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B2C-Händlerstudie 2013/14

Geschäftsklima im Online-Handel auf Rekordhoch

Das Geschäftsklima des Online-Handels in Deutschland ist auf einem Rekordhoch und deutlich besser als in der Gesamtwirtschaft. Auch die Erwartungen für die nächsten Monate sind positiv.

Das Geschäftsklima des Interaktiven Handels in Deutschland erreicht im Frühjahr 2014 ein neues Rekordhoch und liegt deutlich über dem Niveau der deutschen Gesamtwirtschaft. Alle Basisindikatoren (Auftragseingang, Umsatz, Ertrag, Personalbestand) verzeichnen wesentlich positivere Werte als im Vorjahr und auch die Erwartungen für die nächsten Monate sind weiterhin steigend. Das geht aus einer Studie des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh) zusammen mit der Creditreform Boniversum hervor. Im Frühjahr dieses Jahres wurden über 100 Interviews mit Entscheidungsträgern der Branche geführt, um ein repräsentatives Bild des Interaktiven Handels zu erreichen.

Zukunftsindikatoren stehen auf Wachstum

Der Optimismus der Interaktiven Händler ist in ganz Deutschland zu spüren, insbesondere Unternehmen aus dem Süd-Osten und dem Westen Deutschlands bewerten ihre Geschäftslage derzeit am besten. Die Investitionsbereitschaft der Online-Händler (2014: 89 Prozent; +6) liegt wie im Vorjahr weiterhin deutlich über dem Bundesdurchschnitt (2014: 52 Prozent; +2). Insbesondere Investitionen in Innovationen (40 Prozent; +3) und zur Kapazitätserweiterung (2014: 30 Prozent; -7) werden von den Unternehmen des Online-Handels favorisiert. Die Perspektiven für die nächsten Monate bleiben angesichts des bereits hohen Niveaus dennoch sehr positiv. „Die Investitionsneigung ist ein wichtiger Zukunftsindikator und dient als Gradmesser zur Bestimmung von konjunkturellem Optimismus oder Pessimismus. Die aktuelle Investitionsbereitschaft der Online- und Versandhändler liegt auf sehr hohem Niveau. Zusammen mit den gut gefüllten Auftragsbüchern und der zurückgehenden Retourenquote blicken die Händler derzeit zuversichtlich und optimistisch auf die nächsten Monate“, sagt Siebo Woydt, Vorstand der Creditreform AG.

Social Media schafft Jobs

Die Nutzung von Social Media gewinnt für acht von zehn Unternehmen des Interaktiven Handels (2014: 81 Prozent; +11) auch in diesem Jahr wieder an Bedeutung, um die Beziehung zu ihren Kunden zu qualifizieren und weiter auszubauen. Insbesondere Facebook (2014: 99 Prozent; +6), Google+ (2014: 40 Prozent; -5) und YouTube (2014: 37 Prozent; -13) sind in diesem Zusammenhang aktuell die meist genutzten Social Media-Kanäle. Als meist genannten Grund geben die Unternehmen „Steigerung des Bekanntheitsgrades“ an (2014: 33 Prozent; +14). Um diesem Ziel gerecht zu werden, hat die gleiche Anzahl an Unternehmen wie im Jahr 2013 ihren Personalbestand für Social Media (2014: 31 Prozent; +/-0) erhöht. Obwohl durch Social Media „nur“ noch bei jedem fünften Interaktiven Händler der Umsatz (2014: 20 Prozent; -4) gestiegen ist, denkt die Mehrheit der Unternehmen nicht über eine Abschaffung dieser Instrumente (2014: 55 Prozent; -7) nach. Diese Ergebnisse lassen darauf schließen, dass die Nutzung von Social Media möglicherweise ihren vorläufigen Höchststand erreicht hat.

Beachtliches internationales Niveau

Erstmals wurde in diesem Jahr die Internationalisierung des Interaktiven Handels mit in die Studie aufgenommen. Die Auslandsaktivitäten der Unternehmen erreichen im Frühjahr ein beachtliches Niveau und die Tendenz ist weiter zunehmend. Acht von zehn Interaktiven Händlern (2014: 77 Prozent) haben bereits an Verbraucher im Ausland geliefert. Die meisten Lieferungen ins Ausland werden derzeit von Unternehmen getätigt, die technisch orientierte Produkte (2014: 85 Prozent) vertreiben. Tendenziell lautet die Devise: Je höher Umsatz, Kunden- und Beschäftigungszahl, desto intensiver ist auch die Auslandstätigkeit der Unternehmen. Am häufigsten werden Österreich (2014: 72 Prozent), die Schweiz (2014: 48 Prozent) und Frankreich (2014: 31 Prozent) beliefert. Allerdings misst ein Großteil der Online-Händler (2014: 64 Prozent) Auslandsaktivitäten derzeit nur eine „geringe Bedeutung“ für ihr Unternehmen bei. „Durch die ab 13.6.2014 in Kraft tretende EU-Verbraucherrechte-Richtlinie gelten künftig europaweit die gleichen Verbraucherrechte im Online- und Versandhandel. Dies wird einen zunehmend europaweiten Interaktiven Handel mit sich bringen. Doch auch heute schon verzeichnen die deutschen Händler einen Anteil ausländischer Kunden von bis zu 20 Prozent und insbesondere Unternehmen aus dem Nord-Osten und Süd-Westen Deutschlands weisen eine stärkere Auslandsorientierung auf“, so bevh-Hauptgeschäftsführer Christoph Wenk-Fischer.

Retouren und Preise sinken

Die Retourenquote konnte in den letzten 12 Monaten weiter gesenkt werden. So berichtet derzeit „nur“ noch jedes sechste Unternehmen von steigenden Rücksendungen (2014: 15 Prozent; -5) und die meisten der Interaktiven Händler gehen von einer gleich bleibenden Retourenquote für die nächsten Monate aus (2014: 77 Prozent; +14). Allerdings berücksichtigen die Unternehmen bei den deutlich positiven Einschätzungen die ab Mitte Juni in Kraft tretende europäische Verbraucherrechte-Richtlinie und die möglicherweise damit einhergehenden Veränderungen. Obwohl diese die Kürzung der Widerrufsfristen und die ersatzlose Streichung des Rückgaberechtes beinhaltet, will die Mehrheit der Unternehmen (2014: 59 Prozent) die Retourenkosten nicht an den Endkunden weitergeben. Außerdem berichten immer weniger Unternehmen (2014: 19 Prozent; -11) von gestiegenen Verkaufspreisen, die auf die verbesserte Umsatz- und Ertragslage durch die erhöhte Nachfrage seitens des Verbrauchers zurückgeführt werden können.

Die Studie kann in elektronischer Form bestellt werden, Auszüge sind kostenfrei erhältlich. Die gesamte Studie ist ab 99,00 € käuflich zu erwerben. Mehr Infos gibt es hier.

(Redaktion)


 


 

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