Sie sind hier: Startseite Hamburg Lokale Wirtschaft
Weitere Artikel
Bildung

Sparmaßnahmen für Hamburgs Hochschulen nicht so drastisch wie dargestellt

Im September 2010 hat der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg über den Entwurf des Doppelhaushalts 2011/2012 beraten und ein strukturelles Konsolidierungsprogramm von 510 Mio. Euro beschlossen.

Bewusst wurde im Rahmen der Konsolidierungsmaßnahmen die Wissenschaftsbehörde anteilig deutlich weniger belastet, als dies ihrem Anteil am Haushalt entsprochen hätte. Dennoch ist auch der Wissenschaftsbereich aufgefordert, seinen Beitrag zu leisten.

In dem halbjährlich stattfindenden Gespräch mit den Studierendenvertretungen der staatlichen Hamburger Hochschulen hat Wissenschaftssenatorin Dr. Herlind Gundelach heute den Vorsitzenden der Allgemeinen Studierendenausschüsse die Konsolidierungsmaßnahmen erläutert und die zuletzt öffentlich dargestellten Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit der Hochschulen korrigiert.

Wissenschaftssenatorin Dr. Gundelach: „Der Bereich von Forschung und Lehre wird von den Konsolidierungsbemühungen bewusst ausgenommen. Die Zuwendungen an die staatlichen Hochschulen werden nicht angefasst. Beteiligt werden die Hochschulen jedoch an den Anstrengungen des Senats, die Verwaltung in der Stadt zu straffen und effizienter zu gestalten. Im Gegenzug dazu sollen die Verwaltungen von unnötigem Berichts- und Verwaltungsaufwand befreit werden. Die Effizienzdividende beträgt für alle Hochschulen einschließlich der Behörde 5 Mio. Euro. Umgerechnet auf die Personalstellen bedeutet dies eine Reduzierung um durchschnittlich 1,25 Prozent. Dies ist sicherlich zu leisten. Auch mein Haus wird sich an der Erbringung dieses Betrags beteiligen.“

Zu den umstrittenen Maßnahmen zählt insbesondere die Reduzierung der Zuweisungen an das Studierendenwerk (Mensazuschuss). 

Im Jahr 2011 wird der Zuschuss noch zur Hälfte gewährt, damit sich das Studierendenwerk und die Studierenden auf die Umstellung der Finanzierung einstellen können, in 2010 entfällt er komplett. Damit ist das Studierendenwerk gefordert, in 2011 rund 1,6 Mio. Euro zu kompensieren, in 2012 gut 2,3 Mio. Euro.

Senatorin Dr. Gundelach: „Dem Senat ist sehr bewusst, dass diese Maßnahme die Studierenden direkt betrifft. Das Studierendenwerk hat angekündigt, die Essenspreise um 10 Prozent anzuheben. Bei einem durchschnittlichen Essenspreis von aktuell 1,96 Euro beträgt die Erhöhung durchschnittlich 20 Cent pro Essen. Das ist in meinen Augen keine drastische Erhöhung. Bei rund 2,9 Millionen ausgegebenen Essen in 2009 kann das Studierendenwerk hier 580.000 Euro Mehreinnahmen generieren. Zusammen mit der angekündigten Erhöhung des Semesterbeitrages um 19 Euro (von 51 auf 70 Euro) ab dem Wintersemester 2011/2012, die dem Studierendenwerk bei 59.000 Studierenden jährlich 2,242 Mio. Euro zusätzlich einbringen wird, können neben dem Wegfall des Zuschusses auch die zu erwartenden Tarifsteigerungen (Ablauf des Notlagentarifvertrages) kompensiert werden, die in jedem Fall eingetreten wären und vom Studierendenwerk hätten getragen werden müssen.“

Des Weiteren sollen die Ausgaben für die Studienfinanzierung (Stundungskosten) künftig aus dem Aufkommen aus Studiengebühren bestritten werden. 

Die bei der städtischen Wohnungsbau-Kreditanstalt anfallenden Personal- und Sachkosten sowie die Kosten für die Zinsen, die während der Dauer des Studiums entstehen, werden zukünftig nicht mehr von der Stadt Hamburg getragen. Für das Jahr 2011 werden hierfür knapp 4 Mio. Euro prognostiziert. Bei rund 47.000 Zahlungspflichtigen bedeutet dies, dass von 375 Euro, die ein Studierender zahlt, noch 335 Euro bei den Hochschulen ankommen.

Senatorin Dr. Gundelach: „Das Aufkommen aus Studiengebühren, dass die Hochschulen verwenden können, ist damit künftig rund 11 Prozent geringer. Im Vergleich mit vielen anderen Verwaltungskosten ist das aber immer noch ein akzeptabler Anteil.“

Bei der Einführung des Stundungsmodells hatte der Senat zugesichert, dass die bisher erzielten Einnahmen aus Studiengebühren als Maßstab gelten sollen. Eine ggf. entstehende Finanzlücke sollte kompensiert werden. Für den Fall, dass die Einnahmen der Hochschulen aus Studiengebühren die vom Senat garantierte Einnahmesumme (37 Mio. Euro) übersteigt, entfällt die staatliche Kompensation.

Senatorin Dr. Gundelach: „Aufgrund der stetig steigende Studierendenzahlen gab es im Wintersemester 2009/2010 bereits knapp 47.000 zahlungspflichtige Studierende; in diesem Wintersemester ist die Zahl noch einmal deutlich angestiegen. Damit ist die vom Senat garantierte Summe fast erreicht. Insoweit wird der Kompensationszahlung zunehmend die Grundlage entzogen.“

Senatorin Dr. Gundelach abschließend: „Wir alle wissen, dass Wissenschaft und Forschung von elementarer Bedeutung für die Zukunft unserer Stadt, für Wohlstand und Wachstum sind. Deswegen wird in den Kernbereichen von Lehre und Forschung nicht gespart. Dennoch war auch der Hochschul- und Wissenschaftsbereich als Teil der Gesamtgesellschaft aufgefordert, sich an den notwendigen Einsparungen zu beteiligen. Mir sind diese Einschnitte schwer gefallen, aber sie sind wegen der Haushaltslage der Stadt unumgänglich“.

(Behörde für Wissenschaft und Forschung)


 


 

Studierendenwerk
Hochschulen
Senat
Gundelach
Einnahmen
Bildung
Gelder
Studiengebühren
Verwaltung
Erhöhung
Semster
Konsolidierungsbemühungen

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Studierendenwerk" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: