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Damen-Hygiene-Produkt

Hamburger Wirtschaftsingenieur schließt Marktlücke im Damen-Hygienebereich

Innovative Geschäftsideen können naheliegender sein, als man denkt: Wohin mit dem Tampon, wenn kein Mülleimer in Sicht ist? Dieser Frage, die laut einer repräsentativen Umfrage viele Frauen beschäftigt, ging ein Mann auf den Grund. Dr. Jan-Niklas Keltsch entwickelte gemeinsam mit der TU Harburg geruchs- und blickdichte Entsorgungsbeutel aus Polyethylen (PE).

2013 gründete Keltsch das Start-up Embella in Hamburg. Seit 2014 werden die Entsorgungsbeutel produziert. Sie sind bei den  Drogeriemärkten dm und Budnikowky gelistet sowie im pharmazeutischen Großhandel zu beziehen. Nach eigenen Angaben verzeichnete das Start-up bereits in den ersten drei Monaten mehr als 60.000 verkaufte Entsorgungsbeutel-Packungen.

Gute Idee aus WG-Zeiten

Die Idee zu dem Entsorgungsbeutel habe sich entwickelt, als Keltsch an seiner Doktorarbeit schrieb und viel Zeit in der Frauen-WG seiner Partnerin verbrachte: „Dort kam das Thema auf, dass eine geruchs- und blickdichte Entsorgungsmöglichkeit für Tampons auf dem Markt nicht erhältlich ist. Auch Provisorien wie etwa Altpapiertüten waren zur sauberen und unauffälligen Entsorgung nicht geeignet“, so der Hamburger Unternehmer. „Ich konnte kaum glauben, dass es für ein so alltägliches Problem – pro Jahr werden rund 1.500.000.000 Tampons allein in Deutschland benutzt – keine adäquate Lösung gab. So wurde die Idee geboren, eine Entsorgungsmöglichkeit für Tampons zu entwickeln, die geruchs- und blickdicht sowie einfach zu bedienen ist.“

Dem Start-up zufolge bestätigten Forschungsstudien die Marktlücke und untermauern Keltschs Geschäftsidee: 25 Prozent der Befragten gaben an, dass sie die Idee „ausgezeichnet“ finden, 34 Prozent stuften sie als „sehr gut“ ein. Nach Analyse der Schwächen der bisherigen Provisorien und der Bedürfnisse der potenziellen Kundinnen wurden erste Prototypen entwickelt. Marktstudien haben gezeigt, dass weit mehr als 50 Prozent der Tampon-Nutzerinnen das Produktkonzept als sehr positiv bewerten. Dieses und weitere gute Ergebnisse haben Keltsch zum Aufbau einer Produktion motiviert.

Ungewöhnlich findet der 34-jährige Wirtschaftsingenieur seine Idee nicht. Allerdings ist ihm durchaus bewusst, dass Entsorgungsbeutel für Tampons ein Tabu-Thema darstellen. „Jedenfalls aktuell noch. Aber Camelia und o.b. haben es auch geschafft, ein Tabu zu brechen. Im Prinzip handelt es sich um ein ganz gewöhnliches Geschäftsmodell. Unsere Studien zeigen, dass eine adäquate Entsorgung bisher nicht möglich war. Der Nutzen wird sich durchsetzen und damit die Entsorgung enttabuisieren. Unsere Marktforschungsstudie hat mich ganz besonders darin bestärkt, dass Embella funktionieren wird: Was Frauen bei der Nutzung von Tampons am meisten stört, ist die Entsorgung. Siebenmal mehr im Vergleich zum Tragekomfort.“

Förderer unterstützen das Start-up

Aller Anfang ist schwer. Diese Erfahrung hat auch der gebürtige Schleswig-Holsteiner gemacht: „Man muss unbeirrt seinen Weg gehen, gerade am Anfang, wenn man noch keine Erfolge nachweisen kann und kritisch beäugt wird.“ Keltsch hat die Hürde gemeistert. Sein Unternehmen geht aus einem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geförderten Start-up-Projekt hervor. Im Rahmen dieses Projekts wurde in Partnerschaft mit der TU Hamburg-Harburg die Produktentwicklung durchgeführt. Seit September 2014 beteiligt sich der Innovationsstarter Fonds aus Hamburg an dem Start-up.

(Redaktion)


 


 

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