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Aktuelle Diskussionspunkte zur elektronischen Gesundheitskarte

3. Durchführung der Testverfahren sichert die Praxistauglichkeit der Anwendungen

Die gesetzlichen Regelungen geben der Selbstverwaltung die Möglichkeit, den Rollout der elektronischen Gesundheitskarte zu starten und parallel weitere Anwendungen zu testen. Insoweit sind die Beschlüsse der Selbstverwaltung zum Rollout der elektronischen Gesundheitskarte klar gesetzeskonform. Die Offline-Testung der Versichertenstammdaten wurde erfolgreich abgeschlossen, so dass der Offline Rollout in der KV Nordrhein starten konnte.
Die weiteren Teststufen werden wie vorgesehen durchgeführt. Dies gilt insbesondere für die den Online-Bereich betreffende Testung mit bis zu 100.000 Versicherten. Dieses Vorgehen der Selbstverwaltung ist zu begrüßen, weil ein solch komplexes Technologieprojekt schrittweise realisiert werden muss. Nur dann hat es Erfolgsaussichten.
Entscheidend bei der Vorgehensweise ist, dass mit der jetzt ausgegebenen Technik alle weiteren Anwendungen, wie z.B. Notfalldaten oder Arzneimitteldokumentation – mit Zustimmung der Versicherten – ohne Austausch der Karten – schrittweise zugeschaltet werden können, wenn sie sich in den parallelen Testverfahren bewährt haben.

Die bereits durchgeführten Testverfahren wurden von der gematik ausführlich ausgewertet. Entsprechend den Testergebnissen hat die gematik Maßnahmen zur Verbesserung der weiteren Testdurchführung ergriffen (Lessons learned) und die Ergebnisse der Testmaßnahmen bei der Rollout-Planung berücksichtigt.

Ausdrücklich ist anzuerkennen, dass die Tests mit großer Offenheit durchgeführt werden, insbesondere die Ergebnisse veröffentlicht werden und dabei nichts verborgen wird. Es ist festzustellen, dass gerade im Bereich der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte und dem Aufbau der Telematikinfrastruktur einschließlich der Sicherheitsinfrastruktur eine große Transparenz und Nachvollziehbarkeit für alle Interessierten durch die gesetzlich geregelten Sicherheitsanforderungen sowie die umfassenden Veröffentlichungen erfolgt. Das Bundesamt für die Sicherheit in der Informationstechnik sowie der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit sind eng in das Projekt einbezogen. Darin unterscheidet sich der Aufbau der Telematikinfrastruktur von vielen anderen Projekten im ärztlichen und nichtärztlichen Bereich, in denen ebenfalls Online-Anwendungen im Bereich der Gesundheitsversorgung aufgebaut oder genutzt werden.

Dass die gematik bei der Durchführung und Auswertung der Testverfahren Offenheit zeigt, ist auch darin erkennbar, dass sie den Vorschlag aufgenommen hat, auch alternative Speichermedien, wie z. B. USB-Sticks, in ihre Bewertungen einzubeziehen. Nach einem von der Bundesärztekammer vorgelegten Konzept kann jedoch auch beim Einsatz alternativer Speichermedien aus Sicherheitsgründen auf die elektronische Gesundheitskarte nicht verzichtet werden. So sieht das Konzept der Bundesärztekammer vor, dass die Daten z.B. auf einem USB-Stick mit dem Schlüssel der elektronischen Gesundheitskarte verschlüsselt werden. Beim Einsatz alternativer Speichermedien muss sichergestellt werden, dass das bei der elektronischen Gesundheitskarte gesetzlich geregelte hohe Datenschutzniveau gewährleistet ist.

4. PIN-Verfahren

Die PIN-Eingabe ist das Instrument, mit dem Patienten ihre Entscheidungsfreiheit zur Nutzung des medizinischen Teils der elektronischen Gesundheitskarte technisch ausüben können. PIN-Eingaben sind etablierte Verfahren in vielen Bereichen des täglichen Lebens, so z. B. im Bankenbereich. Die Datenschützer befürworten den PIN-Einsatz für die Gesundheitskarte. Um das PIN-Handling zu erleichtern, besteht für die Versicherten die Möglichkeit, dass jeder sich eine für sich persönlich gut merkbare PIN einrichten kann. Personen, die am PIN-Verfahren nicht teilnehmen wollen, können die Gesundheitsversorgung wie gewohnt in Anspruch nehmen. So kann jeder Versicherte – wie bisher auch – sich bei allen Ärzten behandeln lassen, ohne hierzu eine PIN zu benötigen. Arztbriefe können innerhalb einer sicheren Infrastruktur zwischen Ärzten oder zwischen Ärzten und Krankenhäusern versendet werden, ohne dass eine PIN-Eingabe durch den Patienten erforderlich ist (gerichtete Ende-zu-Ende-Kommunikation). Bei diesem Verfahren wird die eGK nicht benötigt.

Alle Pflichtanwendungen der Gesundheitskarte wie das Auslesen der Versichertenstammdaten oder auch die Einlösung von Rezepten sind wie bisher ohne Nutzung einer PIN durch den Versicherten möglich.
Erst wenn der Patient wünscht, dass mittels der Gesundheitskarte medizinische Daten zusätzlich unter seiner Kontrolle gespeichert und verfügbar gemacht werden, ist der Gebrauch einer PIN erforderlich.

Bundesministerium für Gesundheit

(Redaktion)


 


 

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