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60 Prozent der Ärzte verschreiben zu viele und oft falsche Antibiotika

"Die Wunderwaffe Antibiotika wird stumpf. Einfache Infektionen können wir nicht mehr behandeln". Zu dieser Wertung kommt der Infektionsspezialist Dr. Alexander Friedrich von der Universitätsklinik Münster nach einem "Plusminus"-Test.

 Das ARD-Wirtschaftsmagazin hat gesunde Frauen zu Ärzten geschickt und Erschreckendes aufgedeckt. Gegen eine vermutete Blasenentzündung verschrieben sechs von zehn Ärzten unnötigerweise Antibiotika - selbst dort, wo eine Urinprobe ohne Befund gemacht wurde. Teilweise verordneten sie sogar Reserveantibiotika, die nur eingesetzt werden dürfen, wenn andere Antibiotika gar nicht mehr helfen.

Auch Krankenkassen sind nach dem Test alarmiert: Das wissenschaftliche Institut der AOK, Wido, warnt gerade jetzt zu Beginn des Herbstes davor, massenhaft Antibiotika zu verschreiben. Schon bei 80 Prozent der Erkältungskrankheiten werden in Deutschland Antibiotika verschrieben, obwohl die meisten Erkältungen Virusinfektionen sind und Antibiotika gar nicht helfen.

Die Folgen sind verheerend, denn der bedenkenlose Einsatz der Medikamente verursacht lebensbedrohliche Resistenzen. Die Gesundheitspolitik müsse jetzt dringend eingreifen und mit Gesetzen die Ärzte zum richtigen Umgang mit Antibiotika anhalten. Sonst, so warnen Experten wie Dr. Alexander Friedrich, wird es Antibiotika als Medikament in naher Zukunft nicht mehr geben.

"Plusminus", Dienstag 14. September 2010, 21.50 Uhr im Ersten

(Redaktion)


 


 

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