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Bewegtbild-Industrie

NewTV-Kongress 2019 mit neuem Konzept gefeiert

Bereits zum bereits zehnten Mal trafen sich führende Experten und Innovationstreiber der Bewegtbild-Branche zum NewTV-Kongress. „Business Innovation On Screen“ war das Motto der diesjährigen Konferenz am 28. März in Hamburg. Thema waren technologische Innovationen, interaktive Content-Formate sowie das Potenztial neuer Geschäftsmodelle.

Mehr als 300 Teilnehmende zählten die Veranstalter der Kongress-Jubiläumsausgabe. Das Who’s who der Branche, Strategen der führenden deutschen Content-Anbieter, Vermarkter und internationale Speaker kamen zusammen, um über die neuesten Trends und Entwicklungen in der Bewegtbildindustrie zu sprechen. Der Kongress zählt zu den wichtigsten Events auf diesem Gebiet. Pünktlich zum Jubiläum hatte sich das Format einem Facelift unterzogen – eine optische, inhaltliche und programmatische Neuausrichtung der Konferenz. Erstmals fand die ganztägige Veranstaltung in den Erste Liebe Studios im Oberhafenquartier statt; der Kreativstandort stand sinnbildlich für den runderneuerten NewTV-Kongress.

Content, Technologie und Distribution

Lineares Fernsehen wurde unlängst von Streaming-Diensten und Video-Angeboten bekannter Social-Media-Plattformen eingeholt. Bewegtbild-Berichterstattung findet immer häufiger live statt und neue Technologien wie Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) erhalten Einzug in die Bewegtbild-Ausstattung von Konzernen und heimischen Wohnzimmern.

Was bedeutet das für den Bewegtbild-Konsum der Zukunft und für die Ausrichtung der Geschäftsmodelle in den Unternehmen? Wie lassen sich Inhalte am besten ausspielen? Welches Potenzial haben Bewegtbild-Trends wie Video-Streaming und E-Sports? Und wie verändern Streaming-Dienste die Produktionsmärkte? Antworten auf diese und weitere Fragen standen im Fokus des zehnten NewTV-Kongresses. Ein bunter Mix aus Keynotes, Panels, Masterclasses und vertiefenden Angeboten sorgte für spannende Diskussionen über die künftige Entwicklungsrichtung des Bewegtbild-Marktes. Erstmalig auf zwei Bühnen wurden Trendthemen und Cases rund um die Schwerpunkte Content, Technologie und Distribution vorgestellt.

Innovationen, mehr Trends, mehr Diversität

Als Moderatorin führte Larissa Rieß (Radiomoderatorin, DJane und Schauspielerin) durch die Veranstaltung. Jana Schiedek, Staatsrätin für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg sprach das Grußwort. In ihrer Rede hob sie die Bedeutung des Events hervor: „An praktisch allen Stellen des Mediensystems in Deutschland gibt es tiefgreifende Veränderungen. Grenzen zwischen Genres verschwimmen, Formate entwickeln sich weiter und neue Möglichkeiten der Produktion, Distribution und Verwertung entstehen. Gerade an den Schnittstellen von Inhalten und Technologie tun sich neue Chancen auf. Deshalb brauchen wir Initiativen wie NextMedia.Hamburg mit Veranstaltungen wie dem NewTV Kongress. Sie geben den Akteurinnen und Akteuren in Hamburg und darüber hinaus wichtige Impulse für Innovationen.“

Wichtige Impulse lieferte auch gleich schon die Eröffnungs-Keynote von Henry Mason, Managing Director bei TrendWatching. In seinem Vortrag „Will AI enslave or entertain us?“ ging der Londoner Trendforscher auf die Vor- und Nachteile des Einsatzes von künstlicher Intelligenz ein und führte aus, was Konsumenten von neuen Technologien erwarten. Seine These: Menschliche Bedürfnisse werden immer im Vordergrund stehen, daran ändere auch künstliche Intelligenz (KI) nichts. „Neue Technologien wie KI sollen fair sein, den Menschen unterstützen und ihre Aufgaben in Perfektion erledigen. Innovationen können nur dann erfolgreich sein, wenn sie den Erwartungen der Nutzer gerecht werden“, konstatierte Mason.

Ihm folgte Darren Nielson, Senior Vice President des US-amerikanischen Pay-TV-Senders Starz, der in seiner Keynote erklärte, wie sich der etablierte Medienriese gegen die zunehmende Konkurrenz von Video-on-Demand- und Streaming-Diensten beweisen will. Wichtig bei der Distributionsstrategie sei, so Nielson, die Spezialisierung auf ein Themenfeld. „Unser Fokus liegt ausschließlich auf dem Genre Drama. In diesem Bereich produzieren wir hochwertigen Premium-Content, den wir dann bei verschiedenen Anbietern ausspielen. Distribution first ist hier das Motto.“

Mit der Verteilung von Inhalten beschäftigte sich auch das erste Panel des Tages. Unter dem Motto „Total Video Distribution: Überblick, Benchmark und Player“ diskutierten Bernd Riefler (Veed analytics), Dominik Schilling (ARD online), Simon Hunt (Freeview Play) und Stephan Zech (Funke) verschiedenste Vertriebswege im Bewegtbild-Markt. Die Panelisten waren sich schnell darüber einig, dass es auch in Zukunft Raum für verschiedene Player auf dem Markt geben wird. Umso wichtiger sei es, dass der Konsument die Übersicht über die Angebote behalte. Eine neutrale Content-Discovery-Gesellschaft ohne inhaltliche Dominanz eines Anbieters stellte sich hier als Idealvorstellung der Beteiligten heraus.

Inhaltlicher Schwerpunkte Werbemarkt: Frank Berning Dokyo setzte sich in seinem Workshop für eine hohe Qualität von Bewegtbildern in der Werbung ein. Und Holm Münstermann (Google) Münstermann referierte über die Vorteile der Dynamic Ad Insertions und sprach in diesem Kontext sogar von einer „Revolution des Werbemarktes“.

Parallel zu Münstermanns Vortrag fand eine weitere hochranging besetzte Diskussionsrunde statt, in der Dr. Burkhard Nagel (ARD Aktuell), Sebastian Pfotenhauer (Ringier AG) und Padraic Ryan (storyful) über die Gefahren und Herausforderungen sprachen, die sich durch Fake-Bilder ergeben. Dabei stellten die Referenten fest, dass die Produktion von Fake-News sich zunehmend professionalisiert habe, sodass die Verifikation von Inhalten mit einem hohen zeitlichen Aufwand verbunden ist. Schritte zur Bild-Verifikation stellte Padraic Ryan dann am Nachmittag vor: Schon die sorgfältige Prüfung der Kernelemente Quelle, Datum und Ort könne in den meisten Fällen Fakes sichtbar machen.

Gute Zeiten für kreative Bewegtbild-Köpfe

Nach der Mittagspause galt der Fokus den neuen Bewegtbild-Trends und -technologien. Beim E-Sports-Panel mit Reza Abdolali (blackbird eSports), Daniel von Busse (Sport1), Felix Welling (VfL Wolfsburg), Bernhard Mogk (ESL) und Stefan Zant (P7S1Sport) wiesen die Gaming-Experten auf das Potenzial des virtuellen Sports hin. So sei die Reichweite und Community vorhanden, um E-Sport auch nachhaltig erfolgreich zu etablieren. Nicht umsonst genieße der virtuelle Sport bei den TV-Anbietern schon den gleichen Stellenwert wie die Quotengaranten American Football und Darts. „Die Herausforderung besteht nun darin, die Zuschauerzahlen zu stabilisieren“, so Stefan Zant. Parallel dazu verrieten die Rocket Beans im neuen Best Case-Format ihr Erfolgsgeheimnis. „Live-Shows, Events und selbstprogrammierte Tools ermöglichen es uns, ganz eigene, interaktive Formate zu gestalten und so eine enge Bindung zum Publikum aufzubauen“, so Creative Director Anja Räßler.

Das Internet und die Möglichkeiten von Bewegtbildern im Social Web blieben auch in der Folge Thema. So referierten Thorsten Trompeter (Beiersdorf) und Christian Bartsch (BOOM) zunächst über die Möglichkeiten der Nutzung von Apps wie TikTok und Snapchat, ehe Andreas Briese, Director Partnerships bei YouTube, aufzeigte, wie die weltweit größte Video-Plattform die Verlässlichkeit der angebotenen Videoinhalte sicherstellen möchte. Dies solle mit einer Kombination aus belastbaren Quellen und weiterführenden Links geschehen, die den Qualitäts-Journalismus fördern.

Einer, der weiß, wie man mit Webvideos ein Millionenpublikum erreicht, ist Fynn Kliemann, der gleich doppelt auftrat. Gemeinsam mit seinem Kollegen Brian vom Kliemannsland beantwortete er Fragen aus dem Publikum, ehe er an der letzten Diskussionsrunde der diesjährigen Konferenz teilnahm. Gemeinsam mit dem YouTuber diskutierten Johannes Züll (Studio Hamburg), Florian Hager (funk), Christian Alvart und Siegfried Kamml (beide Syrreal Entertainment) die Veränderungen im Produktionsmarkt, die sich durch das Aufkommen der Streamingplattformen ergeben. Die Auftragslage bei den Produktionsfirmen sei demnach so gut wie noch nie – die Einnahmequellen wiederum würden Produzenten nutzen, um eigene Inhalte abseits des Mainstreams erstellen zu können. Der einhellige Tenor: Momentan sind gute Zeiten für Kreative, die ans Set wollen und gute Zeiten für Autoren, die dringend gesucht werden.

Kabarettist Till Reiners sorgte mit einer Stand-up-Show schließlich für den Kongress-Abschluss. Eine Aftershow-Party bot im Anschluss daran zudem noch die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen, zu vertiefen und den Tag mit Musik von DJs, Drinks und Snacks ausklingen zu lassen.

NextMedia.Hamburg-Leiterin Nina Klaß zeigte sich mit der zehnten Auflage der Bewegtbild-Konferenz mehr als zufrieden: „Wir haben es in diesem Jahr geschafft, den NewTV-Kongress komplett neu aufzusetzen. Wir haben die innovativsten Storys rausgepickt und die Menschen dahinter gezeigt. Es war eine insgesamt sehr erfolgreiche Veranstaltung.“

Die Organisation der Veranstaltung lag bei NextMedia.Hamburg und NewTV Focus Group. Unterstützt wurde der newTV Kongress 2019 von Studio Hamburg, Vision tools und Foodboom. Letztere hatten eine eigene Bühne, auf der verschiedenste Bewegtbild-Formate live auf der Bühne präsentiert wurden. Neben einer Keynote präsentierte Foodboom-Gründer Sebastian Heinz hier auch den Prototyp, der im Zuge des VR Prototyping Lab von nextMedia.Hamburg erstellt wurde. Foodboom zeigte sich zusätzlich für einen Frühstücks- und Abendsnack verantwortlich und verwöhnte die Kongress-Teilnehmer morgens mit einem leckeren Chia-Apfelmus-Porridge und am Abend mit Hot Dogs und einer mobilen Bar.

(Redaktion)


 


 

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