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Digitalisierung

Studie: Immer mehr Deutsche sind online

Die Digitalisierung hat die Mitte der Gesellschaft erreicht. Das belegt die neue Studie der Initiative D21. Die Jüngeren sind am aktivsten, doch der Anteil der über 60-Jährigen steigt. Digitale Gesundheitsanwendungen und Smart Home spielen im Alltag noch keine große Rolle.

TFür immer mehr Deutsche ist es selbstverständlich, das Internet zu nutzen. Inzwischen sind 84 Prozent der Bevölkerung online, was einem Zuwachs von drei Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das teilte die Initiative D21 Anfang letzter Woche anlässlich der öffentlichen Vorrstellung ihrer Studie „D21-Digital-Index 2018 / 2019“ mit.

Die Studie liefert jährlich ein umfassendes Lagebild zur digitalen Gesellschaft. Sie misst den Digitalisierungsgrad der deutschen Bevölkerung und zeigt, wie die Menschen den technologischen Fortschritt in ihrem Privat- und Berufsleben adaptieren.

Smartphones treiben digitalen Zugang voran

Der Zuwachs an Nutzern resultiert dabei laut der vom Meinungsforschungsinstitut Kantar TNS durchgeführten Studie vor allem aus der zunehmenden Verbreitung des mobilen Internets, das inzwischen 68 Prozent der Bevölkerung nutzen. Das entspricht einem Plus von vier Prozentpunkten. Den größten Zuwachs – und damit entscheidenden Anteil an den Steigerungen – verzeichnen die älteren Generationen: 79 Prozent der 60- bis 69-Jährigen und mittlerweile 45 Prozent der über 70-Jährigen sind online.

Auf einer Skala von 0 bis 100 Punkten hat die deutsche Gesellschaft einen mittleren Indexwert von 55 Punkten erreicht. Der Digital-Index steigt damit im Vergleich zum Vorjahr um zwei Punkte. Grund für den Zuwachs sind demnach mit sechs Punkten Steigerungen beim Zugang und mit zwei Punkten in der Kompetenz. Das Nutzungsverhalten nimmt mit einem Punkt leicht ab; die Offenheit gegenüber digitalen Themen bleibt gleich.

Weniger Menschen stehen digital abseits

Die Gruppe der digital Abseitsstehenden, also Menschen, die ihren Netzanschluss kaum oder gar nicht nutzen, schrumpfte um vier Prozentpunkte auf 21 Prozent. Das sind allerdings immerhin noch 13 Millionen Menschen. Komplett offline sind 16 Prozent.

Zwar gingen immer mehr Bürgerinnen und Bürger souverän mit der Digitalisierung und dem technischen Fortschritt um, so Hannes Schwaderer, Präsident der Initiative D21. Die Grundlagen seien jedoch unterschiedlich verteilt. „Es müssten mehr Anreize geschaffen werden, dass die Digitalisierung nicht an den Menschen mit niedrigerem Bildungsstand und an den ländlichen Regionen vorbeigeht.“ Die Antwort könne nur sein, noch stärker in die Köpfe der Menschen zu investieren. Dies müsse vor allem in den Schulen beginnen und sich konsequent im Berufsleben fortsetzen. „Hier sind vor allem Politik, aber auch Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber gefragt.“

Wenig Erfahrung, aber Offenheit gegenüber E-Health und Smart Home

Nur eine kleine Minderheit der deutschen Bevölkerung sammelte bereits persönlich Erfahrungen mit E-Health- oder Smart-Home-Anwendungen. Am meisten verbreitet sind digitale Gesundheitsanwendungen, die bislang zwölf Prozent genutzt haben. Halb so viele Menschen verfügen über persönliche Erfahrungen mit intelligenten Haushaltsgeräten oder -robotern. Damit bleiben Smart-Home- und E-Health-Anwendungen bislang Nischenprodukte für Technikbegeisterte.

Unabhängig von der tatsächlichen Nutzung ist aber eine gewisse Offenheit gegenüber dieser Technik vorhanden: Jeder Dritte kann sich die zukünftige Nutzung von Haushaltsrobotern, mit dem Internet verbundenen Überwachungskameras oder per App steuerbarer Licht- und Heizungsanlagen vorstellen.

Deutliches Stadt-Land-Gefälle

Die Studie zeigt deutliche Unterschiede im Digitalisierungsgrad der Bevölkerung in (groß-)städtischen im Vergleich zu ländlichen Regionen: Die Großstadtbevölkerung hat mit 58 Indexpunkten einen um fünf Punkte höheren Digital-Index als die Landbevölkerung.

Insbesondere der Anteil beruflicher Internetnutzerinnen und -nutzer ist laut Studie in den Großstädten deutlich höher. Zudem würden die Vorteile an Flexibilität und räumlicher Unabhängigkeit durch Telearbeit, Homeoffice oder mobiles Arbeiten, die in der ländlichen Region stärker greifen könnten, mehr in den Großstädten realisiert, heißt es in der Mitteilung.

INITIATIVE D21 
Die Initiative D21 e. V. ist laut eigenen Angaben das größte gemeinnützige Netzwerk für die digitale Gesellschaft in Deutschland, bestehend aus Vertretern aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Das Netzwerk umfasst branchenübergreifend Mitgliedsunternehmen und -institutionen sowie politische Partner aus Bund, Ländern und Kommunen.Quelle: www.initiatived21.de

(Redaktion)


 


 

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