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Preisnachlässe erwartet

Dienstleister rechnen 2009 mit rückläufigen Geschäften und Gewinnen

Die Dienstleistungsunternehmen hierzulande gehen davon aus, dass die schwierige wirtschaftliche Situation noch mindestens 12 Monate anhalten wird. Wie aus einer aktuellen KPMG-Umfrage unter rund 500 deutschen Dienstleistern hervorgeht, rechnet knapp ein Drittel der befragten Branchenakteure binnen Jahresfrist mit rückläufigen Geschäften.

Auch bei den Erlösen und beim Neugeschäft befürchten sie weitere Einbußen. Da sich die Unternehmen darüber hinaus aufgrund der schwachen Marktnachfrage verstärkt zu Preisnachlässen gezwungen sehen, dürfte es auch mit den Gewinnen weiter deutlich bergab gehen. Zudem müssen zahlreiche Dienstleistungsbeschäftigte um ihren Arbeitsplatz bangen: So plant jedes Dritte der befragten Unternehmen Stellenstreichungen (35 Prozent). Auf der Tagesordnung dürften bis ins nächste Frühjahr hinein zudem weitere Investitionskürzungen stehen.

Der Index-Saldo für die "Geschäftsaussichten" der kommenden 12 Monate rutschte mit aktuell -3,3 erstmals in der dreijährigen Umfragegeschichte in den negativen Bereich. Die Befragten begründen ihren Pessimismus überwiegend mit der weltweiten Konjunkturkrise und negativen Auftragserwartungen. Die schlechten Aussichten kommen auch in den entsprechenden Salden für Erlös - und Auftragserwartungen (-11,3 bzw. -2,2) zum Ausdruck. Auf massive Preisnachlässe zur Ankurbelung der Nachfrage deutet der Saldo "Angebotspreise" hin, der von +10.0 im Oktober 2008 auf jetzt -27.4 absackte. Dies alles sorgte dafür, dass der Saldo "Gewinnerwartungen" mit -17,9 nach zuletzt -26,5 deutlich im negativen Bereich verharrte.

Wie die Umfrage weiter ergab, rechnen die deutschen Servicefirmen in den nächsten zwölf Monaten mit rückläufigen Kosten. Der entsprechende Saldo brach von +37,8 im vergangenen Herbst auf nunmehr -4,0 ein. Am stärksten sinken dürften die Kosten für ausgelagerte Dienstleistungen (-15,7). Aufgrund von Kosteneinsparungen und Kapazitätsanpassungen stehen dem Dienstleitungssektor offenbar ein massiver Abbau von Arbeitsplätzen und Investitionskürzungen bevor. Mit dem Rekordtief von -22,6 deutet der aktuelle Beschäftigungssaldo auf eine Fortsetzung des bereits seit Oktober 2008 beabsichtigten Jobabbaus hin. 35 Prozent der Befragten - und damit so viele wie nie zuvor seit Umfragebeginn im April 2006 - wollen Stellen streichen, und nur 12 Prozent gehen davon aus, neue Arbeitskräfte einzustellen. Mit -26,6 beziehungsweise -19,3 sind die Salden für die Investitionserwartungen und geplante Outsourcing -Aktivitäten jeweils auf neue Allzeittiefs gesunken.

KPMG-Vorstand Robert Gutsche, Head of Markets: "Auffällig ist, dass die Serviceunternehmen in Deutschland weitaus weniger zuversichtlich sind als die Branchenakteure der anderen wirtschaftlich bedeutenden EU-Länder. Die deutschen Umfrageergebnisse stehen in krassem Gegensatz zur EU-weiten Stimmungsaufhellung, die sich seit der der letzten Umfrage im Herbst vergangenen Jahres kurz nach der Pleite von Lehman Brothers zeigt. Weiter verschlechtert haben sich in Deutschland auch die Beschäftigungsperspektiven. So plant über ein Drittel der befragten Dienstleister binnen Jahresfrist Stellenstreichungen. Da die schlechte Auslastung, der rückläufige Auftragseingang und die sinkenden Gewinne allesamt dafür sprechen, dass die Firmen ihre Kürzungspläne zunehmend auch in die Tat umsetzen werden, steigt das Risiko, dass die offiziellen Arbeitslosenzahlen die Prognosen im weiteren Jahresverlauf überschreiten werden."

KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

(Redaktion)


 


 

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