Depressionen
Arbeitslose Hamburger erhalten deutlich mehr
Antidepressiva als Erwerbstätige
Hamburg. Arbeitslose Menschen in Hamburg haben im vergangenen Jahr etwa zweieinhalb Mal so viele Antidepressiva verschrieben bekommen wie erwerbstätige Hamburger. Das geht aus einer aktuellen Sonderauswertung des TK-Gesundheitsreports vor.
Statistisch gesehen erhielt im Jahr 2009 jeder, der Arbeitslosengeld I (ALG I) bezog, für rund 21 Tage Medikamente zur Behandlung von Depressionen. Bei den erwerbstätigen Hamburgern dagegen lag der Wert bei nur knapp acht Tagen. In beiden Gruppen stieg das Verschreibungsvolumen von Antidepressiva aber deutlich an: Vor zehn Jahren hatten arbeitslose Hamburger im Schnitt rund 8,3 sogenannte Tageseinheiten erhalten, erwerbstätige Hamburger dagegen nur Medikamente für 3,4 Tage.
Auffällig sind die Unterschiede zwischen Männern und Frauen in Hamburg
Arbeitslos gemeldete Frauen erhielten im vergangenen Jahr Antidepressiva für über 30 Tage und damit mehr als doppelt so viele Medikamente zur Behandlung von Depressionen wie männliche Arbeitslosengeld I (ALG I) -Empfänger. Damit liegen die Hamburgerinnen deutlich über dem Bundesschnitt. Nur die Ärzte in Rheinland-Pfalz verordneten mehr (33,7 Tagesdosen). Am geringsten war der Wert in Bremen - er lag 2009 bei rund 16,26 Tagesdosen.
Wiebke Arps, bei der TK verantwortlich für die Zahlen im Gesundheitsreport: "Auffällig ist, dass bei den Hamburger ALG I-Empfängern Männer und Frauen in nahezu gleichem Umfang von psychisch bedingten Krankschreibungen betroffen sind, Frauen aber doppelt so viele Antidepressiva verordnet bekommen. In keinem anderen Bundesland ist die Diskrepanz so groß wie in der Hansestadt."
(OTS / TK TECHNIKER KRANKENKASSE)
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