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Weltbörsen noch gelassen – Osteuropa-Börsen als Outperformer und „Oasen der Stabilität“

Die Börsen in Rumänien und Ukraine sind derzeit die Top-Performer der Welt und insgesamt acht Börsen in Osteuropa konnten 2018 bisher den deutschen Leitindex Dax und den US-amerikanischen S&P-Index klar outperformen. Sogar die Moskauer Börse schnitt selbst nach den scharfen und unsinnigen Sanktionen der USA gegen einige russische Oligarchen und russische Unternehmen besser ab als der Dax.

Auf der anderen Seite drohen jetzt ein Handelskrieg der USA gegen China und die Europäische Union (EU) sowie ein verschärfter „kalter Krieg“ der USA gegen Russland. Auch droht ein Krieg gegen Iran durch Israel und Saudi-Arabien mit Unterstützung der USA. Und es droht ein neuer Krieg in der Ukraine im Sommer. Dynamit liegt in der Luft, auch wenn es zum Glück Entspannungstendenzen in Nordkorea gibt.

Entspannung in Nordkorea, jedoch erhöhte Spannung mit dem Iran

Nachdem sich Nord- und Südkorea auf ein Atomabrüstungsprogramm und einen Friedensprozess einigen, droht der israelische Präsident Benjamin Netanjahu dem Iran mit einem Militärschlag, da es angeblich unwiderlegbare Beweise gibt, dass der Iran heimlich unterirdisch am Bau einer Atombombe weiterarbeitet. Auch der US-amerikanische Präsident Donald Trump hält den Iran für den größten Störenfried im Nahen Osten, da er den syrischen Machthaber Baschar Hafiz al-Assad und im Jemen Rebellen unterstützt.

Falls der Iran tatsächlich militärisch angegriffen wird, was Saudi-Arabien sicherlich begrüßen und unterstützen würde – ebenso wie die USA –, würden sich China und Russland für den Iran einsetzen und wohlmöglich sogar auch militärisch. Damit ist der Weltfrieden jetzt mehr in Gefahr denn je.

Handelskrieg ja oder nein? – Trump entscheidet über den Welthandel

Trump kann am 15. Mai 2018 die Unterbrechung der Sanktionen gegen den Iran aufheben, den vor allem die europäischen Länder Frankreich und Deutschland mit dem Iran ausgehandelt haben. Auch die sehr unterwürfigen Staatsbesuche von Emmanuel Macron und Angela Merkel haben wohl wenig genützt, um Trump von seiner feindlich gestimmten Haltung gegenüber dem Iran abzuhalten, ebenso wenig wie der nun drohende Handelskrieg der USA mit China und mit der EU ab dem 1. Juni.

Neuer Krieg in der Ostukraine ante portas?

Zudem droht im Sommer ein neuer Krieg in der Ostukraine, da die Westukraine nun gewaltig militärisch aufgerüstet hat. Die Antiterroroperation im Donbas wurde zwar von dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko als beendet erklärt; dafür will er nun wieder militärische Aktionen starten, um den Donbas von Terroristen zu befreien. Die Ukraine haben nun auch 35 Panzerabwehrraketen von den USA bekommen, die sicherlich aber nicht ausreichen, um einen neu entfachten Krieg zu gewinnen.

US-Defizite weiten sich überall aus

Ob es einen Handelskrieg mit der EU gibt, will Trump nun erst am 1. Juni entscheiden. Bis dann soll die EU von den Strafzöllen für Stahl und Aluminium ausgenommen werden. Auch mit China wird weiterverhandelt. Bei einem richtigen Handelskrieg würde es nur Verlierer weltweit geben und die Weltbörsen könnten einbrechen. Die Staatsschulden steigen in den USA immer mehr an und die Handelsbilanzdefizite der USA mit China sind immer noch enorm hoch.

Weltbörsen reagieren (noch) gelassen – wie lange noch?

Die Weltbörsen reagierten bisher sehr gelassen auf die möglichen geopolitischen Gefahren und wirtschaftlichen Risiken im Falle eines bevorstehenden Handelskriegs. Dies lag auch daran, dass die Berichtsaison in den USA bisher sehr positiv ausfiel. Nasdaq-Unternehmen wie Amazon und Netflix erreichten sogar neue Allzeithochs, obwohl die Bewertungen sehr sportlich sind. Der Nasdaq-Index ist auch noch mit 4 Prozent im Plus während Dow-Jones-Index und S&P-Index noch nicht so recht performen konnten. Auch der Dax ist mit über 2 Prozent im Minus.

Osteuropa-Börsen können outperformen

Dagegen schnitten acht Börsen in Osteuropa in diesem Jahr sehr positiv ab und konnten den Dax klar outperformen und zwar an erster Stelle die Börse Kiew mit einem Plus von 21 Prozent beim UTX-Index gefolgt von der Bukarester Börse mit einem Plus von 14 Prozent beim ROTX-Index. Aber auch die Börsen in Tschechien, Slowakei, Litauen, Lettland, Estland, Kasachstan, Slowenien sind alle im Plus im Jahr 2018 und damit die „Oasen der Stabilität“ mit sehr geringen Kurschwankungen, aber auch mit sehr geringer Liquidität.

Moskauer Börse durch US-Sanktionen geschwächt, aber immer noch besser als der Dax

Zu starken Kurschwankungen kam es nach den neuen US-Sanktionen gegen russische Oligarchen und deren Firmen am 9. April mit einem Kursverlust von über 12 Prozent an einem Tag an der Moskauer Börse und zudem zu hohen Währungsverlusten aufgrund des schwachen Rubels. Sowohl die Moskauer Börse als auch der Rubel erholten sich nun aber wieder aufgrund des starken gestiegenen Brentölpreises auf über 75 US-Dollar. Damit schnitt die Moskauer Börse jetzt sogar besser ab als der Dax, denn der RDX-Index ist mit 1 Prozent im Plus und der RTX-Index sogar mit 3 Prozent.

Gold schwächer, dafür Kryptowährungen stärker im April

Gold gab auf 1.319 US-Dollar/Barrel nach und Silber auf 16,41 US-Dollar/Unze, was für alle Gold- und Silberbesitzer in Anbetracht der geopolitischen Spannungen und Krisen sehr enttäuschend ist. Die Renditen für 10-jährige Staatsanleihen stiegen in den USA schon wieder auf über 3 Prozent, was den Goldpreis schwächte. Dagegen stieg der Bitcoin wieder auf über 7.500 Bitcoin/Euro. Er war im Tief schon bei 5.000 Bitcoin/Euro, was ein Anstieg von fast 50 Prozent im April bedeutet. Der Euro schwächte sich auf 1,21 Euro/US-Dollar zum US-Dollar ab.

Neues Ostbörsen-Seminar „Go East“ am am 23. Mai 2018 um 17 Uhr in Frankfurt am Main
„Sell on May and go away?“ Wie sich der Anleger in einem solchen Umfeld verhalten soll und welche Alternativen zu Aktien es auch im Bereich der Immobilien, der Kryptowährungen und der Rohstoffe (auch Gold/Silber) gibt, ist Thema des nächsten Ostbörsen-Seminars „Go East – Hochprozentiges aus Osteuropa“. Info und Anmeldung unter www.eaststock.de/Dienstleistungen/Seminare

(Andreas Männicke)


 


 

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