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„Über Wasser – Unter Wasser“: 150 Jahre maritime Dienste

Eine Sonderausstellung im Internationalen Maritimen Museum Hamburg (IMMH) erinnert noch bis Ende August 2018 an die Eröffnung der Norddeutschen Seewarte am 1. Januar 1868 in Hamburg.

Gründer der Norddeutschen Seewarte war Wilhelm Ihno Adolf von Freeden, Rektor der Großherzoglich Oldenburgischen Navigationsschule in Elsfleth. Ozeanische Reisen sollten sicherer und kürzer werden. Die Erforschung des Wetters und der Strömungen auf den Weltmeeren begann. Seitdem steht der 1. Januar 1868 steht für den Beginn der maritimen Verwaltung, Meeresforschung und der maritimen Meteorologie in Deutschland.

Bald entwickelten sich an der Norddeutschen, später Deutschen Seewarte Wissenschaften wie die Ozeanografie und Meteorologie und ein umfangreicher maritimer Dienstleistungsbereich. Diesen nehmen heute das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) und der Deutsche Wetterdienst (DWD) wahr.

Um das 150. Jubiläum gebührend zu feiern, haben das Bundesamt für Seeschiffahrt und Hydrographie (BSH) und der Deutsche Wetterdienst (DWD) gemeinsam die Ausstellung „Über Wasser – Unter Wasser – 150 Jahre Maritime Dienste in Deutschland“ im Maritimen Museum Hamburg initiiert. In einzelnen Themenbereichen innerhalb der regulären Dauerausstellung zeigt das Museum ausführlich die vielfältigen maritimen Dienste auf, die heute geleistet werden und die für Sicherheit und Fortschritt in der Schifffahrt sorgen.

Das Spektrum reicht von Segelanweisungen und Wettervorhersagen für die Seeschifffahrt über Untersuchungen zum Laderaumklima auf Schiffen, die Vermessung der Meere, die Wracksuche, die meteorologische und ozeanografische Datenerhebung auf Schiffen, über die Darstellung von Messnetzen und Sicherheit in der Seeschifffahrt bis hin zu Meeresumweltschutz und der Offshore-Windenergie.

Originale aus dem Nachlass des Sternwartegründers

Erstmals zeigt das Museum Originaldokumente und -exponate aus dem Nachlass des Gründers der Norddeutschen Seewarte, Wilhelm Ihno von Freeden, und aus der Deutschen Seewarte. Auch sind erstmals seit Bestehen des BSH Modelle der BSH-Flotte zu besichtigen. Für die Arbeit des BSH, der zentralen maritimen Behörde Deutschlands, gehören die drei Vermessungs-, Wracksuch- und Forschungsschiffe Atair, Deneb und Wega sowie die Vermessungsschiffe Capella und Komet zur zentralen Infrastruktur. Die Modelle ergänzen die bestehende Sammlung der Forschungs- und Vermessungsschiffe des IMMH.

Die Besucher der Ausstellung können nachvollziehen, wie sich die Beratung der Schifffahrt von Segelanweisungen zu Routenempfehlungen unter Einbeziehung von Wettervorhersagen entwickelt hat. Der Schiffssimulator des IMMH verdeutlicht die Bedeutung von Informationen zu Strömungen, Wetter und Gezeiten in elektronische Seekarten für die Sicherheit der Seeschifffahrt. Die Vermessung der Meere und die Wracksuche sind weitere Themenbereiche der Ausstellung.

Wetterbeobachtung im Wandel der Zeit

Bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts begann die systematische Beobachtung des Wetters durch die Besatzungen der Handelsschiffe. Diese besteht bis heute fort, wird aber zunehmend durch den Einsatz automatischer Wetterstationen abgelöst. Zudem liefern Wettersatelliten zahlreiche Wetterdaten von den Weltmeeren. Neben dem Original der neuesten Schiffswetterstation wird ein Modell des zukünftigen Meteosat-Satelliten der 3. Generation gezeigt, der ab 2021 im Einsatz sein wird.

Außerdem sind zahlreiche historische Instrumente aus der Anfangszeit der Norddeutschen und Deutschen Seewarte zu sehen, wie beispielsweise eine Luftwaage und der Sprung’sche Laufgewichtsbarograph, von denen weltweit nur noch wenige Exemplare existieren. Eine Bilderschau zeigt, wie das Leben heute auf der Bordwetterwarte des Forschungsschiffs Polarstern ist.

Topthema Sicherheit

Besucher erhalten Einblicke in die Warndienste von BSH und DWD vor Stürmen und Sturmfluten zum Schutz der Schifffahrt und der Küstenbewohnerinnen und -bewohner. Sicherheit in der Seeschifffahrt ist ein wesentliches Thema der Ausstellung. Die Entwicklung von Technologien zur Kommunikation zwischen den Schiffen und von Schiffen an Land und zur Navigation kann nachverfolgt werden. Dies beinhaltet auch die Darstellung des heutigen Navtex-Systems, mit dem Wetterwarnungen an Schiffe übermittelt werden.

Raumordnung und Umweltschutz

Weitere Themen sind die Entwicklung der Raumordnung und die Zuteilung von Flächen auf Nord- und Ostsee für die Schifffahrt, die wirtschaftliche Nutzung, militärische Belange und den Schutz der marinen Tier- und Pflanzenwelt. Weil mit wachsenden Kenntnissen über die Ozeane das Bewusstsein wächst, dass Schutz und Nutzung der Meere ausbalanciert sein müssen, erfahren Besucher auch Wissenswertes über die Aufgaben in der Überwachung des Zustands von Meer und Atmosphäre.

Die Sonderausstellung „Über Wasser – Unter Wasser“ wird noch bis 31. August 2018 in Einzelbereichen der Dauerausstellung des IMMH präsentiert und ist im Eintrittspreis erhalten. Weitere Informationen zum Thema „150 Jahre Norddeutsche Seewarte“ gibt es unter www.bmvi.de/seewarte.

(Redaktion)


 


 

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