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Arbeitsmarktintegration

Online-Plattform vermittelt Praktika für Flüchtlinge

Mit der Internetplattform JOIN startet ein Pilotprojekt zur Integration von geflüchteten Menschen in den Arbeitsmarkt. Die Plattform soll die Vermittlung von Praktika zwischen Unternehmen und Geflüchteten vereinfachen und somit eine niedrigschwellige Hilfestellung für Geflüchtete bei der Integration geben.

Eine der großen Herausforderungen unserer Gesellschaft ist die Integration geflüchteter Menschen in den deutschen Arbeitsmarkt. Wie kann diese schnell gelingen? Eine gute Basis: Nach einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom kann sich jedes zweite Unternehmen vorstellen, Praktika für Flüchtlinge anzubieten. Doch viele Unternehmen beklagen den hohen bürokratischen Aufwand. Und für Flüchtlinge ohne Kenntnisse des deutschen Arbeitsmarktes, ohne oder mit wenig Sprachkenntnissen ist es ohnehin ein sehr hürdenreicher Weg in den Arbeitsmarkt. Die neue Online-Plattform will nun Unternehmen und Flüchtlinge schnell und unkompliziert zusammenbringen und Antworten liefern zu Fragestellungen rund um die Integration – etwa wie Sprachkenntnisse begleitend zu einem Praktikum vermittelt werden. Oder wie Geflüchtete einfach und verständlich ihre Qualifikationen nachweisen können.

Die Praktikumsplattform wurde von der IT-Gipfel-Fokusgruppe „Digitales Flüchtlingsmanagement“ in Zusammenarbeit mit den Partnern Academy Cube, Bitkom, BMI, Dataport, McKinsey, SAP und Software AG) ins Leben gerufen und am 16. November 2016 in Saarbrücken vorgestellt.

„Mit der Praktikumsplattform JOIN leisten wir gemeinsam mit der Wirtschaft einen Beitrag zur frühzeitigen Integration von Flüchtlingen mit Bleibeperspektive. Wer über JOIN Praktika anbietet oder einen Praktikumsplatz annehmen möchte, wird Schritt für Schritt durch die notwendigen Prozesse geführt und kann sich sicher sein, alle notwendigen und vor allem korrekten Formulare zu erhalten“, sagte Klaus Vitt, Staatssekretär im Bundesministerium des Innern, in Saarbrücken.

JOIN werde seit Anfang November getestet. Die Plattform verstehe sich dabei als Pilotprojekt, bei dem bestehende berufsbezogene Initiativen und E-Learning-Angebote eingebunden werden könnten. So könne für Geflüchtete langfristig ein zentraler Anlaufpunkt für die ersten Schritte auf dem Arbeitsmarkt und für eine Weiterbildung aufgebaut werden, heißt es.

Ansprachemöglichkeit, um Geflüchtete zu erreichen

Aktuell hat nach einer repräsentativen Umfrage des Digitalverbands Bitkom jedes zweite Unternehmen (51 Prozent) in den vergangenen zwölf Monaten bereits einem Flüchtling ein Praktikum angeboten oder kann sich das in Zukunft vorstellen. Größter Hinderungsgrund für die Vergabe von Praktikumsplätzen sind demnach fehlende Sprachkenntnisse der Flüchtlinge (81 Prozent). Daneben beklagten die Unternehmen den hohen bürokratischen Aufwand, um eine Arbeitsgenehmigung zu erhalten (46 Prozent).

Jedem vierten Unternehmen (24 Prozent) fehle es an einer Möglichkeit, geeignete Flüchtlinge anzusprechen. Entsprechend wünschten sich neun von zehn Unternehmen (89 Prozent), dass der bürokratische Aufwand bei der Beschäftigung von Flüchtlingen reduziert werde, etwa durch Service-Angebote der Verwaltung.

„Jedes zweite Unternehmen in Deutschland ist bereit, Flüchtlingen ein Praktikum anzubieten. Das ist ein riesiges Potenzial und eine große Chance, um die Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten, in unseren Arbeitsmarkt zu integrieren“, sagte Bitkom-Präsidiumsmitglied Karl-Heinz Streibich. „JOIN bietet genau das, was bisher gefehlt hat: eine Plattform, die eine unkomplizierte Integration in den Arbeitsmarkt ermöglichen kann.“

Unkompliziert einen Praktikumsplatz online anbieten

Die Onlineplattform soll es Unternehmen ermöglichen, innerhalb von wenigen Minuten einen Praktikumsplatz online bereitzustellen. Gleichzeitig können sich Flüchtlinge registrieren, eine Einstufung ihrer Sprachkenntnisse vornehmen und ihre Qualifikation und Vorbildung angeben. Wenn Unternehmensanforderung und Bewerberprofil zusammenpassen, kann sich der Geflüchtete per Klick bewerben, ohne dazu noch einmal ein Anschreiben oder einen Lebenslauf erstellen zu müssen. Die Unternehmen können die passenden Kandidaten einladen und bekommen alle relevanten Informationen zu rechtlichen Rahmenbedingungen. Zusätzlich werden für die Praktikanten während des Praktikums begleitend Online-Sprachkurse durch Partnerunternehmen angeboten.

Die Idee für das Konzept zu JOIN entstand im vergangenen Jahr im Rahmen der Plattform „Digitale Verwaltung und Öffentliche IT“ des Nationalen IT-Gipfels. Innerhalb von vier Monaten wurde die Pilotversion der Online-Plattform programmiert. In der Weiterentwicklung und im weiteren Betrieb wird JOIN insbesondere durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) unterstützt, um den frühestmöglichen Einstieg von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt zu fördern.

Unternehmen, die Praktikumsplätze anbieten, und Geflüchtete, die einen Praktikumsplatz suchen, können sich unter www.join-now.org registrieren.

(Redaktion)


 


 

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