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„Wer Veränderung möchte, muss sich einbringen“

Kontakte knüpfen und pflegen, ins Geschäft kommen steht im Vordergrund des Unternehmerinnentages am 26. September 2015. Mitinitiator der Veranstaltung ist der Unternehmerinnenverband Schöne Aussichten e. V. Bundesvorstandsmitglied Monika Borchert, selbstständige Finanzdienstleisterin, gibt im Gespräch mit Tanja Königshagen Einblicke in das überregionale Netzwerken des Verbands.

business-on.de: Der Unternehmerinnenverband Schöne Aussichten ist Mitinitiator des Hamburger Unternehmerinnentages, zusammen mit dem Verein Frau und Arbeit und der Handelskammer Hamburg. Wie bringt sich Ihr Verband in die Veranstaltung ein?

Monika Borchert: Teilnehmerinnen des Hamburger Unternehmerinnentages können das Thema Netzwerken auf unterschiedlichen Ebenen und mit ganz vielen Facetten kennenlernen. Das Programm bewegt sich zwischen mitmachen, etwas lernen, Kontakte knüpfen. Außerdem kommt Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank.

Einige Mitfrauen, so nennen wir uns im Verband, leiten die angebotenen Workshops auf der Veranstaltung. Sie nutzen die Möglichkeit, sich hier aktiv einzubringen und können damit natürlich auch Werbung für sich machen. Das ist zugleich das, was Netzwerken ja heißt: Was bin ich bereit zu geben, um dann auch zu profitieren. Für unsere Mitfrauen ist der Tag also eine ganz wichtige Möglichkeit präsenter zu sein.

Das neue Konzept des Unternehmerinnentages ist darauf ausgelegt, dass die Frauen zum Thema Netzwerken wirklich mitmachen können. Davon lebt der Tag. Für dieses Konzept konnte ich das Organisationsteam begeistern. Gemeinsam haben wir es dann entwickelt. Die guten Anmeldezahlen für die Veranstaltung belegen, dass das neue Konzept ankommt. Das begeistert mich geradezu und ich glaube, dass das ein ganz toller Tag wird.

business-on.de: Schöne Aussichten positioniert sich als bundesweiter Verband für selbstständige Frauen aller Branchen. Wie funktioniert die überregionale Vernetzung?

Monika Borchert: Wir treffen uns auf Verbandsebene einmal im Jahr zu einer Bundeskonferenz. Die hat jetzt gerade am vergangenen Wochenende in Köln stattgefunden. Dort besprechen und beschließen wir Grundsätzliches: Wo stehen wir als Verband? Wo wollen wir hin? Und auch was wir verändert wissen möchten.

Es handelt sich um eine sehr aktive Konferenz, während der wir festlegen, was im kommenden Jahr passieren soll. Die Konferenz ist zudem eingebunden in ein tolles Rahmenprogramm, sodass es immer auch ein schönes Wochenende ist. Nächstes Jahr feiern wir das 25-jährige Bestehen des Verbands. Die Bundesversammlung hat in Köln beschlossen, dass die Konferenz 2016 in Hamburg stattfinden wird. Darauf freuen wir uns schon sehr!

Durch die bundesweite Arbeit funktioniert der Austausch einzelner Regionen noch besser und wir können von den Erfahrungen der anderen profitieren. Eines der Haupthemen des Verbands ist derzeit, noch mehr Gruppen in anderen Regionen aufzubauen, das passiert zum Beispiel gerade in München. Dabei begleitet der Bundesvorstand den Aufbau. Hier schauen wir, wie wir die neuen Gruppen unterstützen und was wir zur Verfügung stellen können. Selbstverständlich ist natürlich auch, regionale Besonderheiten zu berücksichtigen.

business-on.de: Welche Themen spielen darüber hinaus im Bundesvorstand und für Ihre Arbeit in diesem Gremium eine Rolle?

Monika Borchert: Es sind deutlich auch die Anbindungen an die jeweiligen Handelskammern. Im vergangenen Jahr fand die Bundeskonferenz in Essen statt. Zu diesem Anlass hat uns die IHK dort einen Empfang ausgerichtet. Ich will versuchen, dies zur 25-Jahr-Feier auch in Hamburg zu erreichen.

Derzeit bin ich zur Vorbereitung des Unternehmerinnentages einmal im Monat in der Handelskammer. Daher bekomme ich viel mehr mit, was in anderen Netzwerken passiert und was die Handelskammer alles leistet. Auch das, was spezielle Frauennetzwerke ausmacht – hier ist die Geschäftsführerin International, Corinna Nienstedt, in der Handelskammer Hamburg in Bezug auf die Frauenthemen sehr aktiv. Ich denke, dass das alles Erfahrungen sind, die ich in die Verbandsarbeit einbringen kann.

business-on.de: Was steht hier im Norden im Vordergrund der Verbandsarbeit?

Monika Borchert: Ganz klar ist es eine Plattform, auf der wir uns austauschen. Wir haben einmal im Monat unser Regionaltreffen. Die Regionalgruppe Nord ist im Verband die größte und mit ihren vielfältigen Aktionen auch die aktivste Gruppe. Im Bundesvorstand diskutieren wir regelmäßig, wie auch die anderen Verbandsregionen noch stärker werden können.

Auch bieten wir in unserer Regionalgruppe die Möglichkeit, einen Rahmen zu schaffen, in dem wirklich Zusammenarbeit unter den Frauen erfolgen kann. Das passiert in unseren Zirkeln. Das Thema Vertrauen aufbauen und sich nicht als Konkurrenz zu empfinden, das beindruckt mich sehr. Gerade auch wenn ich andere Veranstaltungen besuche, stelle ich fest, dass die Atmosphäre in unserem Verband besonders ist. Wir treffen uns immer am selben Ort am festgelegten Tag – jeden dritten Dienstag im Monat – und wir essen immer zusammen. Ich glaube, das trägt dazu bei, dass bei uns eine andere Atmosphäre herrscht als in Netzwerken, die unverbindlicher sind.

business-on.de: Was sind die Zirkel, die Sie gerade angesprochen haben?

Monika Borchert: Es finden zu unterschiedlichen Thermen Zirkel statt, an den sechs bis acht Frauen teilnehmen. Sie treffen sich in festen Rhythmen und arbeiten, ein bisschen wie in Erfolgsteams, die sich heute bilden. So gibt es zum Beispiel einen Akquisezirkel. Hier treffen sich die Teilnehmerinnen reihum bei einer der Frauen, um auch die Frau und ihre Arbeitsumgebung kennenzulernen. Die Frauen profitieren davon, jeweils ein ehrliches Feedback zu den speziellen Fragestellungen von den anderen zu bekommen, zum Beispiel wird auch die Selbst- und Fremdeinschätzung klar herausgearbeitet.

business-on.de: Sie sind selbst Unternehmerin und eben für den Bundesvorstand von Schöne Aussichten tätig. Was ist Ihr Antrieb, sich ehrenamtlich in verantwortlicher Position einzubringen?

Monika Borchert: (lacht) Ich bin zu diesem Posten ein bisschen wie die Jungfrau zum Kinde gekommen. Ich wurde vorgeschlagen und mit überwältigender Mehrheit gewählt, sodass ich mich dem nicht entziehen konnte. Später hatte ich kurz überlegt, diesen Posten nach der ersten Amtszeit wieder aufzugeben, weil es schon ein ziemlich hoher Aufwand ist.

Ich habe mich aber letztlich entschieden, dabei zu bleiben. Denn ich bin der Meinung, wenn man etwas verändern möchte, dann muss man etwas dafür tun. Das ist das Thema „Einbringen“. Aus meiner beruflichen Wahrnehmung – ich bin Finanzdienstleisterin – ist es so, dass gerade Frauen sich persönlich leider immer noch so häufig nicht in den Vordergrund stellen. Nicht, dass ich der Meinung bin, dass jede wie ein Mann durch Leben laufen sollte, aber sie sollte keine Scheu haben, sichtbarer zu sein.

Da geht es aus meinem Business heraus zum Beispiel auch um Vorsorge – heutzutage stellt der Mann keine Altersversorgung mehr für die Frau dar. Frauen sollten hier eigenverantwortlicher sein und sich selbst mehr in den Vordergrund stellen. Ich spreche da von der A-B-C-D-Priorität: A sind die Kinder, B ist der Mann, C das Business und D, wenn überhaupt und nicht noch später, die Frau selber. Mein Appell: Warum gebt ihr euch nicht die Priorität A? Denn wenn ihr kraftvoll seid, könnt ihr auch viel geben!

Und um auf die Verbandsarbeit zurückzukommen: Ich bekomme viel positive Rückmeldung und deswegen habe ich mich entschieden, die Vorstandsarbeit weiterzumachen.

business-on.de: Vielen Dank, Frau Borchert.

(Tanja Königshagen)


 


 

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