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Creditreform

Schwächeln bei der Bonität - die Krise als Stresstest

Die deutschen Unternehmen haben den Krisenschock im vergangenen Jahr überstanden. Allerdings wurde die Bonität der Unternehmen, sprich ihre Zahlungsfähigkeit, durch den Konjunktureinbruch und die Finanzierungsengpässe erheblich angegriffen - so aktuelle Erkenntnisse von Creditreform.

Derzeit beträgt der Anteil der Unternehmen, denen eine sehr schwache Bonität bescheinigt werden muss, 3,46 Prozent. Das entspricht deutschlandweit etwa 113.000 von 3,3 Millionen Unternehmen, die als risikoreich eingestuft werden. Reißt der wirtschaftliche Aufschwung ab, drohen viele Unternehmen aus dieser Risikogruppe ihre Bonität zu verlieren und insolvent zu werden.

Deutlich mehr Unternehmen als vor Anbruch der Krise werden mit einer sehr schwachen Bonität bewertet. Im Gleichschritt werden sehr gute und gute Bonitätsbewertungen weniger oft vergeben. So ist die Zahl der Unternehmen, die in die höchste Risikogruppe eingeordnet werden, seit Rezessionsbeginn um 6,4 Prozent gestiegen. Demgegenüber verlor die Klasse mit ausgezeichneter Bonität 14,3 Prozent der Unternehmen.

Die mittelständischen Unternehmen haben sich tatsächlich als das Rückgrat der deutschen Wirtschaft erwiesen. Sie verzeichneten rezessionsbedingt geringfügigere Herabstufungen der Bonitäten und federten so den Absturz der Volkswirtschaft ab. Zwar gab es auch in diesem Segment seit Krisenbeginn eine stete Verschlechterung der Bonitätseinschätzungen, allerdings war die Großindustrie erheblich stärker betroffen.

Unterschiedliche Risiken der Branchen

Das Hotel- und Gastgewerbe hat unter der krisenbedingten Angst der Deutschen vor Arbeitslosigkeit und Rezession wohl am stärksten gelitten. Der Bonitätsindex der Branche erreicht nur die Note 276 und liegt damit 49 Zähler schlechter als die Note der am besten eingeschätzten Branche – der Chemie- und Pharmaindustrie (227 Punkte).

Wie hoch die Ausfallgefahr in den einzelnen Wirtschaftszweigen ist, wird deutlich am Anteil der Unternehmen, denen lediglich eine sehr schwache Bonität zuerkannt wird. Dieser beträgt im Bereich Gastgewerbe immerhin 8,95 Prozent, gefolgt vom Baugewerbe (4,68 Prozent) und den konsumnahen Diensten (4,66 Prozent). Neben der Wirtschaftskrise machen diesen Wirtschaftszeigen auch strukturelle Schwächen wie Eigenkapitalmangel und hoher Wettbewerbsdruck zu schaffen.

Liquiditätslage verbessert sich

Aus den bei Creditreform gesammelten Erfahrungen von Lieferanten, Kreditgebern und Geschäftspartnern zeichnet sich eine Verbesserung der Liquiditätssituation in den deutschen Unternehmen ab. Der Zahlungsverzug lag mit durchschnittlich 12,7 Tagen im zweiten Quartal 2010 um 0,5 Tage unter dem Vorquartalswert. Gegenüber dem ersten Quartal des Krisenjahres 2009 haben sich die Verzögerungen um 1,2 Tage verringert. Baubetriebe (14,3 Tage) und Logistiker (13,1 Tage) benötigen die meiste Zeit, bis offene Zahlungsverpflichtungen ausgeglichen werden. Die Chemiebranche zahlt mit einer mittleren Verzögerung von 10,6 Tagen vergleichsweise schnell.

(Redaktion)


 


 

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