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US-Notenbank setzt keine neuen Akzente

Eine Zinserhöhung in den USA ist ausgeblieben, vielmehr stellte die US-amerikanische Notenbank am 17. März 2016 weiterhin niedrige Zinsen in Aussicht. Zuvor sorgte die Europäische Zentralbank für gute Stimmung an den Börsen, indem die Zinsen auf null Prozent gesenkt und das Anleihenaufkaufprogramm erheblich ausgeweitet wurde. Insofern rechnen die Anleger auf eine Frühjahrsally, zumal sich ein Lichtblick am Horizont der geopolitischen Themen wie dem Syrien-Konflikt abzeichnen. Besonders positiv reagierten die Moskauer Börse und der Rubel auf die Ereignisse der vergangenen Woche.

Die US-Notenbank Fed hat die Zinsen am 17. März nicht erhöht und damit die Aktienmärkte beruhigt, denn steigende Zinsen sind bekanntlich Gift für die Börsen. Damit war die Notenbank-Sitzung ein Non-Event für die Weltbörsen. Die Europäische Zentralbank EZB wird auch die Geldschleusen nun wieder weit öffnen. Einige befürchten sogar „Helikopter-Geld“. Das würde bedeuten, dass die EZB nicht nur die Minuszinsen bei Bankeinlagen erhöht, sondern auch noch Geld an die europäische Bevölkerung verschenken wird, um den Konsum anzukurbeln. Das wäre die Ultima Ratio zur Bekämpfung einer Deflation, die das Schreckgespenst aller Notenbanken ist. Von dem Inflationsziel von 2 Prozent sind derzeit alle westlichen Notenbanken weit entfernt.

Die Notenbanken sind mit ihren Latein am Ende. Falls die Notenbank aber das Vertrauen verliert, könnte sich aus einer Deflationsgefahr ganz schnell eine Hyper-Inflation-Gefahr entwickeln. Die Notenbanken beschreiten damit einen schmalen Weg und stehen gleichsam auch immer wieder vor dem Abgrund. Die Bargeldabschaffung ist ein ebenso heikles Thema wie die Nullzinspolitik, die die Geschäftsmodelle vieler solider Banken zerstört.

Geopolitische Krisen treten in den Hintergrund

Neben der Notenbankenpolitik wird die Börsen-Stimmung immer wieder von geopolitischen Ereignissen überlagert. Aber auch hier gibt es positive Signale. Russland zieht sich militärisch aus Syrien zurück. Der Türkei-Gipfel wurde erfolgreich abgeschlossen, sodass das Flüchtlingsproblem in Europa abgemildert wird. In Belgien gab es erfolgreiche Polizei-Aktionen gegen Islamisten, die beim Terroranschlag in Paris involviert waren.

Und dennoch ist der Krieg gegen die Terrormiliz IS noch lange nicht gewonnen. Im Gegenteil: Es sind jetzt mehr Terrorattacken in der Türkei zu erwarten. Am Wochenende starben wie schon in der Vorwoche erneut viele Menschen durch einen Bombenanschlag in Istanbul. Es gab zwar einen großen Aufschrei und einige Solidaritätsaktionen bei den Terroranschlägen in Paris. Bei den sich wiederholenden Terroranschlägen in Istanbul gibt es jedoch kaum Medien-Echo, geschweige denn weltweite Solidaritätsaktionen.

Deutsch-Russisches Forum hofft auf Beendigung der Eiszeit

Am 17. März fand auch die Mitgliederversammlung des Deutsch-Russischen Forums in Berlin im Hotel Adlon statt, bei dem ich anwesend war. Die Mitglieder diskutierten heftig mit Versammlungsleiter Matthias Platzeck, wie man die Eiszeit zwischen Russland und der EU bzw. Deutschland beenden könne. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Leitmedien, die auf beiden Seiten oft sehr einseitig und tendenziös berichten, was nicht ganz ungefährlich ist. Das Investitionsklima ist in Russland denkbar schlecht. Dennoch halten viele deutsche Unternehmen nicht nur Russland die Stange, sondern sprechen von „business as usual“. Andere beklagen sich, dass sich Russland bei Aufträgen immer mehr China zuwende.

Es sprachen dort hernach der deutsche Wirtschaftminister Sigmar Gabriel und der russische Botschafter Wladimir M. Grinin. Es kommt jetzt sehr darauf an, ob Minsk II in der Ukraine umgesetzt werden kann, damit auch die Sanktionen abgebaut oder zumindest abgemildert werden können.

Aktienmärkte – Anleger erhoffen eine Frühjahrsrally

Da die geopolitischen Ereignisse in den Hintergrund traten und die Fed die Zinsen nicht erhöhte, hoffen jetzt die Anleger auf eine Frühjahrsally. Der Deutsche Aktienindex Dax kämpft jetzt mit der 10.000er-Marke, nachdem die Kurse im Januar bis Mitte Februar um fast 20 Prozent einbrachen. Am Freitag, 18. März, schloss der Dax mit einem Plus von 0,72 Prozent bei 9.948 Indexpunkten und der amerikanischen Dow Jones Industrial Index mit einem Plus von 0,69 Prozent auf 17.602 Indexpunkte.

Moskauer Börse mit neuem Fünfjahreshoch in Rubel

Am besten schnitt wieder einmal die Moskauer Börse ab, die sich seit dem 12. Februar schon um über 30 Prozent erholen konnten. Am Freitag stiegen der russische RDX-Index (in Euro) um 1,14 Prozent auf 1.032 Indexpunkte, der RTS-Index (in US-Dollar) um 1,3 Prozent auf 885 Indexpunkte und der MICEX-Index stieg (in Rubel) um 1,23 Prozent auf 1.914 Indexpunkte. Der MICEX Index (in Rubel) erreichte am Freitag damit sogar auf ein neues Fünfjahresjoch. Er stieg seit Jahresbeginn um 11 Prozent, um 17 Prozent in einem Jahr, um 31 Prozent in drei Jahren und um 10 Prozent in fünf Jahren.

Deckelung der Öl-Produktion ist psychologisch wichtig

Die Rally an der Moskauer Börse lag auch daran, dass sich der Brent-Ölpreis am Freitag um 0,17 Prozent auf 41,47 US-Dollar/Barrel und damit um über 40 Prozent seit dem Tief im Januar erholte. Folglich fiel der Euro zum Rubel seit dem 12. Februar von 90 auf nunmehr 76,92 Euro/Rubel. Am 20. März fand eine wichtige Sitzung einiger OPEC-Länder wie Saudi-Arabien und Katar in St. Petersburg statt, um die Deckelung der Ölproduktion zu beschließen. Auch Iran will die Produktion begrenzen, allerdings erst, wenn eine Ölproduktion von 4 Millionen Barrel/Tag erreicht sein wird. Diese Deckelung der Ölproduktion ist eher psychologisch wichtig, den die betreffenden Länder produzieren damit weiter fast am Limit.

Osteuropabörsen werden in den Medien stiefmütterlich behandelt

Aktien wie Mosenergo, Rostelekom, X 5 Retail Group und RuSal stiegen am Freitag um 6 bis 7 Prozent, Öl- und Gasaktien Gazprom und LUKoil immerhin um 1 bis 2 Prozent. Damit konnten russische Aktien auch in Euro wieder einmal deutsche Dax-Aktien klar outperformen. Die baltischen Börsen stiegen auch bereits um 6 bis 7 Prozent in diesem Jahr und sie erwiesen sich zu Jahresbeginn, als die Westbörsen noch einbrachen, sehr wertstabil. Acht Börsen aus Osteuropa konnten bisher den Dax klar outperformen. Daher lohnt sich gerade jetzt immer wieder ein Blick auf die Börsen in Osteuropa, wenn man eine Frühjahrsrally erwartet, aber auch ohne dies. Leider werden die Aktien aus Osteuropa in den Medien immer noch sehr wenig handelt.

Nach der Korrektur im August/September 2015, in der ersten Dezemberhälfte 2015 und nun auch in den ersten Handelswochen im neuen Jahr (bis 12. Februar) bleibt die Moskauer Börse eine attraktive und stark unterbewertete Trading-Börse, die vom 21. bis 29. Januar 2016 sogar um 25 Prozent und vom 11. Februar bis 20. März 2016 um über 30 Prozent anstieg, was die großen Trading-Chancen selbst in einem Bärmarkt aufzeigt.

(Redaktion)


 


 

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