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Alternativlos

Megakapitalerhöhung der Deutschen Bank

Preiswert oder auch nicht

Nach einem anderen Bewertungsmaßstab wirkt die Postbank dagegen auf den ersten Blick ausgesprochen preiswert: Jeden ihrer 14 Millionen Kunden lässt sich die Deutsche 450 Euro kosten, nachdem sie 2006, also vor der Krise, beim Kauf der Norisbank 1257 Euro und beim Erwerb der Berliner Bank (mit einer vermögenderen Klientel) sogar 2127 Euro pro Kunde auf den Tisch geblättert hatte. Der zweite Blick zeigt indes, dass gerade bei den Kundenzahlen ein paar Wertberichtigungen abzusetzen sind. Die eigentlich interessante Zahl ist die der Kunden mit dem Ankerprodukt Girokonto. Das sind 4,9 Millionen. Dann kommt man auf 1280 Euro pro Kunde, was nicht mehr so günstig ist. So gesehen relativiert sich auch die Gesamtkundenzahl des neuen Gespanns von 24 Millionen im Inland deutlich. Sparkassen und Kreditgenossen, die mit ihren 50 Millionen bzw. 30 Millionen Kunden freilich auch nicht nur Erstbankverbindungen unterhalten, müssen mithin noch nicht in Ehrfurcht erstarren.

Gleichwohl ist die Transaktion für ein Haus mit nationalem und internationalem Führungsanspruch, um ein in der Politik beliebtes Modewort zu gebrauchen, "alternativlos". Die Postbank ist auf absehbare Zeit die letzte Akquisitionschance, um am allen anderslautenden Klageliedern zum Trotz attraktiven deutschen Retailmarkt auf einen Schlag in eine neue Dimension vorzustoßen. Damit hilft sich die Deutsche Bank vor allem auch insofern selbst, als sie ihr stabiles Standbein (neben dem volatilen Spielbein Investment Banking) deutlich stärkt. Die mittelfristig für den Bereich Privat- und Geschäftskunden (PBC) inklusive Postbank angepeilten Erträge von über 10 Mrd. Euro entsprechen nahezu einer Verdoppelung des entsprechenden Werts von 2009 für die Deutsche Bank allein, das Ergebnisziel von über 3Mrd. Euro vor Steuern (inklusive spätestens 2015 erwarteter Synergien von 1 Mrd. Euro pro Jahr) dem Doppelten der bisherigen Vorgabe für "PBC alt" in 2011. Damit kämen die ertragsstabilen Geschäftsfelder insgesamt in der Erfolgsrechnung schon ziemlich nah an das Investment Banking heran.

Das Ziel einer Eigenkapitalrendite von 25% mag auf der neuen regulatorischen Kapitalbasis zu adjustieren sein. In absoluter Rechnung wird das Ertrags- und Ergebnispotenzial der Deutschen Bank durch den Postbank-Deal spürbar wachsen.

(Bernd Wittkowski / Börsen Zeitung)


 


 

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