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Cyber-Kriminalität

Geldwäsche bei Glücksspielseiten bringt Internetkriminellen das große Geld

Ein aktueller Report des Sicherheitsanbieters McAfee mit dem Titel „Jackpot! Money Laundering Through Online Gambling“ beschäftigt sich mit Online-Glückspielen. Demnach profitieren Cyber-Kriminelle von dieser Industrie, da sich dort große Geldflüsse besonders einfach verschleiern und tarnen lassen. Darüber hinaus bietet der Report Ratschläge, wie sich Risiken minimieren lassen und mit welchen Maßnahmen Casino-Betreiber illegale Aktivitäten auf ihren Seiten unterbinden können.

Licht ins Dunkel der Untergrundwelt der Online-Glückspiele bringt der aktuelle Report von McAfee: Online-Casinos sind demnach weit verbreitet und das Feld wird in den nächsten drei Jahren um geschätzte weitere 30 Prozent wachsen. McAfee hat drei Faktoren identifiziert, die Kriminalität im Online-Glücksspiel begünstigen: Anonymität, Bezahlmöglichkeiten und Vielzahl der Casinos, teilte der Sicherheitsanbieter mit.

Der Report enthülle vor allem das Ausmaß und die einfachen Möglichkeiten für Geldwäsche auf Online-Glücksspielseiten. Die Anzahl der nicht lizenzierten Seiten sei weit über zehnmal so hoch wie die von lizenzierten Betreibern. Viele operierten im Verborgenen und setzten virtuelle Währungen ein, was eine Herausforderung für die Strafverfolgung bedeute. McAfee zufolge ist „Online-Glücksspiel für Cyber-Kriminelle besonders attraktiv, weil keine physikalisch greifbaren Produkte Teil des Geschäftsprinzips sind“. Sie würden beispielsweise Einnahmen aus illegalen Aktivitäten waschen, indem sie sie für eine Wette einsetzen. Durch die Auszahlung als Gewinn aus einem Gewinnspiel sei das Geld „sauber“. Zudem seien Gewinne aus Glücksspielen in einigen Ländern von der Steuer befreit, müssten also nicht an Finanzbehörden gemeldet werden. Die staatlichen Stellen seien so oft nicht in der Lage, solche Transaktionen zu überwachen.

Troels Oerting, Leiter des European Cybercrime Centre von Europol, kommentiert: „Seit der Zeit der Prohibition in Al Capones Chicago war „Follow the money“ der beste Weg, Kriminelle zu überführen. Früher war die Spur des Geldes einfach zu verfolgen. Heutzutage fließt Geld schnell zwischen Ländern und Kontinenten, was unerlässlich für eine globale, vernetzte Welt ist. Cyber-Kriminelle nutzen dies zu ihrem Vorteil aus und wenden sich verstärkt der virtuellen Welt zu, um „neue Geschäftsfelder“ mit hohem Gewinn und limitiertem Risiko zu erschließen. Cyber-Kriminalität ermöglicht außerdem, im digitalen Untergrund, dem sogenannten Darknet, unerkannt zu bleiben“.
Der Report von McAfee identifiziert drei kritische Faktoren, die Cyber-Kriminelle beim Online-Glücksspiel ausnutzen, um Geld zu waschen:

  • Anonymität – In einigen Ländern ist Online-Glücksspiel nicht legal. Deshalb schützen die Anbieter die Identität der Online-Spieler. In einigen Fällen müssen Glücksspieler bei der Registrierung noch nicht einmal persönliche Informationen angeben. Dies macht es für die gesichtslosen Cyber-Kriminellen oft sehr viel einfacher, anonym und illegal an virtuelle Zahlungsmittel für Geldwäsche zu kommen.
  • Bezahlmöglichkeiten – Kreditkarten, Bankkarten, Prepaid-Karten, Online Banking, automatisierte Verrechnungsstellen, Schecks, Payment Gateways, Transfers zwischen Spielern, Zahlung und Schulden über Mobiltelefone – es gibt eine Vielzahl an neuen Wegen für Glücksspieler, Geld in Online-Casinos auszutauschen. Geldgeschäfte zu verfolgen wird immer komplexer.
  • Vielzahl der Casinos – Die Anzahl der Online-Casinos ist so groß, dass es für lokale Behörden schwierig ist, diese zu überwachen oder gar gezielt deren Aktivitäten zu kontrollieren. Im November 2013 waren 104 internationale Gerichtsbarkeiten für insgesamt 2.734 Internet-Glücksspielseiten beziehungsweise 867 Betreiber von Spielseiten zuständig. Einige Monate später wurden 47 von diesen 2.734 Glücksspielseiten als gefährlich und nicht vertraulich eingestuft. Da täglich Dutzende illegaler Spielseiten ins Leben gerufen werden, steigt diese Zahl stark.

Raj Samani, CTO EMEA bei McAfee und Mitverfasser des Reports, erklärt: „Wissentlich oder unwissentlich tragen Betreiber von Online-Casinos dazu bei, dass die Cyber-Kriminalität wächst. Sie machen es Kriminellen zu einfach ihre Straftaten zu verschleiern. Doch jetzt wo Licht in diese Schattenwirtschaft gebracht wurde, ist der Zeitpunkt für die Online-Glücksspiel-Industrie gekommen, den Sumpf mit wirkungsvollen Werkzeugen zur Strafverfolgung trocken zu legen. Hierfür ist eine enge, grenzübergreifende Zusammenarbeit und Partnerschaft von Behörden, Internet-Anbietern, Internet-Security-Unternehmen, Hochschulen und Finanzinstituten nötig.“

Der vollständige Report ist als Whitepaper zu finden unter: http://mcaf.ee/gi7a5

(Redaktion)


 


 

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