03.04.2009  08:39 Uhr

Geldanlage
Daniel Schlingelhof: Geld anlegen in Krisenzeiten

Hamburg. Viele Anleger fragen sich derzeit, wie sie den Vermögensaufbau optimal gestalten? Die Tagesgelder sind zwar Dank Einlagensicherungsfonds sicher, dennoch werden die Konditionen zunehmend unattraktiv. Die weiteren Maßnahmen der EZB werden den Leitzins sinken lassen und somit die Tagesgeldzinsen auf bis zu 1% zum Jahresende fallen lassen.

Ein Blick ins bestehende Depot bildet die Finanzkrise nahezu ab. Hintergrund: Die Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten reißen nicht ab, kaum ein Tag ohne neue Hiobsbotschaften weltweit. Mittlerweile sind 30.000 Mrd. USD vernichtet worden. Allein in Deutschland ist der Geldvermögensbestand um 110 Mrd. EUR gesunken. * Neu ist, dass sich der Vermögensverlust nahezu über alle Anlagenklassen vollzogen hat. Aus einer Immobilienkrise wurde in der Folge eine Bankenkrise, Vertrauenskrise, Liquiditätskrise, Kreditklemme, Wirtschaftskrise, Deflation? Skandale wie Madoff, Merckle sowie Diskussionen über Bonis sind hierbei nur die unrühmlichen Auswirkungen der unregulierten Finanzmärkte.

Mit unglaublichen Summen versuchen die Regierungen die Krise in den Griff zu bekommen. Voran die chinesische und die amerikanische Regierung. In Deutschland ist man noch zögerlich, dennoch wird man sich weiteren Konjunkturprogrammen für den Standort Deutschland nicht entziehen können, wie an der Verlängerung der Abwrackprämie bis Ende des Jahres zu sehen ist. Eine weitere Maßnahme zur Bewältigung der Krise ist der aktuell stattfindende G20 Gipfel. Hier ringt man um neue milliardenschwere Konjunkturprogramme bis hin zu neuen Finanzmarktregeln - Ausgang ungewiss.

Die Frage die sich stellt: Wie zahlen wir die Schulden zurück? Noch haben wir günstige Verbraucherpreise, welche die Krise scheinbar nicht spürbar machen. Wenn die Geldmenge jedoch in die Märkte wieder zurückfließt, dann sehen wir wie in der Vergangenheit eine steigende Inflation. Hintergrund ist u.a., dass eine Ressourcenknappheit durch zurückgefahrene Produktionen vorhanden sein wird. Hierbei erwartet uns eine Inflationsrate bis zu 10% p.a.

Konkret bedeutet das für Ihren Vermögensaufbau: es ist nur sinnvoll in Produktivkapital und Sachwerte zu investieren. Hierbei erfahren wir aktuell verstärkt eine Nachfrage nach Garantieprodukten mit denen der Anleger beide Szenarien im Auge behält. Er hat die Chance auf Wertsteigerung mit begrenztem Risiko bei fallenden Märkten. Darüber hinaus empfehlen wir Rohstoffe, beispielsweise Gold als Beimischung zum Depot, da sich diese hervorragend zum Inflationsschutz eignen. Anleger können neuerdings kostengünstig über so genannte ETF´s (Exchange Traded Funds) physisches Gold kaufen. Seit Eskalation der Finanzmarktkrise (Zusammenbruch Lehmann Brothers) am 15.09.2008 hat der Goldpreis bis Ende Januar 2009 um 18% zugelegt.

* Allianz Global Investors


 

(Daniel Schlingelhof)



 


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