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Cebit-Aus nach mehr als drei Jahrzehnten

Die einst weltgrößte Computermesse Cebit in Hannover wird eingestellt. Die Messegesellschaft will ihr Portfolio für Digitalthemen neu gliedern.

Angesichts rückläufiger Flächenbuchungen für die Cebit 2019 hat die Deutsche Messe die Computermesse abgesagt, wie die Messegesellschaft am 28. November 2018 in Hannover bekanntgab. Die industrienahen Digitalthemen der Cebit sollen in der Hannover Messe weitergeführt werden, für die übrigen Themenfelder der Computermesse sollen Fachveranstaltungen entwickelt werden, die sich inhaltlich gezielt an Entscheider ausgewählter Branchen richten.

Die technologische Entwicklung der vergangenen Jahre habe gezeigt, dass eine Horizontalmesse wie die Cebit in der digitalen Wirtschaft zunehmend auf rückläufige Nachfrage stoße. Da die Innovationsschritte durch die Digitalisierung vor allem in den Anwendungsbranchen greifen, sei Digitalisierung bei nahezu allen Branchenfachmessen das beherrschende Thema. Dies beeinflusse die Messepolitik der Unternehmen, die zu den klassischen Kernausstellern der Cebit gehören. Sie nutzten immer häufiger die Branchenmessen der Anwender als Plattform für Geschäftsanbahnung.

CEBIT
Die Cebit – der Name setzt sich zusammen aus den Anfangsbuchstaben von Centrum für Büroautomation, Informationstechnologie und Telekommunikation – zählte zu den weltweit größten Messen für Informationstechnik. Sie fand von 1986 bis 2018 jährlich auf dem Messegelände in Hannover statt. Veranstalter war die Deutsche Messe AG. Sie gehört zu den fünf größten deutschen Messegesellschaften und weltweit zu den führenden Veranstaltern von Investitionsgütermessen im In- und Ausland.

„Die deutsche Wirtschaft hat in den vergangenen Jahren immer wieder über die thematische Überschneidung von Hannover Messe und Cebit diskutiert. Wir werden daher die Themen überführen, die inhaltlich zur klaren Ausrichtung der Hannover Messe passen“, sagte Dr. Jochen Köckler, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Messe AG. In den nächsten Wochen werde zudem intensiv mit dem Digital-Markt geprüft, welche Themen Potenzial für fokussierte Fachmessen aufweisen.

Das neue Konzept der Cebit, das auf den Dreiklang aus Messe, Konferenz und Festival setzte, konnte den Abwärtstrends der Besucherzahlen nicht stoppen. Da auch der Negativtrend bei den Flächenbuchungen über alle Themensegmente hinweg nicht aufgehalten werden konnte, werde die Cebit künftig nicht mehr ausgerichtet.

Die Bedeutung der CEBIT im Veranstaltungsportfolio und im wirtschaftlichen Ergebnis hatte sich bereits in den vergangenen Jahren relativiert. „Wir haben durch viele andere starke Veranstaltungen und das stringente Wachstum im Auslandsgeschäft die Deutsche Messe als Unternehmen sicher und solide aufgestellt“, sagte Köckler. Die Marke Cebit soll bei den Veranstaltungen im Ausland weiter genutzt werden.

Personelle Veränderungen

Oliver Frese, Vorstand der Deutsche Messe AG, bat das Aufsichtsratspräsidium um Entbindung von seinen Aufgaben zum 31. Dezember 2018. Das Gremium gab diesem Ersuchen statt. „Wir nehmen die Entscheidung von Herrn Frese mit Bedauern und Respekt zur Kenntnis. Es ist sehr bedauerlich, einen so erfahrenen Messemacher und Vorstand zu verlieren. Frese hat sich bei der Deutschen Messe viele Jahre für das Veranstaltungsportfolio verdient gemacht, zuletzt als für die Cebit verantwortlicher Vorstand“, sagte der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann. Gerade mit dem neuen Konzept der Cebit habe Frese Mut, Innovationskraft und Pioniergeist bewiesen. Der weitere Nachfragerückgang bei der neuen Cebit sei umso bedauerlicher, gleichzeitig zeigt er aber auch, dass die Cebit-Idee in der gesamten Wirtschaft angekommen ist und aufgenommen wurde. Die in ihr repräsentierten Themen wie Digitalisierung, Künstliche Intelligenz etc. werden inzwischen als Querschnittsaufgabe wahrgenommen – was auch ein Erfolg der Cebit sei.

Reaktion zum Cebit-Aus

Achim Berg, Präsident des Digitalverbands Bitkom: „Wir bedauern, dass die Cebit 32 Jahre nach ihrer Erstauflage nicht mehr als eigenständige Veranstaltung stattfindet. Messe-Vorstand Oliver Frese und seinem Team danken wir für ihr Engagement und den Versuch, die Cebit zuletzt mit einem mutigen Konzept wieder auf den Wachstumspfad zu führen. Unabhängig von der positiven Resonanz, die das neue Konzept fand, muss es sich natürlich auch für den Veranstalter rechnen. Markt und Messelandschaft haben sich in den vergangenen Jahrzehnten stark gewandelt. Digitale Themen spielen inzwischen in allen Branchen eine entscheidende Rolle. Wir begrüßen, dass die Themen rund um die Industrie 4.0 auf der Hannover-Messe künftig noch stärker aufgegriffen werden.“

(Redaktion)


 


 

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