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Sommermärchen

Bevorstehender Börsengang des Außenwerbers Ströer Out-of-Home Media

Kurz bevor sich die Mehrzahl der Anleger in die Sommerpause verabschiedet, werden die Zeitfenster für Kapitalmarkttransaktionen immer kleiner. Die über den Atlantik schwappenden Ängste vor einem erneuten Einbruch der Weltkonjunktur sorgen für gedämpfte Stimmung an den Aktienmärkten.

Da bedarf es schon eines Sommermärchens, um dem Kölner Außenwerber Ströer Out-of-Home Media beim drittgrößten Börsengang des Jahres zu einer Platzierung am oberen Ende der Preisfindungsspanne zu verhelfen, die zwischen 17 und 24 Euro angesetzt wurde. Werbung ist schließlich ein stark konjunkturabhängiges Geschäft.

Statt mutiger Helden und schöner Prinzessinnen wirft das Unternehmen aber nur eine recht beliebig wirkende Auflistung von Trends ins Rennen, durch die es sich begünstigt sieht: Mobilität, Urbanisierung , Digitalisierung. Das klingt irgendwie dynamisch, andererseits fallen einem nur wenige Firmen ein, die von diesen Entwicklungen nicht profitieren würden.

Ströer ist vor allem eine Wette auf den Aufschwung. Kommt die Konjunkturerholung, unterstellt die WestLB bis 2015 ein jährliches Marktwachstum von 10% in Deutschland. Das Geschäft besteht darin, leere Flächen von Kommunen oder Privatpersonen zu mieten - etwa an Bushaltestellen oder in Bahnhöfen - und sie dann mit Plakatwänden zu versehen, die wiederum als Werbeflächen weitervermietet werden. Dafür braucht man einen langen Atem, die Eintrittsbarrieren sind hoch. Gewinne erwirtschaften Außenwerber mit neu gebauten "Stadtmöbeln" wie modernen Litfaßsäulen oder großen Werbekästen an viel befahrenen Straßen oft erst nach Jahren.

Ströer hat den deutschen Außenwerbemarkt erfolgreich konsolidiert. Mit dem Emissionserlös will sich das Unternehmen den Aufstieg zum Marktführer in zwei großen Schwellenländern finanzieren: in Polen und in der Türkei. Allerdings wird damit gerechnet, dass die Gesellschaft auch bei vollständiger Konsolidierung von Ströer Türkei und News Outdoor Polen in diesem Jahr knapp drei Viertel ihres Umsatzes in Deutschland erwirtschaftet. Dort ist angesichts der Überalterung langfristig mit weniger Wachstum zu rechnen.

Höchste Zeit also, dass eine gute Fee das Sommermärchen zu einem guten Abschluss bringt. Sonst könnte die Aktie am Ende noch günstiger zu haben sein als gedacht.

(Andreas Hippin / Börsen Zeitung)


 


 

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