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Bundestagswahl 2013

Studie: Internetnutzer vertrauen bei der Meinungsbildung zur Wahl eher klassischen Print-Medien

Ein Großteil der Nutzer hält Social Media als Informationskanal von Parteien bzw. Politikern für ungeeignet. Mehr noch: Sie schenken den Printmedien das größte Vertrauen bei ihrer Meinungsbildung für die Wahlentscheidung. Das ergab eine repräsentative Studie, die das Online-Marktforschungsinstitut Fittkau & Maaß Consulting im Auftrag der Internet World Messe unter mehr als 1.000 deutschen Internetnutzern durchgeführt hat.

Endspurt im Wahlkampf: Es sind noch wenige Tage bis zur Bundestagswahl. Deutsche Politiker und Parteien blicken traditionell in die USA, um sich Inspirationen für ihren Wahlkampf zu holen. Social Media war, abgesehen von immensen Wahlkampfsummen, entscheidendes Zünglein an der Waage, mit dem US-Präsident Barack Obama im Jahr 2012 den Wahlsieg für sich davon trug. Doch in Deutschland funktioniert Wahlkampf anders, zumindest aus Sicht der Internetnutzer.

Den Studienergebnissen zufolge sehen Internetnutzer Twitter-Nachrichten von Parteien bzw. Politikern als gänzlich ungeeigneten Informationsweg: Mit 45 Prozent Ablehnern landen diese auf dem letzten Platz des Rankings, gefolgt von Facebook-Profilen (40,1 Prozent), Blogs (28,8 Prozent und Websites von Parteien/Politikern (18,3 Prozent). Gerade die unentschlossenen Wähler, die sich noch nicht für eine Partei entschieden haben, sind über diese Online-Kanäle schwer zu erreichen. So gaben nur 12 Prozent der Unentschlossenen an, sich über Websites von Parteien bzw. Politikern über die anstehende Bundestagswahl zu informieren. Bei der Wählergruppe der Entschlossenen ist es immerhin knapp ein Viertel (24,6 Prozent).

Größtes Vertrauen schenken die Internetnutzer tatsächlich den klassischen Printmedien. Zeitungen, Zeitschriften und Magazine kursieren im Ranking der Politik-Informationsquellen auf Platz Eins (27,8 Prozent), gefolgt von TV (25,8 Prozent). Auf Rang drei platziert ist das persönliche Umfeld wie Bekannte, Freunde und Verwandte (18,1 Prozent), das die persönliche Meinung für die Wahlentscheidung bildet.

Die Rolle von Facebook bei der Bundestagswahl
Etwa jeder 10. Internetnutzer besucht Facebook-Profile von Parteien bzw. Politikern, um sich über die Bundestagswahl zu informieren. Wer Facebook als Informationskanal schätzt, bewertet vor allem die Informationstiefe positiv. Insbesondere die Politikinteressierten sehen darin klare Vorteile: 52,3 Prozent sind der Meinung, dass ein Facebook-Auftritt die Online-Kompetenz eines Politikers unterstreicht. 42,4 Prozent bewerten es positiv, Parteien bzw. Politiker in dem Sozialen Netzwerk weiterempfehlen zu können. Die politikinteressierten Facebook-Kritiker hingegen sagen aus, dass Facebook keinen Einfluss auf ihre Wahlentscheidung habe (48,1 Prozent) und bewerten die dort angebotenen Informationen als unzureichend (41,0 Prozent), so die Studienergebnisse.

Internetnutzer sind engagierte Wähler
Die Mehrheit der Internetnutzer in Deutschland will am 22. September 2013 zur Wahl gehen: 50 Prozent haben sich bereits für eine Partei entschieden, knapp ein Drittel hat die Absicht zur Wahl zu gehen, hat aber noch keine klare Parteipräferenz. Vor allem die Nutzer in den Neuen Bundesländern haben im Vergleich zu den anderen Regionen in Deutschland noch keine ausgeprägten Parteipräferenzen. Lediglich 44 Prozent wissen bereits, wo sie ihr Kreuz auf dem Wahlzettel setzen werden. Im Osten des Landes ist auch der Anteil derer, die noch nicht wissen, ob sie überhaupt zur Wahl gehen werden, mit über 17 Prozent am höchsten und liegt damit 5 Prozentpunkte über dem Bundesdurchschnitt.

Fittkau & Maaß untersuchte im Auftrag der Internet World Messe in einer internet-repräsentativen Panelbefragung im Juli und August 2013 über 1.000 wahlberechtigte Internetnutzer hinsichtlich Wahlverhalten, Parteipräferenzen, Informationsverhalten und Meinungsbildung im Rahmen der Bundestagswahl 2013. Im Fokus stand dabei die Frage welche Rolle Soziale Medien als Informationskanal für die Wähler spielen. „Ziel unserer Studie war es, herauszufinden, wie aufgeschlossen die deutschen Internetnutzer eigentlich mit dem Thema Bundestagswahl und Social Media umgehen“, so Nicole Rüdlin, Leiterin Internet World Messe und Studienauftraggeberin. „Wir waren überrascht, wie wenig Nutzer über die Social-Media-Kanäle mit politischen Themen erreicht werden. Da ist noch sehr viel Pionierarbeit notwendig.“ Das bestätigt auch Susanne Fittkau, beim Forschungsinstitut Fittkau & Maaß Consulting verantwortlich für die Studienkonzeption: „Zwar sind Reichweite und Nutzungsfrequenz von Facebook enorm. Doch es dient seinen Nutzern eben in erster zur Kommunikation mit persönlich bekannten Personen – das Interesse an der Interaktion mit Politikern ist sehr überschaubar.“

(Redaktion)


 


 

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