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  • 12.11.2020, 08:46 Uhr
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Datenschutz

Nur jeder dritte Deutsche vertraut Unternehmen beim Umgang mit persönlichen Daten

Laut einer EOS-Studie ist mehr als die Hälfte der befragten Deutschen bei der Freigabe ihrer Daten an Unternehmen „sehr skeptisch“ und wünscht mehr Information, was mit den Daten passiert.

Digitale Daten sind ein wertvolles Gut für Unternehmen. Sie helfen ihnen, die Kundinnen und Kunden und deren Wünsche besser zu verstehen sowie auf Markttrends zu reagieren. Allerdings ist die Datenpreisgabe durch die Verbraucher maßgeblich an Vertrauen gebunden. Doch das ist hierzulande bislang nicht sehr ausgeprägt: Nur 35 Prozent der Deutschen vertrauen Unternehmen im Umgang mit digitalen Daten. Damit liegt Deutschland im europäischen Mittelfeld von durchschnittlich 33 Prozent. Am wenigsten ist das Vertrauen in Frankreich entwickelt. Nur 18 Prozent der Befragten gaben dort an, dass sie den Unternehmen hinsichtlich des Datenumgangs vertrauen. Das belegt eine repräsentative Studie des zur Otto-Group gehörenden Finanzdienstleisters und -investors EOS in 17 Ländern zum Thema „Was sind Daten wert?”. Die Befragung im Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut Kantar fand nach eigenen Angaben im Frühjahr 2020 statt.

Die Bedenken der Deutschen scheinen begründet: Nach EOS-Pressemitteilung hatte mehr als jeder fünfte Befragte, konkret 22 Prozent, schon einmal Negativerlebnisse mit der Datenweitergabe im Internet. Nur in Bulgarien, Nordmazedonien, Polen und Tschechien seien die Anteile höher, heißt es weiter.

Deutsche bei Bankkonto und Krankendaten besonders sensibel

Mit Blick auf die Branchen gibt es deutliche Unterschiede: Mit 47 Prozent genießen Banken und Finanzdienstleister hierzulande zwar das größte Vertrauen im Umgang mit Kundendaten. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland jedoch unter dem Durchschnitt, der in Europa bei 54 Prozent liegt, in den USA bei 56 Prozent und in Russland bei 54 Prozent. Wie wichtig Vertrauen in diesem Umfeld ist, zeigt die Tatsache, dass Finanzdaten über alle Länder hinweg als am schützenswertesten betrachtet. Diesbezüglich sind die Deutschen nicht besorgter als andere Nationen – lediglich Einblicke ins Bankkonto finden sie als einzige noch sensibler als Konto- und Kreditkartendaten.

Auffällig ist laut Studienautoren, dass in Deutschland Krankendaten als besonders sensibel betrachtet werden. Selbst einem vertrauenswürdigen Unternehmen würde der Großteil der Deutschen diese Daten nicht anvertrauen: Während 31 Prozent der befragten Europäerinnen und Europäer diese Daten für Geld preisgeben würden, sind es in Deutschland nur 18 Prozent. Am wenigsten vertrauen die Deutschen – wie alle anderen Länder auch – sozialen Netzwerken und Messengern. Lediglich 12 Prozent bekundeten ausreichend Vertrauen.

Handlungsbedarf: Vertrauen weiter ausbauen

Wie die Studie zeigt, ist digitales Vertrauen zu gewinnen und auszubauen für viele Unternehmen auch in Deutschland noch eine große Baustelle. „Wir müssen von einer Informationsasymmetrie wegkommen und den Verbraucherinnen und Verbrauchern das Gefühl der Datenhoheit zurückgeben", so Dr. Henning Stolze, Leiter Data Governance & Data Management bei EOS.

Der Befragung zufolge haben viele Deutsche das Gefühl, oftmals keine Wahl in Bezug auf die Datenfreigabe zu haben: 63 Prozent beklagen, dass sie sonst viele Online-Dienste gar nicht umfassend nutzen können. Zudem sieht sich über die Hälfte der befragten Deutschen nicht ausreichend informiert, um die Freigabe von Daten verhindern oder einschränken zu können.

(Redaktion)


 


 

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