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Digitale Medien

Immer mehr Nutzer zahlen für journalistische Inhalte

Im Jahr 2014 hat jeder dritte Internetnutzer Geld für redaktionelle Inhalte wie Nachrichten, Berichte oder Reportagen im Web ausgegeben. Im Schnitt lassen sich die Online-Leser das 15 Euro pro Monat kosten. Die beliebtesten Themen sind Politik, Wirtschaft und Sport.

Die Bereitschaft, für journalistische Inhalte im Web zu bezahlen, steigt. War es 2013 erst ein Viertel der Internetnutzer, die für journalistische Angebote gezahlt haben, so hat sich die Zahl im vergangenen Jahr auf 34 Prozent erhöht. Das hat eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter 1.019 Internetnutzern in Deutschland ergeben.

Demnach geben die Online-Leser durchschnittlich 15,10 Euro pro Monat für entsprechende Inhalte aus, nach 13,60 Euro im Jahr zuvor. „Immer mehr Menschen lassen sich Online-Journalismus etwas kosten“, sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. Voraussetzung dafür sei, dass die Inhalte benutzerfreundlich aufbereitet würden, nicht zu teuer und einfach abzurechnen seien. Laut Umfrage verfügen 22 Prozent der Befragten über ein Monats-Abo, bei dem die digitale Nutzung eines Mediums pauschal abgerechnet wird. 20 Prozent haben für einzelne Beiträge oder Ausgaben bezahlt. Besonders intensiv würden kostenpflichtige Inhalte in der jüngeren Zielgruppe von 14 bis 29 Jahren mit einem Anteil von 40 Prozent genutzt. In der Generation 65 Plus seien es dagegen nur 22 Prozent.

DIGITALE BEZAHLMODELLE
Verlage und Medienhäuser stellen ihre Angebote zunehmend auf Online-Bezahlmodelle um. In der Regel sind es drei verschiedene Formen, die journalistischen Inhalte anzubieten:
„Freemium“ – Hier gibt es frei zugängliche und kostenpflichtige Web-Beiträge. Die Redaktion entscheidet, für welche Inhalte der Nutzer bezahlen muss.
„Metered Model“ – Der Nutzer kann monatlich auf eine bestimmte Anzahl Artikel frei zugreifen. Will er mehr lesen, muss er dafür zahlen.
„Harte Bezahlschranke“ – Alle redaktionellen Inhalte sind kostenpflichtig.
Quelle: Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger e.V. (BDZV)

Das Thema Politik führt die Skala der fünf beliebtesten Inhalte an. Der Studie zufolge geben 46 Prozent der für redaktionelle Inhalten zahlenden Internetnutzer ihr Geld für politische Berichte oder Analysen aus. 37 Prozent zahlen für Wirtschaftsinformationen, 31 Prozent für exklusive Sport-Berichte und 20 Prozent für Informationen rund um das Thema Gesundheit, Ernährung und Fitness. 12 Prozent interessieren sich für überwiegend fachliche Themen. Ein gutes Viertel (27 Prozent) der Befragten gibt an, dass ihr Abo mehrere Themen abdeckt.

Die Ergebnisse der Studie zeigten auch, für welche Formen der Berichterstattung die Zahlungsbereitschaft am höchsten sei. 46 Prozent der grundsätzlich zahlungsbereiten Webnutzer würden vor allem für aufwändige journalistische Formate wie Reportagen, Hintergrundberichte und längere Interviews bezahlen. Ein Viertel (25 Prozent) wäre am ehesten bereit, für investigativ recherchierte Geschichten und Exklusivberichte Geld auszugeben und 12 Prozent für Fachinformationen. Dagegen würden nur 10 Prozent für Meinungsartikel oder Kommentare bezahlen und sogar nur 6 Prozent für tagesaktuelle Nachrichten. „Die Nutzer verlangen auch im Internet nach hochwertigen und exklusiven Inhalten“, so Rohleder. „Im Web ist Qualitätsjournalismus gefragt.“ Die Zeitungs- und Magazinverlage stehen seit Jahren unter hohem Wettbewerbs- und Kostendruck, weil Printauflagen und Anzeigenerlöse sinken. Gleichzeitig müssen sie in Online-Angebote investieren, um eine auch für Werbekunden kritische Masse an Lesern zu erreichen.

Nach dem Umfrageergebnis schließen derzeit immerhin 60 Prozent der Internetnutzer aus, für journalistische Online-Inhalte Geld auszugeben. Davon geben zwei Drittel als Grund für ihre ablehnende Haltung an, dass es ausreichend kostenlose journalistische Inhalte im Internet gibt. 37 Prozent meinen, dass die Qualität der Inhalte keine Bezahlung rechtfertige. 31 Prozent halten die Angebote für zu teuer und immerhin fast ein Viertel (24 Prozent) sagen, dass ihnen das Bezahlen im Internet zu kompliziert ist.

(Redaktion)


 


 

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