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Berufliches Frauennetzwerk

Lobbyarbeit für Frauen – Verband Schöne Aussichten feiert 25-jähriges Bestehen in Hamburg

Die alljährliche Bundeskonferenz von Schöne Aussichten - Verband selbständiger Frauen e.V. fand im September 2016 in Hamburg statt und stand ganz im Zeichen des 25. Geburtstags des beruflichen Frauennetzwerkes. Im Rahmen eines feierlichen Senatsempfangs würdigte Katharina Fegebank, Zweite Bürgermeisterin und Gleichstellungsenatorin der Freien und Hansestadt Hamburg, Arbeit und Engagement des Verbands.

Senatsempfang für die Schönen Aussichten in der Schönen Aussicht

Aus Anlass der in Hamburg stattfindenden Bundeskonferenz von Schöne Aussichten - Verband selbständiger Frauen e.V. und des 25. Verbandsjubiläums hatte der Hamburger Senat am Freitagabend zu einem feierlichen Empfang im stilvollen Ambiente des Gästehauses an der Alster – mit der Adresse Schöne Aussicht – eingeladen. Knapp 80 Unternehmerinnen und Selbstständige aus vielen Teilen Deutschlands nahmen am Senatsempfang teil, der den Auftakt des Jubiläums- und Netzwerkwochenendes vom 16. bis 18. September 2016 bildete.

In Anwesenheit der Vizepräsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft Christiane Schneider hieß die Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank die Teilnehmerinnen willkommen. Sie würdigte den Verband Schöne Aussichten als einen „Pionier der beruflichen Frauennetzwerke“ in Deutschland. Der Verband habe sich seit seiner Gründung zu einer „sehr starken Interessenvertretung für Frauen in der Wirtschaft, für Unternehmerinnen wie für Selbstständige entwickelt“. „Die Schönen Aussichten machen Frauen sichtbar und hörbar und erfüllen damit eine wichtige gesellschaftspolitische Aufgabe“, so Fegebank. Sie hob auch hervor, dass diese „Lobbyarbeit für Frauen“ ehrenamtlich erfolge.

Fegebank, selbst häufig Gast und Rednerin auf Hamburger Netzwerkveranstaltungen, erinnerte auch an die „intensive gemeinsame Geschichte“, die sie mit der Region Nord des Frauennetzwerkes verbindet. Seit zehn Jahren bestehe in Hamburg eine erfolgreiche Kooperation zwischen Schöne Aussichten, der Handelskammer und dem Landesfrauenrat, aus der 2006 der Internationale Frauentag – der Auftakt für die erste weibliche Netzwerkmeile in der Handelskammer – hervorgegangen sei. Heute finde die Veranstaltung „Frauen im Blick“ alle zwei Jahre statt. Das sei nicht nur im Hinblick auf die organisatorischen Herausforderungen ein starkes Signal, was Frauen mit viel Engagement in dieser Stadt leisteten. Auch der Hamburger Unternehmerinnentag, der unter dem Motto „Netzwerken als Erfolgsmotor“ vergangenes Jahr eine Rekordbeteiligung verzeichnete, gehöre dazu.

Netzwerke wie Schöne Aussichten zu gründen und zu pflegen sei auch wichtig im Hinblick auf den Austausch über Themen wie „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, Pflegeverantwortung und neue Arbeitszeitmodelle. Zudem betonte Fegebank die Bedeutung, die der Förderung von Existenzgründerinnen zukomme – vor dem Hintergrund der eigenen wirtschaftlichen Unabhängigkeit wie auch der Wirtschaft in Deutschland. „Es könnten 60.000 Startups pro Jahr mehr gegründet werden, wenn Frauen genauso häufig gründen würden wie Männer“, zitierte Fegebank eine Studie der Universität Hohenheim.

Zum Schluss appellierte sie an die Gäste, die Verbandsarbeit so engagiert wie bisher fortzusetzen und Frauen auf dem Weg in die Existenzgründung, in ihren Unternehmen und in der Verantwortung, die sie dort haben, zu unterstützen.

Businessfrauen sichtbar machen – Motivation für die Gründung von Schöne Aussichten

Gründungsmitglied Cornelia Sperling aus Essen erinnerte während des Senatsempfangs an die Anfänge des Netzwerkes. Sie hatte zu Beginn der 90er-Jahre ihre sichere Beamtenstelle aufgegeben und sich selbstständig gemacht, „ohne Kapital, ohne Netzwerke, aber mit der starken Motivation, das Arbeitsleben spannender zu gestalten“. Auf der Suche nach anderen Unternehmen in Frauenhand stellte sie fest, dass „selbstständige Frauen nicht sichtbar waren“. Daraus sei die Idee entstanden, ein Netzwerk und eine Plattform aufzubauen, wo sich Unternehmerinnen darstellen können. Eine weitere Frau der ersten Stunde beschaffte bei einer Versicherung die notwendigen finanziellen Mittel, um den Verband aufzubauen. Daraus resultierten wiederum Aufträge, die im Netzwerk vergeben werden konnten. Bei der Gründung von Schöne Aussichten im Jahr 1992 spielten, so Sperling, wirtschaftliche Interessen eine wichtige Rolle.

Erste Verbandsgruppen entstanden in Köln und im Ruhrgebiet. Es folgten Hamburg, München und Berlin. Um Frauen sichtbarer zu machen, gab der Verband unter anderem erstmals Branchenbücher für Unternehmen in Frauenhand heraus. Und es wurden immer mehr Veranstaltungen entwickelt. „Rückblickend kann ich sagen, dass mir die Gründung von Schöne Aussichten ermöglicht hat, aus der Isolation als Freiberuflerin Anfang der 90er-Jahre herauszukommen und es war zu Beginn meiner Selbstständigkeit der Lernort für unternehmerisches Handeln“, so Sperling. „Der Austausch in den Regionalgruppen war entscheidend, um für sich den eigenen Weg zu finden.“

„Für viele steht der individuelle und geschäftliche Nutzen von Schöne Aussichten im Vordergrund. Ich denke, wir sollten aber auch im Blick haben, dass trotz 1,4 Millionen Unternehmerinnen in Deutschland immer noch gesellschaftliche Strukturen vorherrschen, die Frauen wirtschaftlich oft in die zweite Reihe verweisen und die Ressourcen von Frauenbetrieben beschränken“, mahnte Sperling. Daher habe Schöne Aussichten in den vergangenen 25 Jahren auch die wichtige Rolle gehabt, selbstständige Frauen gesellschaftlich sichtbarer zu machen und den Anteil von Frauen in wirtschaftspolitischen Gremien wie Handelskammern zu erhöhen.

SCHÖNE AUSSICHTEN –VERBAND SELBSTÄNDIGER FRAUEN E.V.
Schöne Aussichten ist ein branchenübergreifender Verband und bundesweites Netzwerk für Gründerinnen, Freiberuflerinnen, Solounternehmerinnen und Firmeninhaberinnen. Ziele des Netzwerkes sind zum einen, persönliche und berufliche Kontakte zu knüpfen und zu pflegen sowie der fundierte fachliche Austausch der Mitglieder. Zum anderen versteht sich der Verband als Interessenvertretung für Unternehmerinnen, will die öffentliche Präsenz selbstständiger Frauen stärken und Frauen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft fördern. Die Verbandsarbeit verteilt sich über die Standorte Aachen, Berlin-Brandenburg, München, Nord, Rheinland und Ruhrgebiet. Die Region Nord, mit Schwerpunkt in Hamburg, ist mit knapp 130 Mitgliedern der größte Standort. Insgesamt zählt der Verband derzeit fast 400 Mitglieder. Vielfältige Aktivitäten wie Fachvorträge, Themenabende und Netzwerktreffen prägen das Verbandsleben. Mehr Information: www.schoene-aussichten.de

Bundeskonferenz – Schöne Aussichten in Hamburg (nicht nur) zum Klönschnacken

Die jährliche Bundeskonferenz von Schöne Aussichten dient nicht nur dazu, das zurückliegende Vereinsjahres zu reflektieren und die strategische Ausrichtung, die Maßnahmen und Projekte des nächsten Jahres festzulegen. Vielmehr steht auf der Bundeskonferenz, die am Sonnabend im Hotel Baseler Hof in der Hamburger Innenstadt tagte, auch im Fokus, die bundesweiten Geschäftskontakte auf- und auszubauen. Und so wurden den Tag über viele interessierte Gespräche geführt, Kontakte früherer Treffen aufgefrischt, Erfahrungen ausgetauscht und Ansätze für Kooperationsmöglichkeiten entwickelt.

Jubiläumsveranstaltung im Übersee-Club Hamburg

Die verbandsinterne Jubiläumsveranstaltung zum 25. Geburtstag der Schönen Aussichten fand im Anschluss an die Bundeskonferenz im Übersee-Club Hamburg statt, der im denkmalgeschützten Amsinck-Palais an der Binnenalster residiert. Der exklusive Club, in dem sich „einflussreiche Hanseaten und wichtige Kaufleute, Politiker, Wirtschaftler und Wissenschaftler aus aller Welt“ treffen, hat sich bereits Anfang der 1950er-Jahre für Damen geöffnet. Dennoch sind heute unter den rund 2.300 Mitgliedern nur etwa 200 Frauen vertreten.

In den hanseatisch-gediegenen Clubräumen gab es am Sonnabend ein festliches Abendprogramm mit exzellentem Menü und lebhaften Gesprächen. Für stimmungsvolle musikalische Untermalung sorgte Schöne-Aussichten-Mitglied Johanna Hattner, die eigens zum Jubiläum einen Songtext geschrieben hatte und diesen als Überraschung des Abends vortrug. Der beziehungsreiche Refrain:

Weiblich, stark und aktiv,
bei uns geht fast nie was schief.
Denn wir sind die Powerfrauen,
die sich ins Business trauen.
Wir sind professionell,
brauchen kein Prada oder Chanel.
Jede zeigt hier, was sie kann.
Schöne Aussichten
der Name ist Programm.

Weitere Bilder in der Fotogalerie 25 Jahre Schöne Aussichten“

( Tanja Königshagen )


 


 

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