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Christoph Birkel im Interview

„ Hamburg ist eine gesittete, hübsche Dame“

Gibt es denn grundsätzlich zu viele Gewerbeimmobilien? 

Christoph Birkel: Ja. In Hamburg wird nach wie vor sehr viel gebaut. Das geht am Markt nicht spurlos vorüber. Da steht dann eben immer eine ganze Menge leer.

Welche Hindernisse stellt die Politik interessierten Investoren in den Weg? Oder gibt es auch positive Erfahrungen mit Behörden? 

Christoph Birkel: Ehrlich gesagt, ist der Umgang mit den Behörden in den vergangenen Jahren immer besser geworden; wir können da nicht klagen. Es ist mittlerweile erfreulicherweise so, dass die Behörden versuchen, Bau- oder Sanierungsvorhaben, die professionell und gut sind, zu unterstützen. Da gibt es in der Tat mehr und mehr einen positiven Dialog.

Gibt es denn Unterschiede zwischen Berlin und Hamburg?

Christoph Birkel: Ja. In Berlin müssen Sie grundsätzlich etwas diplomatischer vorgehen. Salopp gesagt: Da sollten Sie schon mit einem Berliner Architekten oder Bauunternehmer auftreten und nicht mit einem Hamburger Pfeffersack. Die Berliner verstehen einfach untereinander ihre Sprache besser. Ob ein Bauherr ein gutes Klima mit der zuständigen Behörde hatte oder nicht, kann man in Berlin ganz leicht erkennen, wenn man durch eine Straße geht: Da sehen Sie auf dem einen Haus ein feines Penthouse oder einen Dachausbau und direkt nebenan fehlt das oberste Stockwerk. Das weiß man, dass bei dem einen etwas schief gelaufen sein muss.

Wie finden Sie Ihre Traumhäuser? Gehen Sie einfach durch die Stadt und merken sich zum Verkauf stehende Gebäude?

Christoph Birkel: Nein. Das ist im ersten Schritt ein relativ unspektakulärer Vorgang. Zunächst bekommen wir ein Angebot von einem Makler. Dann aber denke ich, das wir einen anderen Weg gehen: Zunächst suche ich alle in Frage kommenden Gebäude persönlich auf und schaue, ob der Funke überspringt, ob sich eine Idee, ein Thema in meinem Kopf entwickelt; danach hole ich mir eine Expertise von einem Baufachmann ein. Und erst danach fangen wir an zu rechnen, ob sich die Idee auch lohnen würde. So haben wir einerseits von Anfang an einen persönlichen Bezug und verlieren andererseits das Kaufmännische nicht aus den Augen.

Sie lieben ungewöhnliche Bauvorhaben. Was würden Sie gerne noch verwirklichen? Oder haben Sie gerade ein solches Projekt in der Pipeline?

Christoph Birkel: Ehrlich gesagt: das eine, einzigartige Leuchtturmprojekt gibt es bei mir nicht. Denn alle unsere Objekte sind auf ihre Art einmalig. Letztes Jahr haben wir ein sehr feudales Haus saniert, mit Stuck, Marmor etc. Unser derzeitiges Projekt hat einen alten Pferdestall im Hinterhof. Das Thema für das ganze Haus ist also etwas rustikaler. Das Projekt für das kommende Jahr ist eher bunt: wir werden versuchen Pop Art mit Altbau zu verbinden. Das ist ja gerade der Reiz, dass man immer wieder etwas Neues macht.

Zur Person:

Christoph Birkel, 38, stammt aus der Dynastie des Nudelherstellers Birkel. Nach dem Verkauf des Konzerns in den 80er-Jahren konzentriert sich der Unternehmer zusammen mit seinem Vater Wolfram auf den Immobilienmarkt in Hamburg und Berlin. In Hamburg betreibt das Unternehmen den hit-Technopark, einen Immobilienpark, in dem auf rund 25.000 Quadratmetern mehr als hundert technologie-affine Unternehmen beheimatet sind. In Berlin besteht das Kerngeschäft aus der Entwicklung von Wohngebäuden in besonders attraktiven Stadtteilen wie Prenzlauer Berg, Friedrichshain oder Mitte.

(Redaktion)


 


 

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