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Wall Street: größter Kurseinbruch nach dem Brexit

Der Anfang vom Ende des Euros?

Ende Oktober soll es in Italien ein Referendum über eine Verfassungsänderung geben. Wenn hier der Premier Matteo Renzi nicht die Mehrheit über sein Vorschlag bekommt, will er abtreten. Die Fünf-Sterne-Bewegung könnte bei Neuwahlen vorne liegen. Sie will den Euro – ebenso wie die Front National in Frankreich – abschaffen. Der Euro ist also in Gefahr ebenso wie Europa. Aber auch in den USA, Japan und sogar in China kann es neue Protestwellen geben, die auch im Chaos enden können. In den USA werden viele Wähler von der Demokratie faktisch ausgeschlossen. Sie machen entweder nicht mit oder wählen eben Trump als angeblich „starken (Marketing-)Mann“. Es ist die Wahl zwischen Pest und Cholera in den USA. Die Hälfte der Bevölkerung wird nicht mitgenommen und ein Großteil wird sogar völlig ausgeschlossen, was gefährlich ist.

Der Anfang vom Ende von kapitalistischen Systems?

Bisher konnten nur durch außergewöhnliche Maßnahmen, neudeutsch „Quantitative Easing“, das kapitalistische System am Leben erhalten und Banken gerettet werden. Durch die Nullzinspolitik der Notenbanken werden aber nur Probleme zeitlich nach hinten verschoben, ebenso wie das globale Verschuldungsproblem. Zudem entstehen neue Probleme wie Blasenbildungen und Abschaffen des Geschäftsmodells für Versicherungen, Banken und Pensionskassen. Eine vernünftige Altersvorsorge ist außer durch Aktien, Immobilien und Gold nicht mehr möglich. Die Risiken im Anleihenbereich werden immer größer. Hier kann es früher oder später auch zum Totalausfall kommen, wenn Länder pleitegehen und Notenbanken nicht mehr als Ultima Ratio retten können. Wer jetzt Anleihen kauft, macht garantiert Verluste und dennoch werden sie gekauft. So etwas Absurdes gab es noch nie in der Nachkriegszeit.

Dabei handelte es sich aber um die größte Zinsmanipulation, die es je gab. Was passiert aber, wenn man den Notenbanken nicht mehr vertraut? Dann wären Währungskrisen die Folge. „Prepper“, Menschen, die sich auf Ernstfälle und Katastrophen vorbereiten, tun dies schon lange auf für den Fall eines System-Crashs. Der deutsche Innenminister Thomas de Maizière empfiehlt jetzt ebenfalls im Haus Notreserven für eine Krise zu haben, wo nichts mehr funktioniert außer dem Chaos. Zudem drohen Cyber-Kriege und es werden weitere Terroranschläge im Hintergrund geplant, von denen wir gar nichts mitbekommen.

Russland und China versuchen übrigens durch bilaterale Gespräche und Kooperationen – auch im militärischen Bereich, den amerikanischen Turbo-Kapitalismus zu begegnen. Aus Altem entsteht etwas Neues. Wenn etwas ein Ende hat, fängt etwas Neues an. Es lebe – zuweilen – auch das kreative Chaos und das Leben geht weiter – so oder so! Und außerdem: Nur Schwarzmalerei macht keinen Sinn und die Bezeichnung „Anfang vom Ende“ kann ein sehr langer Zeitraum sein. Wie oft wurde schon behauptet, dass das der Anfang vom Ende sei und dann dauerte das „Ende“ doch wesentlich länger als erwartet oder es kam zu gar keinem Ende. So manche erhoffen sich ein Ende vom Schrecken, aber oft wird es ein Schrecken ohne Ende. Warten wir es ab.

Hauptsache kein Krieg, auch kein (angeblicher) Anti-Terror-Krieg, denn das ist das unmenschlichste Verbrechen, was ein Politiker jemals beschließen kann. Die USA befinden sich seit dem 11. September 2001 in einem permanenten Anti-Terror-Krieg und schaffen damit mehr Unheil für die Welt, als uns allen lieb sein kann. Hier der Anfang vom Ende leider nicht absehbar, auch nicht in Syrien und im Irak.

Am 11. September 2001 begann der unsägliche Anti-Terror-Kampf der USA – damit auch die Ursache der Flüchtlingswelle in Europa durch Destabilisierung des ganzen arabischen Raums. Wo soll das hinführen und wie soll im arabischen Raum dauerhaft Frieden geschaffen werden, solange die USA – vordergründig – einen dauerhaften Anti-Terror-Krieg führen? Russlands Präsident Wladimir Putin ist der Meinung, wenn die demokratische US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton die Wahl gewönne, gäbe es Krieg, wohlmöglich sogar einen Welt-Krieg.

Duma-Wahlen in Russland als Non-Event

Am 18. September sind Duma-Wahlen (Parlamentswahlen) in Russland. Die Demokratie ist in dem föderativen Staat wenig ausgeprägt. Einige westliche Länder mögen sich aber nach solchen Verhältnissen, also „gelenkten Demokratien“ wie in Russland, wo es zumindest klare Verhältnisse gibt, später einmal sehnen.

Die Moskauer Börse bleibt eine der stabilsten und am besten performenden Börsen bisher in diesem Jahr, wobei die Duma-Wahlen wohl ein Non-Event sein werden. Wichtiger für Russland ist das nächste Treffen der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) im Oktober. Der Brentölpreis gab am 9. September um 3 Prozent auf 48 US-Dollar/Barrel nach, sodass der RTS-Index um 2,49 Prozent auf 987,87 Indexpunkte nachgab.

Der Micex-Index verlor aber nur 1,01 Prozent an Wert auf 2.018 Indexpunkte, was nahe dem neuen Allzeithoch liegt. Der RTS-Index stieg damit in einem Jahr um 23,4 Prozent und der Micex um 17,8 Prozent.

Der Goldpreis fiel um 0,73 Prozent auf 1.328 US-Dollar/Unze und der Silberpreis um 2,85 Prozent auf 19,44 US-Dollar/Unze. Der Grund: die Angst vor einer Zinserhöhung der Fed am 21. September.

(Andreas Männicke)


 


 

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