Sie sind hier: Startseite Hamburg Finanzen Aktien & Fonds
Weitere Artikel
Aktienmärkte

US-Notenbank sorgt vorübergehend für Rückenwind an den Börsen

Wieder einmal dominierten die Notenbankentscheidungen das Geschehen an den Weltbörsen. Ein Gastbeitrag von Börsenexperte Andreas Männicke.

Die Europäische Zentralbank EZB ließ die Zinsen unverändert. Das Gleiche gilt für die englische Notenbank, sie will aber die Zinsen in Zukunft senken, ebenso wie die japanische Notenbank, die dagegen die Geldmenge – wahrscheinlich durch Aktienkäufe – ausweiten will. Auch die Fed ließ die Zinsen am 21. September unverändert, worauf die Anleger gleich wieder erleichtert zugriffen und die Aktienkurse am 21. und 22. September unisono anstiegen. Am 23. September kam es bereits wieder zu Gewinnmitnahmen und leichten korrekteren an den Weltbörsen. Nun fragen sich die Anleger, wie lange der Rückenwind anhält.

Da die amerikanische Notenbank die Zinsen am 21. September nicht erhöht hat, stiegen die Aktienkurse an der Wall Street wieder an. Besonders gut läuft es an der Moskauer Börse, aber auch in Kasachstan. Die Sberbank erreichte seit 2015 schon ein Plus von 156 Prozent und Aeroflot ein Plus von 180 Prozent. Da die Fed-Chefin Janet Yellen aber eine Zinserhöhung für Dezember in Aussicht stellte, war die Stimmung auch wieder gedämpft. Der Rückenwind der Fed dürfte nicht lange anhalten, denn jetzt beginnt der „heiße Herbst“ an den Weltbörsen. Zudem nimmt die Glaubwürdigkeit der Notenbankpolitik immer weiter ab, da die Notenbank-Ziele, wie 2 Prozent, nicht erreicht werden.

Sorgen um die Deutsche Bank

Dabei sieht das Konjunkturbild in den USA nicht sonderlich positiv aus, genauso wenig wie in Europa mit sehr schwachen Wachstumszahlen in Frankreich und Italien. In Deutschland muss man sich sogar Sorgen um den Fortbestand der Deutsche Bank AG machen, die von US-Justizministerium eine Klage über 14 Milliarden US-Dollar wegen Immobilienkredite aus den Jahr 2008 auf den Tisch bekam. Dennoch schnitt auch der deutsche Aktienindex Dax nach der Zinsentscheidung der Fed zunächst recht positiv ab.

Am 23. September korrigierten allerdings auch der Dax um 0,65 Prozent auf 10.614 Indexpunkte, ebenso wie der Dow Jones Industrial Index um 0,71 Prozent auf 18.261 Indexpunkte. Gold tendierte seitwärts bei 1.338 US-Dollar/Unze und Silber gab um 0,96 Prozent auf 19,70 US-Dollar/Unze nach, nachdem die Preise für Gold und Silber an den beiden Vortagen auch davon profitierten, dass die Fed zunächst nichts machte und die Füße still hielt.

Moskauer Börse bleibt top

Besonders gut schnitt in diesem Jahr die weiterhin Moskauer Börse ab. Der RTS-Index stieg schon über 25 Prozent, korrigierte am Freitag aber auch um 0,82 Prozent auf 993 Indexpunkte, nachdem der Brent-Ölpreis um 3 Prozent auf 46,03 US-Dollar/Barrel und der WTI-Ölpreis sogar um 4,1 Prozent auf 44,03 US-Dollar/Barrel nachgab. Noch besser als der russische Aktienmarkt schnitten in Osteuropa nur die Aktien aus Kasachstan ab, die schon um 28 Prozent in diesem Jahr zulegen konnte.

Die Probleme in Syrien und in der Ukraine bleiben nach dem Waffenstillstand ungelöst

Der deutsche Vize-Kanzler und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel war vergangene Woche in Moskau, um die Wirtschaftsbeziehungen zu Russland zu verbessern, die noch sehr unter den Sanktionen leiden. Voraussetzung für die Beendigung der Sanktionen ist die Umsetzung der Minsk-II-Vereinbarungen für die Ukraine. In der Ukraine wurde zwar ein Waffenstillstand beschlossen, der jedoch sehr brüchig ist. Auch in Syrien gab es ein Waffenstillstandsabkommen, das aber zunächst von der amerikanischen Luftwaffe gebrochen wurde, indem 60 syrische Soldaten bei einen US-Luftangriff angeblich „versehentlich“ getötet wurden. Wer für den anschließenden Anschlag auf die UN-Hilfslieferungen verantwortlich war, ist noch ungeklärt. Auch hernach wurde Aleppo weiter bombardiert und es starben weiter Zivilisten. Wer ist nun in der Lage, dieses unnötige Morden zu beenden? Aber auch die Probleme in der Ukraine bleiben ungelöst, was aber im Moment kein relevantes Thema für die Börsen zu sein scheint.

(Andreas Männicke)


 


 

Notenbank
US-Dollar
Aktien
Aktienmärkte
US-Notenbank
Fed
Europäische Zentralbank EZB
Zinsen
Weltbörsen
Moskauer Börse

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Notenbank" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: