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Der Künstler Gunter Demnig hat zwei „Stolpersteine“ am Flughafen verlegt

Sie sind zehn mal zehn Zentimeter groß, bestehen aus Messing und sind Mahnmale der Geschichte: Die zwei Stolpersteine, die der Kölner Künstler Gunter Demnig heute am Flughafen Hamburg, direkt vor dem Terminal 2 verlegt hat. Sie erinnern an Dr. Kurt Adams und Carl Nickels, die beide mit ihren Familien im einstigen Lilienthalblock am Flughafen lebten, bevor sie dem nationalsozialistischen Regime zum Opfer fielen.

Dr. Kurt Adams war ehemals Bürgerschaftsabgeordneter der SPD und Direktor der Volkshochschule in Hamburg. Er wurde bei der Aktion „Gewitter“ nach dem Hitler-Attentat verhaftet und kam 1944 an den unmenschlichen Haftbedingungen im KZ Buchenwald ums Leben. Carl Nickels war Gewerkschafter und als Abteilungsleiter bei Röntgen-Müller tätig. Er wurde von seinen Arbeitskollegen denunziert und im KZ Fuhlsbüttel inhaftiert, wo er 1941 erhängt aufgefunden wurde. Ihre Namen, Geburts-, und Todesjahre sind in die beiden auf Hochglanz polierten Steine am Flughafen eingeprägt. Bei der Einweihung der beiden Stolpersteine am Flughafen durch Gunter Demnig waren u.a. die Enkelin von Dr. Kurt Adams, Dr. Dorothea Niemann, Pastor Friedhelm Nolte von der St. Lukas Kirche, Peter Hess und Margot Löhr, Organisatoren der Aktion „Stolpersteine“ für Hamburg bzw. Fuhlsbüttel sowie Claus-Dieter Wehr, Geschäftsführer am Hamburg Airport, anwesend. Im Anschluss verlasen u.a. Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Alstertal Stationen des Lebens und Leidens der beiden Opfer.

„Es ist wichtig, die Geschichte in Erinnerung zu behalten, um aus ihr Lehren zu ziehen. Ich bewundere das Engagement, mit dem der Künstler Gunter Demnig in Deutschland und Europa Stolpersteine zum Gedenken an die Opfer des NS-Regimes setzt. Der Flughafen Hamburg eignet sich in besonderer Weise als Ort für die Stolpersteine. Er ist ein Ort der Internationalität, das Tor zur Welt für Hamburg und die gesamte Metropolregion, das jährlich rund 13 Millionen Passagiere durchlaufen. Hinzu kommen zahlreiche Abholer und Besucher.

Die Wahrscheinlichkeit ist also hoch, dass etliche von ihnen auf die beiden messingfarbenen Gedenktafeln vor Terminal 2 aufmerksam werden, einen Moment innehalten und den Gedanken der Völkerverständigung in die Welt tragen. Teil dieses großartigen Projekts zu sein, ist uns eine große Ehre“, so Claus-Dieter Wehr, Geschäftsführer am Hamburg Airport.

Die Aktion „Stolpersteine“ von Gunter Demnig läuft seit dem Jahr 1997. Der Künstler erinnert an die Opfer der NS-Zeit, indem er vor ihrem letzten selbstgewählten Wohnort Gedenktafeln aus Messing mit ihren Namen ins Trottoir einlässt. Inzwischen liegen ca. 18.000 Stolpersteine in 414 Orten Deutschlands, ebenso in Tschechien, Polen, Österreich, Ungarn und in den Niederlanden. Allein in Fuhlsbüttel sind bisher 41 Stolpersteine zu finden. Die Steine am Flughafen erhöhen diese Anzahl auf 43, im Verlauf dieses Jahres kommen noch weitere sechs Stolpersteine in Fuhlsbüttel hinzu.

Hamburg Airport

(Redaktion)


 


 

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