einem Stimmungstief bei den Wählern. Die CSU will bei den Landtagswahlen mit dem Asyl-Thema punkten.

Erdogan sorgt nicht für Vertrauen – türkische Lira im freien Fall

In der Türkei gibt es auch nach dem Wahlsieg des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan eine fortgesetzte Kapitalflucht. 6.000 Reiche haben schon die Türkei verlassen, was die Talfahrt der türkischen Lira beschleunigt. Die türkische Lira verlor gegenüber dem Euro schon über 20 Prozent an Wert. Der Euro stieg innerhalb eines Jahres um 35 Prozent (!) von 4,0 auf 5,4 EUR/TRY. Dadurch kommen jetzt auch türkische Unternehmen in Bedrängnis, die sich zu hoch im Fremdwährung verschuldet habe. Erdogans eigenwillige, autokratische Politik sorgte nicht gerade für Vertrauen im Ausland. Immerhin stieg das Bruttosozialprodukt im vergangenen Jahr noch um 7 Prozent. Hohe Inflationsraten und Zinsen sorgen aber für Unmut in der Bevölkerung. Dennoch wurde Erdogan mit 53 Prozent gewählt und hat nun mehr Macht denn je.

Weltbörsen wegen Handelskrieg auf Talfahrt

Auch die asiatischen Börsen tendieren aufgrund des Handelskriegs zwischen den USA und China jetzt deutlich schwächer. Das gilt auch für die US-Indices, wobei sich der Nasdaq mit einem Plus von fast 10 Prozent noch am besten behaupten konnte. Und auch der deutsche TecDax ist noch mit über 8 Prozent im Plus. Dagegen rutschte der Dax jetzt mit 5 Prozent ins Minus bei einem Stand von 12.270 Zählern. Ende Mai lag er noch bei über 13.000 Indexpunkten.

Moskauer Börse bleibt relativer Outperformer

Dagegen blieb der russische RDX-Index mit einem Plus von 1 Prozent bei 1.292 Indexpunkten ein relativer Outperformer, weil sich der Ölpreis bei 75 US-Dollar/Barrel stabilisierte. Gold enttäuschte hingegen erneut in Anbetracht der Krisen. Der Goldpreis brach auf 1.256 US-Dollar/Unze ein, was ein neues Sechs-Monatstief war. Auch der Silberpreis gab deutlich auf 16,2 US-Dollar/Unze nach.


 


 

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